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    <title>Fossile Energien abschalten: Warum wir es müssen, wie wir es schaffen</title>
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      <title>Fossile Energien abschalten</title>
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      <title>Taktische Prinzipien der George-Jackson-Brigade</title>
      <link>https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/george-jackson-brigade-taktiken/</link>
      <pubDate>Thu, 15 Aug 2019 17:53:25 -1000</pubDate>
      
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&lt;h2 id=&#34;was-ist-die-george-jackson-brigade&#34;&gt;Was ist die George-Jackson-Brigade?&lt;/h2&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right top10&#34;&gt;&lt;img src=&#34;george-jackson-brigade.jpg&#34;
         alt=&#34;Skizzen von Mitgliedern der George-Jackson-Brigade&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Beschreibung vom George Jackson Brigade Information Project (via &lt;a href=&#34;https://web.archive.org/web/20130326173114/http://www.gjbip.org/index.htm&#34;&gt;archive.org&lt;/a&gt;):&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die George-Jackson-Brigade formte sich in der Gefangenenrechtsbewegung, die im Kontext der US-amerikanischen Zivilrechtsbewegung und der Friedensproteste der 60er entstand. In ihrer dreijährigen Existenz verübte sie nach eigenen Angaben 11 Bombenanschläge, ebenso viele Banküberfälle und eine Gefangenenbefreiung. Ihre Ziele waren unter anderem das Department of Corrections, das Federal Bureau of Investigation (FBI) und das Bureau of Indian Affairs sowie verschiedene Firmenbüros. Die Chemie in der Gruppe war dieselbe, die im ganzen Land entflammt war: die unterdrücktesten Mitglieder der Gesellschaft verbündeten sich sich mit jungen Akademiker*innen, die sich weigerten, weiterhin einen von Klassen- und Rassenprivileg geprägten Lebensstil zu führen. Im Falle der Brigade übernahmen Frauen die Führung, Queere forderten Heteros heraus, Gefängnisinsassen kommunizierten mit Studierenden und ein schwarzer Mann half enthusiastisch Weißen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichte der Brigade spielt sich vor einem Hintergrund von Aktivismus durch schwarze, Chicano-, indigene, schwule, lesbische und weiße Gefangene sowie bewaffnetem Kampf in den USA, Kanada, Mittel- und Südamerika, Afrika, Asien und Europa ab.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;h2 id=&#34;taktische-lektionen&#34;&gt;Taktische Lektionen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Moderne Untergrundaktivist*innen können und sollten von denen lernen, die vor ihnen kamen. Dies ist ein Auszug aus „Die Macht des Volkes ist die Kraft des Lebens: Politisches Statement der George-Jackson-Brigade“&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header2&#34;&gt;&lt;img src=&#34;george-jackson-brigade-political-statement.jpg&#34;
         alt=&#34;Cover des politischen Statements der George-Jackson-Brigade&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die hauptsächlichen Taktikprinzipien, denen wir folgen, sind:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#1.&lt;/strong&gt; Wir sehen Propaganda und Gegenpropaganda (so wichtig sie auch sein mögen) als sekundäre Aspekte unserer Arbeit.  Vor allem wollen wir, dass unsere Aktionen einen materiellen Effekt auf die Welt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#2.&lt;/strong&gt; Wir konzentrieren unsere Kräfte auf die Schwachstellen des Feindes. Wir wählen, wann, wo und wie wir angreifen; das ist unser taktischer Hauptvorteil. Wenn notwendig, leiten wir die Polizei vom Ziel weg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#3.&lt;/strong&gt; Im Wesentlichen sind wir in einer Periode der Verteidigung und Konsolidierung, daher vermeiden wir tatsächliche Konfrontation und Kampf, wenn es irgendwie möglich ist. Indem wir Gegenden aussuchen, in denen es keine große Polizeipräsenz gibt, versuchen wir sicherzustellen, dass wir uns des Ausgangs sicher sein können, wenn wir überrascht werden und gezwungen sind, zu kämpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#4.&lt;/strong&gt; Wir entwickeln unsere Taktiken so, dass wir die Initiative behalten. Das bedeutet, dass der Feind in die Defensive gezwungen wird und nie sicher sein soll, wo wir sind, wer wir sind, oder wo wir als nächstes zuschlagen. Auf diese Weise bieten wir ihm nicht den Freiraum, einen effektiven Plan gegen uns aufzustellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#5.&lt;/strong&gt; Das Compton-Massaker der SLA [Symbionese Liberation Army] zeigt deutlich, dass die Polizei mehr als bereit ist, Terror und Mord zu verüben, wenn es zu ihrem Vorteil ist. Wenn wir von einer überlegenen Streitmacht überrascht werden, werden wir uns bemühen, uns zu ergeben – wir sehen keinen Vorteil darin, wenn noch mehr Freiheitskämpfer*innen in den Sechs-Uhr-Nachrichten verbrannt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#6.&lt;/strong&gt; Was die Frage der Sicherheit angeht, Bewusstsein ist primär und bestimmt, ob die Sicherheit aufrecht erhalten werden kann; spezifische Sicherheitsmaßnahmen sind sekundär. Aber Bewusstsein entwickelt sich und kommt von der Praxis von bestimmten Maßnahmen und Techniken. Sicherheit ist eine Art zu denken. Auf Sicherheit zu achten bedeutet, dass wir Sicherheit überall in unser Leben integrieren; in alles, was wir tun. Es geht nicht nur um bestimmte Treffen oder bestimmte Leute oder wenn es haarig wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sicherheitsdenken ist im Großen und Ganzen gesunder Menschenverstand. Konkrete Methoden müssen in unterschiedlichen Umständen immer neu gedacht werden. Wir denken, dass die Leute konkrete Sicherheitsprinzipien basierend auf den folgenden Prinzipien entwickeln und anwenden sollten. Wir haben diese Prinzipien in unserer Praxis entwickelt und geprüft und sie haben uns gute Dienste geleistet:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;    &lt;strong&gt;(a)&lt;/strong&gt; Sicherheit ist sehr wichtig in unserer Arbeit; sie gibt uns den Kontext, in dem wir überleben und agieren. Aber Aktion ist primär. Jeder Widerspruch zwischen Sicherheit und Aktion muss zugunsten von Aktion aufgelöst werden.&lt;br&gt;
    &lt;strong&gt;(b)&lt;/strong&gt; Egal, um wen es geht und was die Umstände sind, &lt;strong&gt;erzähl nie jemandem etwas, was er nicht wissen muss.&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
    &lt;strong&gt;(c)&lt;/strong&gt; Wem du vertrauen kannst: „Vertraue“ &lt;strong&gt;niemandem&lt;/strong&gt;. „Vertrauen“ als subjektives Urteil sollte nicht in Sicherheitsentscheidungen einfließen. Geh davon aus, dass jede*r ein*e potentielle*r Informant*in sein könnte, außer du hast langjährige Erfahrungen mit ihm oder ihr oder hast die Person gründlich durchleuchtet. Auf diese Weise kann niemand Fragwürdiges etwas sehen oder hören, was sie nicht sollten.&lt;br&gt;
    &lt;strong&gt;(d)&lt;/strong&gt; Wenn du sensible Arbeit mit anderen Leuten verrichtest, formt eine Organisation, damit ihr eine Möglichkeit habt, Leute auszuschließen und/oder ihren Hintergrund zu durchleuchten, wenn das notwendig ist.&lt;br&gt;
    &lt;strong&gt;(e)&lt;/strong&gt; Sieh dir den Hintergrund von jemandem an, wenn du einen Grund zum Zweifel hast.  Sei gründlich und sei dir sicher, bevor du jemandem vertraust, mit dem du keine Erfahrungen hast.&lt;br&gt;
    &lt;strong&gt;(f)&lt;/strong&gt; Kämpf gegen Paranoia an. Paranoia ist irrational und für deine Sicherheit kontraproduktiv. Sie ist ein Werkzeug des Feindes, das uns untätig bleiben lässt.  Entwickle gute Sicherheitspraktiken und eine nuancierte, realistische Sicht auf die Welt.&lt;br&gt;
    &lt;strong&gt;(g)&lt;/strong&gt; Geh davon aus, dass der Feind gleichzeitig nichts weiß und doch alles, was er wissen kann. Gleichzeitig auf beiden Annahmen aufzubauen bedeutet, dass wir einerseits so vorsichtig wie möglich sein werden und darauf bedacht, dass wir ihm den Zugriff auf sensible Informationen verwehren. Wir können so die Nachlässigkeit vermeiden, die mit der Annahme einhergeht, er müsse dies und das ohnehin schon wissen und es sei daher nicht den Aufwand wert, es geheim zu halten. Wenn wir gleichzeitig annehmen, dass er schon alles weiß, was er wissen könnte, vermeiden wir ein falsches Gefühl der Sicherheit und bleiben wachsam.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#7.&lt;/strong&gt; Solide Informationen sind die Grundlage einer erfolgreichen Guerillaorganisation. Der Großteil der Spionagetätigkeit besteht daraus, einfach verfügbare Informationen zu sammeln und zu sortieren. Obwohl diese Arbeit meist keinen Spaß macht, kann ihre Bedeutsamkeit nicht überschätzt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;(Eine wichtige Aufgabe für Leute, die im Übergrund bleiben und trotzdem den bewaffneten Kampf unterstützen und sich daran beteiligen wollen, wäre es, diese Fähigkeiten zu entwickeln. Entwickelt geordnete Informationssammlungen über zeitgenössische kollektive Kämpfe; achtet besonders darauf, wie sich die herrschende Klasse organisiert, um diese zu bekämpfen; untersucht die Polizei und versucht, ihre Stärken und Schwächen zu verstehen [fangt damit an, den Polizeifunk abzuhören]; entwickelt Zielinformationen: Vorschläge, Terrain, Schwachstellen, etc.; redet mit den Massen über bewaffneten Kampf; veröffentlicht die Resultate dieser Untersuchungen, sodass UntergrundkämpferInnen und alle sonst sie sehen können.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#8.&lt;/strong&gt; Seattle ist unser Haupteinsatzgebiet. Dafür gibt es zwei Gründe: Zunächst ist Seattle der Ort, an dem wir alle schon gearbeitet, gelebt, gekämpft haben. Es ist der Ort, den wir am besten verstehen. Hier sind unsere Wurzeln, unsere Basis, unsere Verpflichtungen. Zweitens: Solange wir frei sind und an einem Ort unserer Wahl kämpfen, greifen wir vor aller Augen den Mythos der Unbesiegbarkeit der Polizei an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gleichzeitig müssen wir wachsam bleiben und auf alle Fortschritte achten, die die Polizei macht, wenn sie uns aufzuspüren versucht, wir müssen darauf vorbereitet sein, uns spontan in ein sichereres Gebiet zurückzuziehen, in dem wir uns erholen können, unsere Wunden lecken, unsere Kraft wiedergewinnen und darauf warten, dass Gras über die Sache wächst und wir wieder aktiv werden können. Unsere anderthalb Jahre in Oregon sind ein Beispiel dafür. Der ganze Rest des Landes ist ein potentielles Rückzuggebiet für uns.  Wir versuchen die Fähigkeit zu entwickeln, diese Rückzüge auf geplante Art und Weise durchzuführen und selbst die Initiative zu ergreifen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;erfahre-mehr-über-die-george-jackson-brigade&#34;&gt;Erfahre mehr über die George-Jackson-Brigade&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Daniel Burton-Rose hat eine Website zum Thema und 2010 auch zwei Bücher veröffentlicht, die gedruckt und als E-Books erhältlich sind.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;George Jackson Brigade Information Project (&lt;a href=&#34;https://web.archive.org/web/20130326173114/http://www.gjbip.org/index.htm&#34;&gt;archive.org&lt;/a&gt;)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;Guerrilla USA: The George Jackson Brigade and the Anticapitalist Underground of the 1970s&lt;/em&gt; (Untersuchung der GJB-Zeichnung basierend auf weitreichender Recherche und Interviews mit noch lebenden Mitgliedern)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;Creating a Movement With Teeth: A Documentary History Of The George Jackson Brigade&lt;/em&gt; (Sammlung von zeitgenössischen Dokumenten, u.a. dem Volltext, aus dem das Exzerpt oben ist)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&lt;/em&gt;

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      <title>Existentielles Klimarisiko &amp; Neoliberalismus</title>
      <link>https://aktion-fea.de/politikerinnen-nicht-genug/existential-risk-neoliberal-policymaking/</link>
      <pubDate>Tue, 23 Jul 2019 12:16:08 -1000</pubDate>
      
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        &lt;p&gt;&lt;em&gt;Englischsprachiges Original von David Spratt / &lt;a href=&#34;http://www.climatecodered.org/2019/04/existential-risk-neoliberalism-and-un.html&#34;&gt;Climate Code Red&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Erstveröffentlichung d. Originals am 10. März 2019. Neuveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die internationale Klimapolitik hat es nicht geschafft, einen Pfad der katastrophalen Klimaerwärmung zu vermeiden. Zwei oft übersehene Gründe für dieses Versagen sind, wie Wissen zum Thema Klimawissenschaft von den zwei Klimaausschüssen der Vereinten Nationen – dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und der UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) – produziert und genutzt worden ist und wie diese Gremien funktionieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nunmehr weithin akzeptiert, dass der menschengemachte Klimawandel dieses Jahrhundert ein existentielles Risiko für die menschliche Zivilisation darstellt. Wenn der CO2-Ausstoß nicht zeitnah auf null reduziert wird, ist es wahrscheinlich, dass der Klimawandel entweder alles intelligente Leben auslöschen oder sein Potential permanent und drastisch einschränken wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während Politiker*innen darüber reden, die Erwärmung unter 1,5°C oder 2°C über dem vorindustriellen Level zu halten – ein sehr riskantes Ziel, wenn man bedenkt, dass gefährliche Kipppunkte bereits jetzt, mit nur 1°C Erwärmung, aktiviert werden – verdammen sie die Erde tatsächlich durch ihre Untätigkeit zu einem Pfad der weitaus stärkeren Erwärmung, die viele Städte, Nationen und Völker sowie viele, wenn nicht sogar die meisten, Spezies ausradieren wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese kognitive Dissonanz wurde besonders sichtbar beim vierundzwanzigsten Conference-of-the-Parties-Treffen (COP24) der UNFCCC in Katowice, Polen, im letzten Dezember [2018]. Die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die die globale Bewegung der „Klimastreiks“ von Schüler*innen inspiriert hat, sprach vor der COP24 und bekam stehende Ovationen für ihre Rede, in der sie die Führungsschwäche der Erwachsenen bei COP &lt;a href=&#34;https://www.lifegate.com/people/news/greta-thunberg-speech-cop24&#34;&gt;kritisierte&lt;/a&gt;, welche ‚nicht reif genug‘ seien, um die Fakten beim Namen zu nennen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wir müssen deutlich sein, wie unangenehm es auch sein mag. Sie sprechen nur von ewigem – aber grünem – Wirtschaftswachstum (und) darüber, mit den gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns diesen Schlamassel erst eingebrockt haben, obwohl die einzige vernünftige Option ist, die Notbremse zu ziehen. Sie sind nicht reif genug, um den Tatsachen ins Auge zu sehen. Sogar diese Bürde müssen wir Kinder tragen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Und dann gingen die Erwachsenen zum Geschäftlichen über und schrieben ein Regelbuch für das Pariser Abkommen. Das Resultat übt keinen Druck auf die beteiligten Staaten aus, die wenig ambitionierten Ergebnisse des COP von 2015 zu verbessern, und wiederholt stattdessen die Bitte, dass die Staaten ihre Verpflichtungen bis 2020 überarbeiten mögen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Abkommen von Paris etablierte einen freiwilligen, nicht erzwingbaren ‚Bottom-up‘-Ansatz, in dem sich die Staaten zu Emissionsreduktionen verpflichteten, die zu einem Temperaturanstieg von 3,5°C führen würden – oder eher zu 5°C, wenn alle Feedbackschleifen des Klimasystems berücksichtigt werden. Ein derartiges Ergebnis ist laut Wissenschaftler*innen nicht mit dem Fortbestehen der menschlichen Zivilisation zu vereinbaren und könnte die menschliche Bevölkerung auf eine Milliarde schrumpfen lassen. Sogar die Weltbank sagt, dass ein derartiges Ergebnis jenseits dessen sei, woran sich die menschliche Zivilisation anpassen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem Vorwort zum kürzlich erschienenen Report &lt;em&gt;What Lies Beneath: The Underestimation of Existential Climate Risk&lt;/em&gt; &lt;a href=&#34;https://www.breakthroughonline.org.au/whatliesbeneath&#34;&gt;warnt&lt;/a&gt; der anerkannte Wissenschaftler und Direktor Emeritus des Postdamer Instituts John Schellnhuber, dass ‚der Klimawandel nun sein Finale erreicht und die Menschheit sich sehr bald entscheiden muss, ob sie beispiellose Maßnahmen ergreift oder akzeptiert, dass es zu spät ist und die Konsequenzen erlitten werden müssen‘.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem Interview &lt;a href=&#34;https://theecologist.org/2019/jan/03/its-nonlinearity-stupid&#34;&gt;sagte&lt;/a&gt; Schellnhuber kürzlich, dass es, sollten wir so weitermachen wie bisher, ‚ein sehr großes Risiko‘ gebe, dass wir ‚unsere Zivilisation schlichtweg zerstören. Die Menschheit wird irgendwie überleben, aber wir werden fast alles zerstören, was wir über die letzten zweitausend Jahre hinweg aufgebaut haben.‘&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;un-framework-convention-on-climate-change&#34;&gt;UN Framework Convention on Climate Change&lt;/h2&gt;
&lt;figure class=&#34;right top10&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/politikerinnen-nicht-genug/co2-aussto%c3%9f-konzentration/&#34;&gt;&lt;img src=&#34;https://aktion-fea.de/politikerinnen-nicht-genug/co2-aussto%c3%9f-konzentration/co2-emissionen-atmosph%c3%a4rische-konzentration-s.jpg&#34;
         alt=&#34;CO2-Emissionen &amp;amp;amp; -Konzentration in der Atmosphäre&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;CO2-Emissionen &amp;amp; -Konzentration in der Atmosphäre
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;Seit die UNFCCC 1992 beim Rio Earth Summit gegründet wurde, sind die jährlichen von Menschen verursachten Kohlenstoffdioxidemissionen um mehr als 50 % gestiegen und es gibt &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/politikerinnen-nicht-genug/co2-aussto%C3%9F-konzentration/&#34;&gt;keine Anzeichen, dass dieses Wachstum nachlässt&lt;/a&gt; Seit 1992 ist die Erwärmung von 0,6°C auf 1,1°C gestiegen, ein sich beschleunigender Trend, der die Erde innerhalb des nächsten Jahrzehnts ans untere Ende des in Paris beschlossenen Temperaturbereichs bringen dürfte. Basierend auf der bisherigen Klimageschichte der Erde ist anzunehmen, dass der heutige CO&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt;-Gehalt den Meeresspiegel langfristig um dutzende Meter und die Temperatur um zivilisationszerstörende 3,5°C ansteigen lassen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die UNFCCC strebt danach, ‚ökonomischer Entwicklung zu erlauben, auf nachhaltige Weise stattzufinden‘, aber der ökologische Fußabdruck der Menschheit wird jedes Jahr weniger nachhaltig. Die Menschheit benötigt nunmehr jedes Jahr die biophysische Kapazität von 1,7 Erden und verbraucht im Eiltempo das Kapital der Natur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein schnelles, notfallartiges Aufgeben der fossilen Energien ist ein absolut notwendiger Bestandteil einer angemessenen Reaktion auf den Klimawandel. Aber Politiker*innen ziehen Notfallhandlungen nicht in Erwägung, weil diese als ökonomisch zu riskant gesehen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwei gute Beispiele für diese Einstellung finden sich in den ersten Berichten an ihre Regierungen von Nicholas Stern (Großbritannien, 2006) und Ross Garnaut (Australien, 2008). In diesen untersuchten sie die 450-Teilchen-pro-Million- (ppm) und 550-ppm-CO&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt;-Ziele. 550 ppm würden ungefähr 3°C Erwärmung bedeuten, bevor die Feedbackschleifen des Kohlenstoffkreislaufs in Betracht gezogen werden. Eine derartige Erwärmung wäre verheerend für Mensch und Natur. Obwohl sowohl Stern als auch Garnaut zu dem Schluss kamen, dass 450 ppm – ungefähr 2°C Erwärmung ohne langfristige Systemrückkopplungen – bedeutend weniger Schaden verursachen würden, empfahlen sie dennoch, dass ihre Regierungen mit dem Ziel von 550 ppm anfangen sollten, weil sie der Meinung waren, dass das niedrigere Ziel ökonomisch zu riskant sei. Sie haben inzwischen eingestanden, dass neuere Beweise für einen sich beschleunigenden Klimawandel mit den dazugehörigen Folgen diese Herangehensweise fahrlässig erscheinen lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Lehrmeinung der UNFCCC ist, dass noch Zeit für eine geordnete ökonomische Umorientierung innerhalb des momentanen neoliberalen Paradigmas bleibe und dass daher eng definierte kostenoptimierte Wege betont werden sollten. Poltiker*innen verlassen sich zunehmend auf integrierte Beurteilungsmodelle (IAMs), die behaupten, ökonomisch effiziente Optionen für Politik und Gesetzgebung vorschlagen zu können, deren wissenschaftliche Modelle aber materiell relevante Prozesse wie das Tauen des Permafrosts übersehen und die Kosten und das Ausmaß der zukünftigen Auswirkungen auf das Klima systematisch unterschätzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Politiker*innen favorisieren es außerdem, die Kohlenstoffverschmutzung zu kommerzialisieren und einen riesigen Markt zu erschaffen, der darauf basiert, das CO&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt; zu binden und unter der Erde zu lagern, eine in dieser Größenordnung unerprobte Technologie, die dennoch einen Boom für Öl- und Gasproduzenten schaffen würde. Unrealistische Annahmen über unerprobte Lösungen werden zu einem Vorwand, um entschlossene Aktion hinauszuzögern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entscheidungsträger*innen stellen sich in ihrem Wunschdenken einen Pfad der Schadensminderung vor, der über Jahrzehnte hinweg in einer wachsenden, wohlhabenden Welt erschaffen wird. Die Welt, die nicht in Betracht gezogen wird, ist die, in der wir leben: die Welt der heraufziehenden finanziellen Instabilität; der globalen Krise politischer Legitimität; der nicht-linearen Aspekte des Klimasystems; der Nachhaltigkeitskrise, die weit über den Klimawandel hinausgeht und all die Grundfesten der menschlichen Existenz und, wichtiger noch, der Grenzen des Planeten (Boden, Trinkwasser, Meere, die Atmosphäre, Artenvielfalt usw.) betrifft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Pariser Abkommen beinhaltet fast keine sachlichen Aussagen über die Ursachen des menschengemachten Klimawandels und keine Verweise auf „Kohle“, „Öl“, „Fracking“, „Schieferöl“, „fossile Brennstoffe“ oder „Kohlenstoffdioxid“ oder auf die Wörter „null“, „verbieten“ oder „aufhören“. Zum Vergleich: der Ausdruck „Anpassung“ kommt mehr als achtzig Mal auf einunddreißig Seiten vor, die Verantwortung dafür, andere dazu zu zwingen, sich anzupassen, wird dagegen nicht erwähnt und sowohl Haftung als auch Schadensausgleich wird explizit ausgeschlossen. Das Abkommen hat ein Ziel aber keinen festen Aktionsplan und ist voll von bürokratischem Jargon; die Ausdrücke „verbessern“ und „Kapazität“ kommen jeweils über fünfzig Mal vor.&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;right vertical&#34;&gt;&lt;img src=&#34;unfccc.png&#34;
         alt=&#34;UNFCCC&#34;/&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;UNFCCC
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;In gewisser Hinsicht sollte das angesichts der Struktur der UNFCCC niemanden überraschen. Die COPs sind politische Foren, die von Berufsdiplomat*innen der staatlichen Regierungen bevölkert werden und die von diplomatischen Verhandlungen, Kompromissen und Deals geprägt sind. Die Entscheidungsfindung ist inklusiv (konsensbasiert), was die Ergebnisse zu den Geiseln von staatlichen Interessen und dem Prozess, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, werden lässt.  Dies wurde in Polen wieder einmal deutlich, als vier große Öl- und Gasproduzenten – Saudi-Arabien, die USA, Kuwait und Russland – in einem tödlichen diplomatischen Streik das formelle Willkommenheißen eines wissenschaftlichen Berichts über das Ziel von 1,5°C blockierten, den die COP drei Jahre zuvor in Paris in Auftrag gegeben hatte. Derartiges Verhalten ist typisch für COP-Treffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diskussionen über das, was sicher wäre – weniger Erwärmung, als wir im Moment erleben – ist nicht-existent. Wenn Klimawandel jetzt schon gefährlich ist, hat die UNFCCC ihr Hauptziel, ‚gefährlichen menschengemachten Einfluss auf das Klimasystem‘ zu verhindern, aufgegeben, als sie ihr Temperaturziel von 1,5°C auf 2°C geändert hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Interessenkonflikte durchdringen das Denken der Amtsträger*innen: es gibt einen Anreiz, Risiken im Interesse der politischen Zweckdienlichkeit zu ignorieren. Und deshalb haben wir ein Politikversagen von epischen Ausmaßen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-zurückhaltung-der-wissenschaft&#34;&gt;Die Zurückhaltung der Wissenschaft&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Unfähigkeit, das existentielle Risiko, dem wir uns gegenüber sehen, zu begreifen und damit aktiv umzugehen, ist teilweise ein Produkt der Art, wie Wissen im Bereich der Klimawissenschaft produziert wird. Ein Großteil der Klimaforschung tendiert traditionell dazu, diese existentiellen Risiken herunterzuspielen und hat eine Vorliebe für konservative Prognosen und intellektuelle Zurückhaltung gezeigt, obwohl eine zunehmende Anzahl Wissenschaftler*innen – unter anderem Kevin Anderson, James Hansen, Michael E. Mann, Michael Oppenheimer, Naomi Oreskes, Stefan Rahmstorf, Eric Rignot und Will Steffen – sich in den letzten Jahren zu den Gefahren einer solchen Herangehensweise geäußert haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Studie, die eine Vielzahl vergangener Prognosen von Klimawissenschaftler*innen &lt;a href=&#34;https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0959378012001215&#34;&gt;untersucht&lt;/a&gt; hat, kam zu dem Schluss, dass diese ‚konservativ‘ gewesen seien, was ihre Prognosen bezüglich der Auswirkungen des Klimawandels anging, und dass ‚zumindest einige der Hauptattribute der Klimaerwärmung durch angestiegene atmosphärische Treibhausgase unterschätzt wurden, besonders in IPCC-Einschätzungen der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse‘. Die Autor*innen kamen zu dem Schluss, dass Klimawissenschaftler*innen nicht zum Überdramatisieren tendierten, sondern sich im Gegenteil ‚im Zweifelsfall lieber so wenig dramatisch wie möglich ausdrücken‘, dass ‚zu ihren Beweggründen eventuell gehört, dass sie sich an wissenschaftliche Normen wie Zurückhaltung, Objektivität, Rationalität, Distanz, Mäßigung und Skeptizismus halten wollen.‘ Dies kann dazu führen, dass Wissenschaftler*innen ‚zukünftige Klimaveränderungen unterschätzen oder verharmlosen‘.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ähnliches berichtet Garnaut, der der australischen Regierung zwei Klimaberichte vorlegte. Garnaut &lt;a href=&#34;http://www.garnautreview.org.au/update-2011/update-papers/up5-the-science-of-climate-change.html&#34;&gt;untersuchte&lt;/a&gt;, ob die Klimawissenschaft eine systemische ‚konservative Tendenz‘ habe, die einer gewissen ‚intellektuellen Zurückhaltung‘ geschuldet ist, und beobachtete, dass dies im Feld der Klimawissenschaft mit einem ‚Unterschätzen von Risiken‘ einhergehe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es darum geht, wie mit existentiellen Klimarisiken umgegangen wird, hat Schellnhuber auf die Grenzen von Methoden &lt;a href=&#34;https://www.breakthroughonline.org.au/whatliesbeneath&#34;&gt;hingewiesen&lt;/a&gt;, die sich auf Risiko und Wahrscheinlichkeitsanalyse konzentrieren und deshalb häufig die statistischen Ausreißer ignorieren – Ereignisse und Möglichkeiten, die unwahrscheinlicher sind, aber große Auswirkungen hätten:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Expert*innen tendieren dazu, ein unter Kolleg*innen geteiltes Weltbild zu erschaffen, das immer rigider und klarer umrissen wird. Aber die wichtigsten Erkenntnisse bezüglich des fraglichen Themas lauern vielleicht in den Randgebieten. Das trifft insbesondere dann zu, wenn es um das Überleben unserer Zivilisation geht, ein Thema, bei dem konventionelle Analysemethoden nutzlos werden können.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Er hat auf eine ‚Besessenheit mit Wahrscheinlichkeit‘ hingewiesen, im Zuge derer Wissenschaftler*innen versucht haben, das komplexe, stochastische Verhalten eines Objekts festzuhalten, indem das gleiche Experiment mit dem Objekt viele, viele Male wiederholt wurde.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wir dürfen niemals vergessen, dass wir in einer beispiellosen Situation sind, für die es keine genaue historische Analogie gibt. Das Niveau der Treibhausgase in der Atmosphäre ist heute höher und die Erde wärmer als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Und es leben nunmehr fast acht Milliarden von uns auf diesem Planeten. Daher ergibt es in den kritischsten Umständen wenig Sinn, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen. So zum Beispiel bei den Methanabgabedynamiken von tauendem Permafrost oder der Möglichkeit, dass durch die Klimakrise ganze Nationen zu gescheiterten Staaten werden. Stattdessen sollten wir Möglichkeiten identifizieren, das bedeutet potentielle Entwicklungen der Gegebenheiten auf dem Planeten, die zu den Umständen, den Prozessen und der Triebfedern, die wir kennen, passen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Kevin Anderson von der University of Manchester &lt;a href=&#34;http://www.lse.ac.uk/newsAndMedia/videoAndAudio/channels/publicLecturesAndEvents/player.aspx?id=3363&#34;&gt;sagt&lt;/a&gt;, dass es ‚eine endemische Tendenz unter vielen Leuten, die Emissionsszenarien erstellen,‘ gebe, ‚die Größenordnung der Herausforderung zu unterschätzen, vor die uns 2°C Erwärmung stellen würde.‘ In vielerlei Hinsicht zensieren diese Wissenschaftler*innen ihre eigenen Forschungsergebnisse, um sich dem dominanten politischen und ökonomischen Paradigma anzupassen.‘&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein gutes Beispiel ist das Ziel von 1,5°C, auf das sich bei der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 geeinigt wurde. Die IPCC-Berichte hatte bis zu dem Zeitpunkt (in Übereinkunft mit dem dominanten politischen Paradigma) den 1,5°C-Emissionsreduktionsszenarien und deren Auswirkungen wenig Aufmerksamkeit geschenkt und die Delegierten in Paris mussten das IPCC mit großer Dringlichkeit darum bitten. Die Politik dominiert die Wissenschaft: Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;intergovernmental-panel-on-climate-change&#34;&gt;Intergovernmental Panel on Climate Change&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das IPCC produziert Zusammenfassungen von wissenschaftlichen Erkenntnissen in erster Linie, um eine Faktenbasis für Politik und Gesetzgebung zu schaffen, besonders für die UNFCCC. Dies kann als ‚Wissenschaft für die Behörden‘ bezeichnet werden (im Gegensatz zu ‚Wissenschaft für die Forschung‘), und Sheila Jasanoff &lt;a href=&#34;http://www.hup.harvard.edu/catalog.php?isbn=9780674300620&#34;&gt;beschreibt&lt;/a&gt; dies als eine Wissenschaft, die ‚mit einem Bein in der Wissenschaft und mit einem in der Politik steht‘, da Wissenschaftler*innen und Regulierungsbehörden versuchen, Antworten auf politisch relevante Fragen zu finden. In dieser Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Politik wird Wissenschaft &lt;a href=&#34;https://www.cambridge.org/core/journals/global-sustainability/article/coproducing-climate-policy-and-negative-emissions-tradeoffs-for-sustainable-landuse/CE06F8A4BB2745389C53EEBE84EB95E7&#34;&gt;laut Kate Dooley und ihren Co-Autor*innen&lt;/a&gt; ‚weder als objektive Wahrheit noch als von sozialen Interessen dominiert gesehen, sondern als gemeinsames Produkt von natürlichen und sozialen Ordnungen.‘&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;right&#34;&gt;&lt;a href=&#34;un-climate-talk-muted-expectations.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;un-climate-talk-muted-expectations-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Code-Green-Comic&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;
                    &lt;a href=&#34;https://stephaniemcmillan.org/&#34;&gt;Stephanie McMillan&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;Diese gemeinsame Produktion hat zu vielen der charakteristischen Eigenschaften der IPCC-Arbeit geführt und zeigt sich in der Art, wie die Organisation 1988 gegründet wurde. Es gab Spannungen zwischen dem Wunsch von UN-Mitgliedsstaaten, die Ergebnisse des Gremiums politischen Prozessen zu unterwerfen, und der Notwendigkeit, glaubwürdige Wissenschaftler*innen als Leiter*innen eines von Spezialist*innen geleiteten Prozesses des Synthetisierens von und Berichtens über Klimawissenschaft zu haben. Einige Staaten, wie die USA, waren &lt;a href=&#34;https://wcfia.harvard.edu/publications/states-knowledge-co-production-science-and-social-order&#34;&gt;besorgt&lt;/a&gt;, dass ‚die Ozonverhandlungen es Expert*innen erlaubt haben, den politischen Realitäten vorzugreifen; sie wollten eine strengere Kontrolle über die Wissensproduktion des Gremiums ausüben, indem sie die Mitglieder selbst ernennen würden.‘.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kompromiss war, dass Wissenschaftler*innen die langen Syntheseberichte schreiben würden, aber dass die kürzeren Zusammenfassungen für Entscheidungsträger*innen in Plenarsitzungen Zeile für Zeile von Diplomat*innen abgenickt oder einem Veto unterzogen wurden. Diese Methode hat historisch dazu geführt, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse stark verwässert wurden. Außerdem haben Regierungsvertreter*innen das letzte Wort bei allen Handlungen, einschließlich der Veröffentlichung aller Berichte, und der Ernennung des oder der wissenschaftlichen Hauptautor*in aller Berichte. Letzteres hat zu dem zurückhaltendem Ton eines großen Teils der Hauptarbeit des IPCC geführt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bereits als der erste IPCC-Bericht im Jahre 1990 geschrieben wurde, wurden die Delegierten der USA, Saudi-Arabien und Russland aktiv, &amp;lsquo;schwächten die Besorgnis in der Wortwahl ab und verstärkten das Moment der Unsicherheit‘, wie Jeremy Leggett &lt;a href=&#34;https://www.crcpress.com/Carbon-War-Global-Warming-and-the-End-of-the-Oil-Era/Leggett/p/book/9780415931021&#34;&gt;berichtet&lt;/a&gt;. Martin Parry vom Met Office [einem britischen Wettervorhersagedienst, d.Ü.], damaliger Co-Vorsitzender einer IPCC-Arbeitsgruppe, brachte die Streits zwischen Wissenschaftler*innen und politischen Amtsträger*innen über die 2007er Zusammenfassung für Entscheidungsträger*innen &lt;a href=&#34;http://www.guardian.co.uk/environment/2007/sep/19/climatechange&#34;&gt;an die Öffentlichkeit&lt;/a&gt;: ‚Regierungen mögen keine Zahlen, also wurden einige Zahlen gestrichen.‘&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie die UNFCCC leidet auch der Prozess des IPCC an den Gefahren von konsensorientierter Entscheidungsfindung in einer komplexen Arena. Es ist der Sache geschuldet, dass IPCC-Berichte nicht immer die neusten verfügbaren Informationen beinhalten, und Konsensfindung kann zu Ergebnissen führen, die vor allem Streit vermeiden sollen und sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner konzentrieren, kritische Themen aber dagegen übersehen. Das ist insbesondere der Fall für die schweren Ränder von Wahrscheinlichkeitsverteilungen – Ereignisse mit niedrigerer Wahrscheinlichkeit aber großen Auswirkungen, bezüglich derer nicht viele wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-grenzen-von-klimamodellen&#34;&gt;Die Grenzen von Klimamodellen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Von Anfang an hat das IPCC sein Klimaverständnis aus generellen Zirkulationsmodellen (GZMs) bezogen und andere Wissensquellen ignoriert. Dies hat zu weitreichenden Konsequenzen geführt, unter anderem zu der Zurückhaltung des IPCC zu Schlüsselthemen und einer Unfähigkeit, mit Risikofragen umzugehen. Dooley hat &lt;a href=&#34;https://www.cambridge.org/core/journals/global-sustainability/article/coproducing-climate-policy-and-negative-emissions-tradeoffs-for-sustainable-landuse/CE06F8A4BB2745389C53EEBE84EB95E7&#34;&gt;angemerkt&lt;/a&gt;, dass Forscher*innen seit mehr als zwei Jahrzehnten:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;die Nützlichkeit von GZM für Politikfindung in Frage stellen, da diese Schwächen in Fragen der Unsicherheit aufweisen. Sie argumentieren, dass die Dominanz von Modellen – die weithin als die „beste wissenschaftliche Grundlage“, die für Klimapolitik verfügbar ist, wahrgenommen werden – zu einer Hinorientierung zu einem technokratischen Politikverständnis führt, welches politische Entscheidungen vertuscht, die eine umfangreichere Debatte verdienen würden. Es gibt inzwischen einen etablierten Literaturbestand, der die Implikationen dieser expertendominierten, modelbasierten Herangehensweise an Klimapolitik kritisiert.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dooley und Co-Autor*innen sagen, dass die Forschung inzwischen demaskiert habe, wie diese Herangehensweise in die Wissenschaft eingebaut wird und ein technokratisches und globales Framing des Klimawandels erlaubt, in dem Menschen und Auswirkungen nicht vorkommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt ein konsistentes Muster beim IPCC: Detaillierte, quantitative (zahlenbasierte) Resultate von komplexen Modellen werden präsentiert, aber extremere Möglichkeiten – wie Feedbacks, die die Modelle nicht erfassen – werden nur kurz und in nicht quantitativer Form beschrieben. Der Meeresspiegel, das Eis an den Polkappen und einige Feedbacks des Kohlenstoffkreislaufs sind drei Beispiele. Weil politische Entscheidungsträger*innen und die Medien oft Zahlen in den Mittelpunkt stellen, führt diese Herangehensweise dazu, dass den verheerendsten, nichtlinearen und schwer zu quantifizierenden Resultaten wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor zwölf Jahren &lt;a href=&#34;http://science.sciencemag.org/content/317/5844/1505&#34;&gt;betonten&lt;/a&gt; Oppenheimer und seine Co-Autor*innen, dass ein Konsens um numerische Resultate herum zu einer Unterschätzung von Risiken führen könne:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Konsensorientierung von IPCC-Berichten hat den Fokus auf die zu erwartenden Resultate gelenkt, die dann durch numerische Schätzungen im Hinterkopf von Entscheidungsträger*innen verankert wurden [&amp;hellip;] Es ist nunmehr ebenso wichtig, dass Politiker*innen die extremeren Möglichkeiten verstehen, die der Konsens vielleicht ignoriert oder herunterspielt [&amp;hellip;] Da numerische Werte sich unweigerlich verankern, muss die Basis für Schätzungen zu quantitativer Unsicherheit breiter angelegt werden.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Oppenheimer und seine Co-Autor*innen schreiben, dass Indizien aus der Klimageschichte der Erde ein Gewicht zugestanden werden sollte, das mit dem weniger komplexer, semi-empirischer Modelle, die eher auf Beobachtung basieren, und theoretischer Beweise für wenig verstandene Phänomene vergleichbar ist. Und sie drängen das IPCC dazu, „Expertenurteile“ in Betracht zu ziehen, mit anderen Worten, was angesehene Persönlichkeiten aus der Wissenschaft über Themen denken, zu denen es noch nicht genügend – oder hinreichend konsistente – Beweise gibt, dass diese den Peer-Review-Prozess bestehen können. Das ist bisher nicht geschehen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;ein-falsches-risikoverständnis&#34;&gt;Ein falsches Risikoverständnis&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wir haben bereits gesehen, wie wissenschaftliche Zurückhaltung und konsensbasierte politische Entscheidungsfindung zur Unterschätzung von Risiko führen. Die IPCC-Berichte haben extremere Möglichkeiten unterschätzt und es nicht geschafft, Risiken auf ausgewogene Weise zu untersuchen. Stern &lt;a href=&#34;https://www.nature.com/news/economics-current-climate-models-are-grossly-misleading-1.19416&#34;&gt;kommentiert&lt;/a&gt; den fünften Assessment-Report des IPCC mit den Worten: „Er hat praktisch über einen Literaturbestand berichtet, der die Risiken [und Kosten] eines schlecht gehandhabten Klimawandels grob und systematisch unterschätzt hat.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist besonders besorgniserregend, wenn es um Kipppunkte des Klimasystems – kritische Schwellen, deren Überschreitung zu plötzlichen, starken Änderungen im Klimasystem führt – geht, wie die Polkappen (und dadurch der Meeresspiegel), den Permafrost und andere Kohlenstoffspeicher, alles Aspekte, bei denen die Auswirkungen der Klimaerwärmung nicht-linear und schwer auf Basis des momentanen wissenschaftlichen Wissens in Modelle zu übertragen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von großer Wichtigkeit ist das Problem von Risiken an den schweren Enden der Wahrscheinlichkeitskurven, die zwar weniger wahrscheinlich sind, bei denen aber die Wahrscheinlichkeit von sehr schwerwiegenden Auswirkungen größer ist, als man unter normalen statistischen Annahmen vermutet würde. Diese möglichen Risiken für die Menschheit, die die Kipppunkte darstellen, rechtfertigen entschlossene Vorsichtsmaßnahmen. Wenn die Klimapolitik auf einem festen Fundament stehen soll, ist ein neues Framing der wissenschaftlichen Forschung in einem Rahmen des Managements von existentiellen Risiken dringend notwendig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber das ist nichtmal auf dem Radar der Klimagremien der UN, die der Analyse von Risiken an den schweren Enden keine Aufmerksamkeit schenken und deren Methoden, eine beachtliche Bandbreite an Forschung mit divergierenden Ergebnissen zu synthetisieren, die häufigeren Ergebnisse in den Vordergrund stellt, die eher in der Mitte der Ergebnisskala sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine umsichtige Herangehensweise an Risikomanagement bedeutet, den realen Risiken, denen wir ausgesetzt sind, ins Auge zu sehen und sie objektiv zu beurteilen. Besonders trifft das auf die Ereignisse zu, deren Konsequenzen so große Schäden verursachen würden, dass diese nicht mehr zu quantifizieren wären, und die die menschliche Zivilisation, wie wir sie kennen, nur mit Glück überleben würde. Es ist wichtig, das Potential des schlimmsten Ernstfalls zu verstehen und dafür zu planen (und dann hoffentlich positiv überrascht zu sein, wenn er nicht eintrifft). Wenn wir uns auf die wahrscheinlichsten Ergebnisse konzentrieren und die extremeren Möglichkeiten ignorieren, kann dies zu einer unerwarteten Katastrophe führen, die wir vorhersehen hätten können und sollen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;hat-nicht-linearität-einen-vorteil&#34;&gt;Hat Nicht-Linearität einen Vorteil?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Problem bei nicht-linearen Änderungen im Klimasystem ist, dass sie, fast schon per Definition und auch aufgrund des momentanen Entwicklungszustands von Klimamodellen, schwer vorauszusagen sind. Obwohl die Klimageschichte der Erde wertvolle Einblicke in unsere nahe Zukunft bieten kann, hat das IPCC diese wichtigen Forschungsergebnisse bezüglich des Spielraums von möglichen zukünftigen Entwicklungen des Klimas heruntergespielt, oft geradezu ignoriert.&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;right&#34;&gt;&lt;a href=&#34;houston-flood-august-2017.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;houston-flood-august-2017-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Der Hurrikan Harvey — Houston, Texas, USA — August 2017&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Der Hurrikan Harvey — Houston, Texas, USA — August 2017
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;Das Feld der Paläoklimatologie hat gezeigt, dass langfristig jedes Grad Erwärmung zu 10 bis 20 Meter Ansteigen des Meeresspiegels führt und dass das momentane Niveau an Treibhausgasen ausreichend ist, um eine Erwärmung zu verursachen, die die menschliche Zivilisation, wie wir sie kennen, vermutlich beenden würde: durch Überflutung der seenahen Städte und Siedlungen sowie der Flussdeltas, wo die Nahrung der Menschheit angebaut wird, durch Erwärmung, die die meisten tropischen Gebiete der Welt (wie den Großteil von Süd-, Südost- und Ostasien) unbewohnbar machen würde und durch eine Zerstörung der Ordnung in und zwischen Nationen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Physische, nicht-lineare Störungen des Klimasystems kommen auf uns zu. Aber es gibt auch soziale, ökonomische und psychologische Kipppunkte, die eine sehr viel schnellere Reaktion auf den Klimawandel auslösen könnten. Der schnell wachsende Enthusiasmus in den USA für den Green New Deal, der von der gerade gewählten Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez verfochten wird, könnte ein solcher Moment sein. &lt;em&gt;(Fossile Energien abschalten kommentiert: auch wenn &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#gr%C3%BCne-technologie-nicht-genug&#34;&gt;grüne Technologie nicht genug ist&lt;/a&gt;)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Große Änderungen werden uns &lt;a href=&#34;https://theecologist.org/2019/jan/03/its-nonlinearity-stupid&#34;&gt;laut Schellnhuber&lt;/a&gt; zwingen, „eine Liste von Optionen zusammenzustellen [&amp;hellip;] von disruptiven Innovationen, selbstverstärkenden Innovationen“. Er schreibt, dass diese Optionen nicht genau vorhergesagt werden könnten und dass wir sehen müssten, ob es bei einer Reihe sich gerade herauskristallisierender Technologien große nicht-lineare Potentiale gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Derartige Innovationen sind ein wichtiges Element für jede Herangehensweise, die die ganze Gesellschaft mit einbezieht und von der Regierung gesteuert werden, wie es beim Green New Deal der Fall ist, der eine Mobilisierung auf dem Niveau von Kriegsproduktion notwendig werden ließe, um eine emissionsfreie Ökonomie zu schaffen und gleichzeitig Arbeitsplätze und Gerechtigkeit sicherzustellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schellnhuber schreibt, das Problem sei der konventionelle Ökonom, der „effizient sein will, aber Effizienz ist der Feind von Innovation“. Rapide Innovation in Krisenzeiten, wenn es schnell gehen muss, bedeutet, dass mehrere Innovationsstränge gleichzeitig verfolgt werden, da nach vielen Antworten gleichzeitig gesucht wird. Einige dieser Stränge werden sich als nicht hilfreich erweisen und Kapital wird verschwendet werden, aber die Erfolge werden zu „dem Wandel, den wir brauchen“ führen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er schreibt, dass wir nunmehr Risikokapital im globalen Maßstab ansammeln müssen, denn „wir kommen nicht auf effiziente Weise aus dieser Misere heraus“. Das bedeutet:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wir müssen die Welt retten, aber wir müssen sie auf eine verworrene, chaotische, teure Art retten. Das ist die Quintessenz. Wenn wir es auf [ökonomisch] optimale Weise versuchen, werden wir es nicht schaffen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Derartiges Denken würde eine revolutionäre Überwindung der neoliberalen Normen der UNFCCC notwendig werden lassen. Vielleicht ist das nicht möglich und das Gremium kann keine nützliche Rolle mehr spielen. Zweckdienlichere Mechanismen zu entwickeln ist heute eine dringende Aufgabe.&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
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      </description>
    </item>
    
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      <title>Hilf mit</title>
      <link>https://aktion-fea.de/beitreten/hilf-mit/</link>
      <pubDate>Mon, 22 Jul 2019 16:57:17 -1000</pubDate>
      
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      </description>
    </item>
    
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      <title>Ohne Gummi halten die Maschinen an</title>
      <link>https://aktion-fea.de/kritische-infrastruktur-systeme/ohne-gummi-halten-maschinen/</link>
      <pubDate>Mon, 24 Jun 2019 22:10:31 -1000</pubDate>
      
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        &lt;figure class=&#34;right headingtop&#34;&gt;&lt;a href=&#34;otr-tire-human-scale.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;otr-tire-human-scale-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Kein Kautschuk, keine Reifen&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Kein Kautschuk, keine Reifen
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ein absichtlicher Akt des biologischen Terrorismus, so simpel, dass er von deiner Oma durchgeführt werden könnte, könnte eine beispiellose ökonomische Krise auslösen. – Vorwort von &lt;em&gt;One River&lt;/em&gt; von Wade Davis&lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Eine einzelne Spore der Südamerikanischen Blattfallkrankheit, die sich nach Südostasien verirrt, könnte das Zeitalter des Automobils zu einem jähen Ende bringen. — &amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://www.nationalgeographic.com/magazine/2016/01/southeast-asia-rubber-boom/&#34;&gt;Why We (Still) Can&amp;rsquo;t Live Without Rubber&lt;/a&gt;&amp;rdquo; von Charles Mann&lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Flugzeuge werden eine Weile weiterhin landen, bis ihre Reifen abnutzen. Fluglinien werden sich entscheiden müssen, ob sie altes Gummi nutzen, das nicht sicher ist, oder die Flugzeuge am Boden lassen. Neue Autos werden gebaut werden, aber irgendwann wird das natürliche Gummi, das für die Reifenflanken notwendig ist, zu teuer werden. Dann wird es auf den Straßen still werden. — &lt;em&gt;Never Out of Season&lt;/em&gt; von Rob Dunn&lt;sup id=&#34;fnref:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dunn bezeichnet dieses Szenario in Kapitel 12 seiner vernichtenden Abhandlung über genetisch einseitige Nutzpflanzen als Dystopie, aber für viele klingt es wundervoll. Ein derartiges Szenario ist unausweichlich, solange der globalisierte Flug- und Frachtverkehr weiter besteht, und es wird umso schneller eintreten, wenn jemand absichtlich die falschen Blätter transportiert. (Oder die richtigen Blätter, wenn man sein Szenario nicht dystopisch, sondern erstrebenswert findet.) Dunn erklärt:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Südamerikanische Blattfallkrankheit wird irgendwann in Asien ankommen. Wie wird das geschehen? Die Sporen des Pilzes sind dünn und haben schlechte Chancen, eine lange dauernde Reise zu überstehen, aber in einem Flugzeug zu überleben wäre kein Problem für sie. [&amp;hellip;] Wie &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/critical-infrastructure-systems/leaf-blight&#34;&gt;eine Studie von 2012&lt;/a&gt;&lt;sup id=&#34;fnref:4&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:4&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; feststellt: „Der Errger kann leicht von infizierten Kautschukbäumen isoliert [&amp;hellip;] und unbesehen über Grenzen transportiert werden“, was bedeutet, dass die absichtliche Zerstörung des Großteils des weltweiten Gumminachschubs einfach wäre. [&amp;hellip;] Es wäre einfach, weil die Bäume dicht gepflanzt stehen; weil die meisten der Plantagen relativ nah beieinander sind; weil die Bäume einander genetisch sehr ähnlich sind. Es wäre einfach, weil die Bäume in Malaysia nicht auf Widerstandsfähigkeit gezüchtet sind, sondern auf Produktivität. Die Bäume sind so gezüchtet, dass sie viel Latex hervorbringen, was bedeutet, dass kurzfristiger Profit über langfristige Sicherheit gestellt wird.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Expert*innen drücken bereits Besorgnis aus, dass Terrorist*innen die notwendige Technologie haben könnten, die südamerikanische Blattfallkrankheit in Asien auszubreiten. Haben sie das spezialisierte Wissen, das notwendig wäre, um die Pilzsporen zu transportieren und zu verbreiten, das spezialisierte Wissen, das notwendig wäre, um den weltweiten Gumminachschub zu zerstören? Natürlich, denn alles, was notwendig wäre, ist eine Tasche voller infizierter Blätter.&lt;sup id=&#34;fnref:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;h2 id=&#34;natürliche-gummiquellen&#34;&gt;Natürliche Gummiquellen&lt;/h2&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header2&#34;&gt;&lt;img src=&#34;rubber-monocrop-plantation-laos.jpg&#34;
         alt=&#34;Kautschuk-Monokultur: effizient aber angreifbar&#34;/&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Kautschuk-Monokultur: effizient aber angreifbar
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Natürliches Gummi wird aus Latex hergestellt, das aus dem Baum &lt;em&gt;Hevea brasiliensis&lt;/em&gt; gewonnen wird. Der Baum ist in Brasilien heimisch und &lt;a href=&#34;https://www.plantwise.org/knowledgebank/datasheet/33893&#34;&gt;sehr anfällig&lt;/a&gt; für die Südamerikanische Blattfallkrankheit&lt;sup id=&#34;fnref:6&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:6&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, die jeden Versuch vereitelte, Kautschukplantagen in der Region zu etablieren.&lt;sup id=&#34;fnref1:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Dichte Plantagen wurden erst möglich, als die Menschen die Samen auf Schiffsreisen, die für die Sporen zu lang waren, nach Asien brachten. Erst als diese Bedrohung nicht mehr bestand, war es möglich, die Latexproduktion zu maximieren. 90% des natürlichen Kautschuks kommt heute aus riesigen Monokulturen von identischen Klonen in asiatischen Plantagen, hauptsächlich aus Thailand, Indonesien, Viet Nam, Indien, China und Malaysia.&lt;sup id=&#34;fnref:7&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:7&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;7&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; &lt;sup id=&#34;fnref:8&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:8&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Heute könnte ein einzelner Akt des biologischen Terrorismus, die systematische Einführung von Pilzsporen, die so klein sind, dass man sie in einem Schuh verstecken kann, die Plantagen ausradieren und die Produktion von natürlichem Kautschuk für mindestens ein Jahrzehnt stoppen. Es gibt kaum ein anderes Rohmaterial, das so notwendig und so angreifbar ist.[^David]&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Sogar ohne die absichtliche Infektion von verletzlichen jungen Blättern ist es unausweichlich, dass die südamerikanische Blattfallkrankheit irgendwann auf den Plantagen ankommt. Gleichzeitig können schon jetzt Blattkrankheiten wie &lt;a href=&#34;https://www.halcyonagri.com/the-sorry-state-of-the-indonesian-hevea/&#34;&gt;der &lt;em&gt;Fusicoccum&lt;/em&gt;-Pilz&lt;/a&gt;, der bereits in Asien auftritt, die Produktivität der Plantagen bedrohen, wenn sich ihr Ausbreitungsgebiet in der Region vergrößert – und da sie ähnliche Symptome hervorrufen, verkompliziert ihr Vorkommen die frühzeitige Erkennung der südamerikanischen Blattfallkrankheit. Manche asiatische Staaten treffen Vorsichtsmaßnahmen gegen den Transport der Krankheit durch Passagier*innen aus infizierten südamerikanischen Ländern und ihr Gepäck. Aber viele tun das auch nicht; die, die es tun, achten nicht besonders auf Reisende, die nur einen Zwischenstopp in einem infizierten Land eingelegt haben&lt;sup id=&#34;fnref1:7&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:7&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;7&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;; und keine Vorsichtsmaßnahmen sind perfekt – besonders, wenn ihre Gegner*innen versuchen, sie zu unterwandern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sobald die Krankheit auftritt, wird es mindestens ein Jahrzehnt dauern, bis resistente Varianten gezüchtet, verbreitet und gepflanzt sind und die Plantagen abgeerntet werden können. Sogar dann wird der Ertrag geringer sein als jetzt, da die neuen Varianten im Gegenzug für ihre Widerstandsfähigkeit einen Teil ihres Ertrags opfern werden müssen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;natürliches-gummi-und-fossile-rohstoffe&#34;&gt;Natürliches Gummi und fossile Rohstoffe&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Obwohl ölbasierte synthetische Materialien in vielen Anwendungsgebieten mit natürlichem Gummi gemischt werden oder dieses sogar ersetzen können, ist dennoch über 40% des weltweit verwendeten Gummis immer noch natürlicher Art.&lt;sup id=&#34;fnref2:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Trotz 80 Jahren Forschung und Entwicklung ist synthetisches Gummi immer noch schlechter als natürliches, was sowohl Widerstandsfähigkeit und Reißfestigkeit als auch Widerstand gegen Abnutzung und Stöße sowie die Fähigkeit, Stöße ohne Hitzeentwicklung zu verkraften angeht. Wenn ein Mangel an natürlichem Gummi eine stellvertretende Nutzung von Synthetik erzwingen würde, würde der höhere Preis und die niedrigere Qualität von gummibasierten Produkten die globale industrielle Aktivität einschränken und daher zu einem Absinken der Nutzung von fossilen Energien führen.&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;right&#34;&gt;&lt;a href=&#34;otr-tires-mining.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;otr-tires-mining-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Kein Gummi, kein Bergbau&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Kein Gummi, kein Bergbau
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;Vor allem Reifen brauchen natürliches Gummi und verbrauchen 70% der jährlichen Produktion. Flugzeugräder und Reifen für Geländefahrzeuge, die für Bauprojekte und Bergbaufahrzeuge verwendet werden, benötigen fast 100% natürliches Gummi. Reifen für Autos, Pickups und LKWs können mehr synthetisches Gummi verwenden, aber sie müssen dennoch zu &lt;a href=&#34;https://www.ustires.org/whats-tire-0&#34;&gt;40-75%&lt;/a&gt; aus natürlichem Gummi bestehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Japan die USA im Zweiten Weltkrieg von den asiatischen Kautschukvorräten abschnitt, verhängten die USA sofort eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 50 km/h, um die Abnutzung und Beschädigung von Reifen zu begrenzen (was nebenher auch den Spritverbrauch senkte) und stoppte die heimische Produktion von PKWs und LKWs.&lt;sup id=&#34;fnref1:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Wenn heute der Latexnachschub abreißen würde, würde der globale Nachschub von PKWs, LKWs, Flugzeugen, Bergbauausrüstung und den fossilen Rohstoffen, mit denen sie in gegenseitiger Abhängigkeit stehen, ebenfalls abreißen. Das ist eine Zukunft, auf die es sich zu hoffen lohnt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;weiteres-lesematerial&#34;&gt;Weiteres Lesematerial&lt;/h2&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;One River: Explorations and Discoveries in the Amazon Rainforest&lt;/em&gt; by Wade Davis, 1996. Kapitel 11 ist für dieses Thema am relevantesten.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;Mann, Charles. &lt;a href=&#34;https://www.nationalgeographic.com/magazine/2016/01/southeast-asia-rubber-boom/&#34;&gt;Why We (Still) Can&amp;rsquo;t Live Without Rubber&lt;/a&gt;, &lt;em&gt;National Geographic&lt;/em&gt; January 2016.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref2:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:3&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Never Out of Season&lt;/em&gt; by Rob Dunn, 2017. Kapitel 12 ist für dieses Thema am relevantesten.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:4&#34;&gt;
&lt;p&gt;Onokpise, Oghenekome; Louime, Clifford. &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/critical-infrastructure-systems/leaf-blight&#34;&gt;The Potential of the South American Leaf Blight as a Biological Agent&lt;/a&gt;. &lt;em&gt;Sustainability&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;2012&lt;/strong&gt;, &lt;em&gt;4&lt;/em&gt;.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:4&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:5&#34;&gt;
&lt;p&gt;Kheng Hoy Chee, &amp;ldquo;Management of South American Leaf Blight,&amp;rdquo; &lt;em&gt;The Planter 56&lt;/em&gt; (1980), 314-25.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:6&#34;&gt;
&lt;p&gt;Guyot, Jean; Le Guen, Vincent. &lt;a href=&#34;https://apsjournals.apsnet.org/doi/10.1094/PDIS-04-17-0592-FE&#34;&gt;A Review of a Century of Studies on South American Leaf Blight of the Rubber Tree&lt;/a&gt;. &lt;em&gt;Plant Disease&lt;/em&gt; 2018, Vol. 102 No. 6.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:6&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:7&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;http://www.fao.org/3/ai003e/AI003E25.htm&#34;&gt;Pest Risk Analysis for South American Leaf Blight of Rubber&lt;/a&gt;, July 2007.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:7&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:7&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:8&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.worldatlas.com/articles/the-leading-natural-rubber-producing-countries-in-the-world.html&#34;&gt;The Leading Natural Rubber Producing Countries In The World&lt;/a&gt;, 2013 data.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:8&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Die Zukunft ist, was wir daraus machen</title>
      <link>https://aktion-fea.de/bessere-zukunft/zukunft-was-wir-daraus-machen/</link>
      <pubDate>Wed, 05 Jun 2019 18:59:13 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/bessere-zukunft/zukunft-was-wir-daraus-machen/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;p&gt;&lt;em&gt;Englischsprachiges Original von Jason Godesky / Tribe of Anthropik. Geringfügig für Lesbarkeit editiert von Fossile Energien abschalten.&lt;/em&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;#30 der &lt;a href=&#34;https://theanarchistlibrary.org/library/jason-godesky-thirty-theses/&#34;&gt;Thirty Theses&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Englischsprachiges Original veröffentlicht unter Creative Commons &lt;a href=&#34;https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/&#34;&gt;Attribution 3.0-Lizenz&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als er in seinem &lt;em&gt;Occasional Discourse on the Negro Question&lt;/em&gt; für eine Wiedereinführung der Sklaverei argumentierte, spielte Thomas Carlyle mit Nietzsches Begriff der &amp;ldquo;lustigen Wissenschaft&amp;rdquo; und erfand einen abwertenden Titel für die Ökonomie: „die trostlose Wissenschaft“. Carlyle nutzte den gleichen Begriff, als er über die Theorien von Malthus schrieb: „Eintönig, behäbig, trostlos, ohne Hoffnung für diese Welt oder die nächste, sind all diese Vorsorgeuntersuchungen und deren Leugnung“. In &lt;em&gt;The Collapse of Complex Societies&lt;/em&gt; machte sich Tainter Sorgen, dass sein Gedanke, dass Komplexität irgendwann zu sinkenden Grenzerträgen führe, die Archäologie zur Erbin der Ökonomie machen würde, was diesen Titel angeht. Der Gedanke, dass wir unser eigenes Schicksal nicht kontrollieren, ist deprimierend für uns. Wir rebellieren gegen den Determinismus, nicht weil wir beweisen können, dass er nicht wahr ist, sondern weil es uns Angst einjagt, wenn wir uns als bloße Rädchen in einem Getriebe sehen, über das wir keine Kontrolle haben. Diese Thesen mögen trostlos erscheinen in ihren Voraussagen eines unausweichlichen Zusammenbruchs und einer Zukunft, die von deterministischen, materialistischen Kräften jenseits unserer Kontrolle geschaffen wird. Das sollten sie aber nicht. Es handelt sich hier, um noch einen Begriff von Nietzsche zu borgen, um „lebensbereicherndes Wissen“. Die größere Moral dieser Geschichte ist nicht, dass unsere Leben von sinkenden Erträgen eingeschränkt werden, sondern dass die Zukunft das ist, was wir daraus machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit Jahrtausenden ringen Zivilisationen darum, das Elend zu erklären, das ihre „überlegene“ Lebensweise verursacht, und wieder und wieder haben sie die Schuld auf unsere fehlerbehaftete, sündige Natur geschoben. In dieser Interpretation ist dieses Elend nicht unsere Schuld; es ist einfach so, dass wir schlecht gemacht sind. Das ist eine sehr trostlose Ansicht. Es liegt in unserer Natur, dass wir uns elend fühlen, wir können nichts dagegen tun. Aber die vielen Kulturen, in denen ein glückliches Leben Realität ist, sind ein lebender Gegenbeweis. Sie leben gut, sie leben glücklich, und das seit Zehntausenden von Jahren. Ihre bloße Existenz beweist, dass die Menschen nicht von Makeln geprägt sind. Wir sind nicht dazu verdammt, vernichtet zu werden oder in ewigem Unglück zu leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Zusammenbruch war nicht immer unausweichlich. Er ist die Konsequenz eines Lebens, das auf Landwirtschaft aufbaut. Erst als wir uns entschieden, auf diese Art zu leben, wurde ein Zusammenbruch unausweichlich. Wie wir leben hat Konsequenzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Vater des ersten Inka sagte voraus, dass die Vorfahren nach fünf Königen aufhören würden, auf deren Volk zu hören, und dass dessen Art zu leben dann enden würde. Die Inkas gründeten ihr Königreich, um einen stetigen Nachschub an Opfergaben sicherzustellen, und flehten die Vorfahren an, die Zeit aufzuhalten, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Der fünfte König – Atahualpa – wurde 1532 bei Cajamarca von spanischen &lt;em&gt;Conquistadors&lt;/em&gt; aus seiner Sänfte gezerrt. Qin Shi Huang, der erste Kaiser von China, begründete mit brutalen Praktiken die chinesische alchemistische Tradition. Er versuchte, ein Lebenselixir zu finden, um seinem eigenen Tod aus dem Weg zu gehen. Die ägyptischen Pharaonen nutzten Pyramiden, begrabene Boote und Mumifizierung in der Hoffnung auf ewiges Leben. Wieder und wieder sehen wir tief in sesshaften Zivilisationen das explizite Verlangen,den natürlichen Kreislauf von Leben und Tod auszutricksen – das eine, einzige Beispiel für ewiges Leben in der ganzen Geschichte zu sein, das, das nahm, ohne etwas zurückzugeben. Auch in unserer eigenen Zivilisation nehmen wir heute Echos dieses Gedankens wahr. Wir sehen die Erde um uns herum als Ressource, die wir ausbeuten können; sich darum zu kümmern, ist bestenfalls ein mildtätiger Akt. Sogar im Tod lassen wir uns, als letzte Gehässigkeit, in Boxen einschließen und unsere Körper mit Chemikalien vergiften, um den Moment so weit wie möglich hinauszuzögern, in dem wir gezwungen sind, der Gemeinschaft des Lebens etwas zurückzugeben, die uns ernährt hat, die uns Wasser und Luft gegeben und jedes Vorhaben, das wir jemals in den Kopf gesetzt haben, ermöglicht hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Derartiges Verhalten bleibt nicht ohne Konsequenzen. Die Kreisläufe des Lebens können nicht ewig ausgetrickst werden. Je länger wir den Moment hinauszögern können, desto schwerwiegender die Konsequenzen. Zusammenbruch ist eine Sonderform des Overshoot – und je weiter wir uns jenseits der Grenzen des Planeten bewegen, desto drastischer die Konsequenzen. Aber wir sind nicht zu einem ewigen Kreislauf von Komplexität und Zusammenbruch verdammt. Endlos eskalierende Komplexität muss notwendigerweise zu Kollaps führen – das ist die Konsequenz dieses &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/sanfter-%C3%BCbergang/wahnwitziges-experiment/&#34;&gt;kurzsichtigen Wahnsinns&lt;/a&gt;. Aber wir sind nicht von Geburt an wahnsinnig – und niemand zwingt uns zu einer endlose Eskalation von Komplexität.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tatsächlich wird uns diese Möglichkeit, wie wir in der &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/better-life/civilization-wont-rebuild&#34;&gt;vorigen These&lt;/a&gt; gesehen haben, in Zukunft verwehrt sein. Komplexität mag zu sinkenden Grenzerträgen führen, aber andere Wege tun das nicht. Das Spektrum von Sammlerkulturen erstreckt sich von den Inuit über die !Kung und Kwakiutl bis hin zu den Pygmäen. Wie viel diverser werden die Sammler*innen der Zukunft sein? Wird es Hunnen geben, die über die Prärien im mittleren Westen der USA donnern, oder eine Permakultur-Konföderation an der Ostküste, wie bei den Irokesen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Zukunft verspricht uns die Art Leben, für das wir als Menschen bestimmt sind – frei, respektiert als Personen, respektiert als Ebenbürtige, niemandem unterworfen. Sie verspricht uns eine wahre Gemeinschaft – etwas, was die meisten von uns nie erlebt haben. Sie verspricht eine unfassbare Vielfalt von Religionen, Traditionen, Kulturen und Lebensweisen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right&#34;&gt;&lt;a href=&#34;future-what-we-make-of-it.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;future-what-we-make-of-it-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Umzug&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die letzten zehntausend Jahre sind wir in einem positiven Feedbackloop der eskalierenden Komplexität gefangen gewesen. Unsere Leben sind von den Konsequenzen der Handlungen unserer Vorfahren geprägt gewesen und wir hatten keine andere Wahl, als unseren Weg in den immer enger werdenden Fesseln dieses Schicksals zu suchen. Das war die trostlose Realität unserer Eltern und derer Eltern, und es ist die trostlose Realität, die uns und unsere Leben geformt hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber nun sehen wir dem Zusammenbruch ins Auge. Er hat bereits begonnen. Es liegt an uns, ob wir uns weiter an die Kultur halten, in der wir aufgewachsen sind, und mit ihr sterben, oder ob wir uns entscheiden, eine neue Zukunft zu erschaffen – eine neue Kultur. Mit dem Zusammenbruch endet der lange Fluch endlich, den unsere neolithischen Vorfahren uns auferlegt haben, und wir werden die erste Generation in zehn Jahrtausenden sein, die ihr eigenes Schicksal wählen kann. Der Zusammenbruch wird die furchtbarste Krise sein, die je ein Tier erlebt hat, aber damit auch eine großartige Gelegenheit, unsere eigene Zukunft zu schaffen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos; die Vielfalt der Zukunft, die uns erwartet, ist endlos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt unter den amerikanischen Stämmen ein erstaunlich verbreitetes astrologisches Muster. Die Milchstraße wird mit der &lt;em&gt;Axis Mundi&lt;/em&gt;, dem Weltenbaum, in Verbindung gebracht, dem gleichen mythologischen Archetyp wie der nordische Yggdrasil, die slawische Eiche und der hinduistische Banyan. Die Gegend um den Polarstern herum gilt als „Herz des Himmels“ oder Tür zur Unterwelt. Wenn die Sonne zur Wintersonnenwende in der Milchstraße aufgeht, heißt es, sie kletterte am Baum der Lebens herauf, um die Tür des Himmels zu öffnen und ein neues Weltenzeitalter einzuläuten. Es war diese astrologische Interpretation, die den Rahmen der Inkaprophezeiung bildete, sowie die Basis des Maya-Kalenders. Interessanterweise sagten die Mayas das Ende dieser vierten Welt, und den Beginn der nächsten, für genau dieses astrologische Ereignis voraus – und zwar im Jahr 2012.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn Peak Oil, Klimaerwärmung und Massenaussterben eine Rolle im Zusammenbruch der Zivilisation spielen, wird dieser im Jahr 2012 im vollen Gange sein. 2012 werden wir vermutlich in einer weltweiten Rezession stecken und es wird ständige Kriege geben. Im Jahre 2012 sollte der Zusammenbruch unserer globalisierten Zivilisation unbestreitbar sein – und die von uns, die eine neue Art zu leben wollen, sollten sehen, dass der Anfang des Zusammenbruchs einen Freiraum geschaffen hat, um genau das zu finden. 2012 könnte die Tür des Himmels interessanterweise für alle offen sein, die durchgehen und eine Zukunft erschaffen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wir danach tun, ist unsere Entscheidung.&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
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      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Tor Browser</title>
      <link>https://aktion-fea.de/digitale-sicherheit/tor-browser/</link>
      <pubDate>Sat, 01 Jun 2019 14:11:04 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/digitale-sicherheit/tor-browser/</guid>
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        &lt;figure class=&#34;right&#34;&gt;&lt;img src=&#34;tor-browser.png&#34;
         alt=&#34;Tor logo&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;!-- Note to translators: The Tor website has been translated into many languages. Use the appropriate link for your language if available. --&gt;
&lt;p&gt;Der &lt;a href=&#34;https://www.torproject.org/de/&#34;&gt;Tor-Browser&lt;/a&gt; hilft dabei, Sicherheit und Privatsphäre zu schützen, indem er die IP-Adressen der Nutzer*innen versteckt. Obwohl es momentan unwahrscheinlich ist, dass Regierungen den Traffic auf den Seiten von Fossile Energien abschalten überwachen, wird diese Gefahr ansteigen, wenn und falls die Umweltschutzbewegung beginnt, effektiv zu sein. Diejenigen, die Aktivismus im Untergrund in Betracht ziehen, sollten sich schützen, indem sie sensible Inhalte nur mit Tor ansehen und sogar die, die sich der Arbeit im Übergrund verschrieben haben, schlafen vielleicht ruhiger, wenn sie ihre Onlineaktivitäten vorsichtshalber verbergen, da es in Zukunft zu vermehrter Repression kommen könnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Internetnutzer*innen, die nichts Bestimmtes zu verbergen haben, können trotzdem von Tor und anderen Tools zur Sicherung der Privatsphäre profitieren. Konzerne &lt;a href=&#34;https://www.youtube.com/playlist?list=PLhyuEATzj_izsQZqsf6xl7I6N3PoWgxB8&#34;&gt;überwachen uns fortlaufend&lt;/a&gt;, sammeln unsere Daten und verkaufen unser Online-Profil an Werbetreibende, Versicherungen und andere interessierte Dritte. Wenn du einen Umsonstdienst nutzt, bist du vermutlich das Produkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was noch wichtiger ist: je mehr Leute Tor und andere Tools nutzen, desto besser versteckt sind Untergrundaktivist*innen und desto schwieriger wird es für Regierungen sein, in Systeme einzubrechen. Nutze also Tor und andere &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#digitale-sicherheit&#34;&gt;digitale Sicherheitstools&lt;/a&gt;, wann immer dies möglich ist. Ermutige andere, sogar Personen, die keine Aktivist*innen sind, das gleiche zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn du dich mit Technik auskennst, kannst du vielleicht &lt;a href=&#34;https://trac.torproject.org/projects/tor/wiki/TorRelayGuide&#34;&gt;ein Tor-Relay betreiben&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;tor-und-die-seiten-von-fossile-energien-abschalten&#34;&gt;Tor und die Seiten von Fossile Energien abschalten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Viele Tor-Nutzer*innen bevorzugen es, JavaScript abzustellen, indem sie die Sicherheitsstufe von Tor auf „am sichersten“ stellen. Sie lassen JavaScript dann selektiv auf bestimmten Seiten zu. Ohne JavaScript werden viele Websites nicht richtig angezeigt; manchmal auch gar nicht.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Diese Website&lt;/strong&gt; ist darauf ausgelegt, fast 100% normal zu funktionieren, wenn JavaScript deaktiviert ist. Wir &lt;a href=&#34;https://tech.tiq.cc/2016/01/why-you-shouldnt-use-cloudflare/&#34;&gt;nutzen kein Cloudflare&lt;/a&gt; und auch keine anderen zwischengeschalteten Proxys, die dich verfolgen und/oder es schwierig machen, mit Tor auf die Seite zuzugreifen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Unser &lt;a href=&#34;https://www.reddit.com/r/StopFossilFuels&#34;&gt;r/StopFossilFuels-Subreddit&lt;/a&gt; kann auch mit abgeschaltetem JavaScript genutzt werden, du kannst dann nur nicht abstimmen. Reddit blockiert manchmal Exit-Nodes von Tor, aber wenn du eine „neue Tor-Identität“ anforderst, kannst du das Problem umgehen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Du kannst die Videos auf &lt;a href=&#34;https://www.youtube.com/StopFossilFuels&#34;&gt;unserem YouTube-Kanal&lt;/a&gt; mit Tor im Modus „Standard“ der „Sicherer“ ansehen. Der „Am sichersten“-Modus macht die Seiten und Videos schwierig oder unmöglich anzusehen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Facebook bietet eine Onion-Adresse an, die du mit Tor nutzen kannst: &lt;a href=&#34;https://facebookcorewwwi.onion/stopfossfuels&#34;&gt;facebookcorewwwi.onion/stopfossfuels&lt;/a&gt;.  Wenn du JavaScript deaktiviert hast, verwende die &lt;a href=&#34;https://m.facebookcorewwwi.onion/stopfossfuels&#34;&gt;Mobilversion&lt;/a&gt;. Facebook scheint nicht eingeloggte Nutzer*innen oft aufzufordern, zu bestätigen, dass sie Menschen sind. Du kannst das entweder tun oder eine „neue Tor-Identität“ anfordern.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Twitter scheint mit JavaScript normal zu funktionieren, ohne kannst du die &lt;a href=&#34;https://mobile.twitter.com/stopfossfuels&#34;&gt;Mobilversion&lt;/a&gt; verwenden.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h2 id=&#34;warnhinweise-und-weitere-ressourcen&#34;&gt;Warnhinweise und weitere Ressourcen&lt;/h2&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Wenn du Tor nutzt, um dich in ein Konto in den sozialen Medien einzuloggen, das mit deiner realen Identität verbunden ist, bist du nicht anonym.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Lies die &lt;a href=&#34;https://support.torproject.org/de/faq/&#34;&gt;am häufigsten gestellten Fragen über Tor&lt;/a&gt;, um besser zu verstehen, wie du deine Anonymität gefährden kannst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Untergrundaktivist*innen sollten sich nie nur auf Tools verlassen, um sich zu schützen. Sie müssen sich außerdem zum Thema &lt;a href=&#34;https://blogsofwar.com/hacker-opsec-with-the-grugq/&#34;&gt;operationale Sicherheit&lt;/a&gt; bilden und diese anwenden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://blokt.com/guides/how-to-use-the-tor-browser&#34;&gt;How to Use the Tor Browser for Privacy Online&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Der Weg in den Untergrund</title>
      <link>https://aktion-fea.de/%C3%BCbergrund-untergrund/weg-untergrund/</link>
      <pubDate>Thu, 30 May 2019 13:39:02 -1000</pubDate>
      
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      <description>
        
        
        &lt;figure class=&#34;right headingtop&#34;&gt;&lt;a href=&#34;hooded-figure.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;hooded-figure-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Vermummte Gestalt&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Auszug aus &lt;a href=&#34;https://web.archive.org/web/20190316175530/http://www.animalliberationfront.com/ALFront/Activist%20Tips/GoingUnderground.htm&#34;&gt;Going Underground for Animal Liberation&lt;/a&gt;. Sogar Jahrzehnte später bleibt dieser Auszug in fast allen Punkten relevant für Untergrund-Umweltaktivismus.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die meisten Leute, die sich zu direkter Aktion entschließen, waren bereits in legale Kampagnen, lokalen Gruppen usw. involviert. Leider haben sie fast immer mit derartigen Kampagnen weitergemacht, während sie sich in Form von direkter Aktion engagierten. Dies muss einer der größten Fehler sein, die man begehen kann, und einer der Hauptgründe, warum Leute inhaftiert und ins Gefängnis gesteckt worden sind. Die Polizei beobachtet diese ressourcentechnisch kleine Bewegung sehr genau. Wenn Leute sich auf IRGENDEINE Weise an legalen Kampagnen beteiligen, während sie auch direkte Aktionen unternehmen, ziehen sie nur Aufmerksamkeit auf sich, da die Polizei aus Erfahrung weiß – weil sie bereits Bewegungen infiltriert hat – dass es fast immer die aktivsten Leute sind, die am meisten illegal aktiv sind. Wir MÜSSEN einfach SOFORT aufhören, diesen Fehler zu machen. Sobald jemand beschlossen hat, dass direkte Aktion der beste Weg ist, für Tierbefreiung zu kämpfen, muss diese Person sich der Ernsthaftigkeit dieser Aktionen bewusst werden. Weil direkte Aktion funktioniert und weil sie den Kern der unterdrückerisch-gewalttätigen modernen Gesellschaft angreift, werden die Machthaber*innen dieses Systems alles in ihrer Macht Stehende tun, um diese Form des Aktivismus zu unterbinden. Daher sollte jede*r Aktivist*in alles tun, um so anonym und still wie ein Schatten zu bleiben, denn man spielt mit einem sehr hohen Einsatz. Je länger ein*e Aktivist*in kämpft, desto mehr Tiere werden gerettet und desto näher ist die vollständige Befreiung. Außerdem bedeutet eine solche Vorgehensweise Freiheit statt Inhaftierung für die Aktivist*innen selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kann nicht sein, dass jemand darauf besteht, Handzettel auszuteilen, insbesondere dann, wenn die Person eigentlich nicht glaubt, dass es etwas bringt, wenn sie gleichzeitig Akte der WAHREN Befreiung durchführt, die große Risiken mit sich bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige sehr grundlegende Prinzipien dazu, wie man in den Untergrund geht und gleichzeitig aktiv bleibt, würden, wenn man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt, das Folgende beinhalten:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sobald jemand beschlossen hat, dass er*sie sich der direkten Aktion zuwenden wird, ist es weise, alle andere Arbeit in der Bewegung niederzulegen und sie erst lange nachdem er*sie mit direkter Aktion aufgehört hat wieder aufzunehmen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Es ist sinnvoll, eine Lücke zwischen der Arbeit, die du vorher in der Bewegung ausgeübt hast, und der direkten Aktion zu lassen, und diese Zeit für Vorbereitung zu nutzen. Es ist auch weise, wochen- oder monatelange Pausen zwischen besonders aktiven Perioden oder ernsthaften Aktionen einzulegen. Obwohl es für die meisten schwierig ist, ist es auch von Vorteil, das Haus oder die Wohnung so oft wie möglich zu wechseln.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Vorbereitung würde bedeuten, Geld aufzubringen, um Aktionen zu finanzieren und Werkzeug, Autos und allgemeine Ausrüstung zu kaufen. Es ist empfehlenswert, verschiedene Gegenden zu erkunden, Tierquäler*innen in diesen Gegenden ausfindig zu machen und gleichzeitig auch sichere Unterschlüpfe zu finden sowie Leute, die daran interessiert sind, Tiere aufzunehmen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Aktionen sollten am besten in einem anderen Teil des Landes durchgeführt werden, nicht dort, wo du lebst. Vorzugsweise sollten sie zumindest ein paar Landkreise entfernt stattfinden. Es ist verlockend, „in den eigenen Garten zu kacken“, aber dies hat zu vielen Verhaftungen geführt. Es macht es einfach für die Polizei, wenn sie nicht lange nach den Schuldigen suchen muss. Wenn es zeitweise viel Aktivität in einer Gegend gibt, reagiert die Polizei schnell, indem sie lokale oder regionale Tierrechtsaktivist*innen – oder Leute in dem Landkreis oder der Region, die schon einmal etwas mit Tierbefreiung zu tun hatten – intensiv überwacht. Aus diesem Grund ist es auch empfehlenswert, keinen Kontakt mit lokalen Tierrechtsgruppen oder den Leuten, die an ihnen beteiligt sind, zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Arbeite grundsätzlich mit so wenigen Leuten wie möglich; und stelle sicher, dass ihr einander vollkommen vertraut. Versuch, ein Sozialleben zu haben, das sich nicht um die Leute dreht, mit denen du Aktionen durchführst. Die Polizei kann versuchen (das ist bereit passiert), euch eine „Verschwörung“ anzuhängen, wenn eine*r von euch verhaftet wird und sie beweisen kann, dass ihr euch kennt und ihr alle an Tierbefreiung glaubt. Dies stellt generell kein allzu großes Risiko dar, wenn ihr nicht öfters alle am gleichen Ort (wie dem Haus von einer*m von euch) seid.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sprich niemals über vergangene Aktionen, nicht einmal mit den Leuten, mit denen du diese Aktionen durchgeführt hast.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Kehre niemals an den Tatort zurück, vor allem nicht nach kurzer Zeit, um den Erfolg deiner Aktion zu begutachten. Die Polizei wird auf den kleinsten Anhaltspunkt aus sein. (Viele Kriminelle der unterschiedlichsten Art sind auf diese unnötige Weise gefangen worden, weil sie sich das Ergebnis ihres Verbrechens ansehen wollten.)&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Besprecht euch NIEMALS in Gebäuden, nicht einmal wenn es der sicherste Ort der Welt zu sein scheint, denn die Polizei hat schon die unglaublichsten Orte verwanzt, um Aktivist*innen zu fangen. Alles, was mit illegalen Aktivitäten oder subversiven Ideen in Verbindung gebracht werden kann, sollte an sehr sicheren Orten besprochen werden. Dieser Punkt kann nicht genug betont werden; einige extrem schlaue und effiziente Aktivist*innen sind auf diese Weise ertappt worden. Es ist so einfach, nachlässig zu werden und sich in der Wohnung eines Freundes oder einer Freundin zu besprechen: lasst es einfach sein. Es gibt vermutlich nichts viel Schlimmeres, als deine eigenen Worte, die du vor ein paar Wochen ausgesprochen hast, schwarz auf weiß in Beweismaterial niedergeschrieben zu sehen, das gegen dich verwandt wird. Es sollte natürlich auch nichts Verdächtiges übers Telefon gesagt werden. Und: Wenn die Polizei deinen Telefonanschluss überwacht, überwacht sie vermutlich auch die öffentlichen Telefone in deiner Nähe. Kein Telefon oder Gebäude ist sicher. Diese einfache Sicherheitsmaßnahme ist den geringen Aufwand wert.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Stelle sicher, dass deine Adresse dich auf keine Weise mit einer Tierrechts-/Tierbefreiungsphilosophie in Verbindung bringt, insbesondere mit nichts Illegalem.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Überdenke ständig deine Ziele, Methoden und Strategien, plane realistisch und mit kühlem Kopf. Es dauert eine Weile, den Mut zu finden, regelmäßig direkte Aktionen durchzuführen. Aber sobald du begriffen hast, dass es eigentlich ziemlich einfach ist, ist es wichtig, dass du dich daran erinnerst, wen und was du dir zum Feind machst. Es ist schon zu oft passiert, dass Erfolg zu Selbstüberschätzung geführt hat, was wiederum zu Leichtfertigkeit führt.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;Dies sind nur einige sehr grundlegende Punkte, die du in Betracht ziehen solltest. Leider sind Tierbefreier*innen in der Vergangenheit oft in diese Fallen getappt, weil sie dachten: „Mir wird das schon nicht passieren.“ Aber es kann dir passieren und ist bereits passiert; und wenn wir uns nicht entschließen, uns völlig dem Untergrund zuzuwenden und Tierbefreiung mit der Ernsthaftigkeit zu behandeln, die sie verdient, wird es auch weiterhin passieren.&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
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      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Schüsse auf Transformatoren legen Umspannwerke lahm</title>
      <link>https://aktion-fea.de/stromnetz/transformatoren-schie%C3%9Fen-umspannwerke/</link>
      <pubDate>Sat, 11 May 2019 14:54:18 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/stromnetz/transformatoren-schie%C3%9Fen-umspannwerke/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;figure class=&#34;right top10&#34;&gt;&lt;a href=&#34;buckskin-substation-transformer-shooting.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;buckskin-substation-transformer-shooting-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Beschädigter Trafo, durch Einschuss ist Öl ausgelaufen&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Beschädigter Trafo, durch Einschuss ist Öl ausgelaufen
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;h2 id=&#34;sabotage&#34;&gt;Sabotage&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im Mai 2019 bekannte sich Stephen McRae schuldig, 2016 in Utah ein Umspannwerk angegriffen und mit einem Springfield 30-40-Gewehr auf die Kühlfinnen eines Transformators geschossen zu haben. Aus dem Kühler leckte Öl in das Auffangbecken; ohne Kühlöl überhitzte der Transformator und fiel aus.&lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Der sich daraus ergebende Stromausfall hatte für über 7 Stunden Auswirkungen auf Tausende von Anwohner*innen in zwei Landkreisen, die während der darauf folgenden sechs- bis zwölfmonatigen Reparaturperiode nur aufgrund eines mobilen Umspannwerkes überhaupt Strom hatten.&lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;McRae gestand schließlich, dass er über 18 Monate hinweg vier Umspannwerke angegriffen hatte:&lt;sup id=&#34;fnref:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;1. April 2015: Umspannwerk in Libson Valley, San Juan County, UT&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;31. August 2016: Umspannwerk in Quinn River, Humboldt County, NV&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;14. September 2016: Baker Substation, White Pine County, NV&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;25. September 2016: Buckskin Electrical Substation, Kane County, UT&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Interessanterweise konnten wir über die ersten drei Anschläge keine Presseberichte finden, daher wissen wir nicht, ob er auch dort wie in der Sabotage bei Buckskin auf Kühlfinnen geschossen hat. Die Öffentlichkeit erfuhr erst im Jahr 2019, nachdem er einen Deal mit dem Gericht geschlossen hatte, von den früheren Attacken, was bedeutet, dass es vielleicht weitaus mehr Angriffe auf die Infrastruktur von fossilen Energien und Stromnetz gibt, als wir vermuten. Es könnte auch bedeuten, dass McRaes Angriffe auf diese Umspannwerke darin erfolglos waren, Ausrüstung zu beschädigen oder die Stromversorgung zu unterbrechen, weshalb die Medien nicht darüber berichteten. Vielleicht erfahren wir irgendwann mehr darüber.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Staatsanwält*innen klagten McRae nur des Angriffs auf das Buckskin-Umschaltwerk an, was bedeuten könnte, dass sie keine starken Beweise gegen McRae hatten, was die anderen Zwischenfälle angeht. Die Medienberichte haben nicht erwähnt, wie die Ermittler*innen McRae fangen konnten, aber die Informationen, die zugänglich sind, weisen stark darauf hin, dass McRae mit jemandem geredet hat, mit dem er nicht hätte reden sollen. Nachdem die Garkane Energy Cooperative ein Kopfgeld von 50.000 $ ausgelobt hatte,&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;[&amp;hellip;] berichtete ein vertraulicher Zeuge der [FBI Joint Terrorism Task Force] und dem Sheriff von Kane County, dass McRae einen blauen Container in seinem 1990er Isuzu-Geländewagen aufbewahre, in dem sich ein Gewehr befinde. McRae brachte diesen Container angeblich Anfang Oktober in den Keller eines Motels.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der Zeuge berichtete der Polizei außerdem, dass McRae gesagt habe, er habe in Nevada „Zeug kaputt geschossen&amp;quot; und, um unnötige Aufmerksamkeit zu vermeiden, in kleinen Läden Munition gekauft.&lt;sup id=&#34;fnref:4&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:4&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-effektivität-und-das-risiko-darin-auf-transformatoren-zu-schießen&#34;&gt;Die Effektivität und das Risiko darin, auf Transformatoren zu schießen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Durch den &lt;a href=&#34;https://en.wikipedia.org/wiki/Metcalf_sniper_attack&#34;&gt;Angriff auf das Umspannwerk von Metcalf&lt;/a&gt; demonstrierte McRae, dass die einfache Taktik, auf die Kühlvorrichtung auf Transformatoren zu schießen, kritische Bestandteile des Stromnetzes für Monate beschädigen kann. Das Risiko scheint niedrig; niemand wurde jemals für die Sabotage in Metcalf verhaftet und McRae griff über 17 Monate hinweg drei Umschaltwerke an, ohne dass es irgendwelche Anzeichen dafür gibt, dass er dafür gefangen worden wäre. Seine Verhaftung nach der vierten Attacke war dank eines Informanten, was die Wichtigkeit davon unterstreicht, alle Informationen nur mit jenen zu teilen, die diese wirklich wissen müssen. Jene, die die Energieinfrastruktur angreifen, sollten davon ausgehen, dass hohe Belohnungen für Informationen über ihre Aktionen ausgelobt sein werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber obwohl Transformatoren im Stromnetz eine kritische Rolle spielen, bedeutet langfristiger Schaden an diesen Komponenten nicht notwendigerweise eine langfristige Lähmung des Systems. Das Stromnetz ist dafür gebaut, den Ausfall eines einzigen wichtigen Knotenpunktes zu verkraften, weshalb es im Fall von Metcalf überhaupt keine Stromausfälle gab. Die Sabotage von McRae verursachte einen stundenlangen lokalen Stromausfall, was darauf schließen lässt, dass der Ausfall sogar eines kleinen Knotenpunktes die Stromversorgung einer relativ überschaubaren Gruppe von Konsument*innen unterbrechen kann. Aber wenn die Betreiber*innen des Stromnetzes die Elektronen nicht einfach umleiten können, stellen sie den Stromfluss schnell mit Reservetransformatoren und mobilen Umspannwerken wieder her. Es bräuchte vermutlich den Ausfall von mehreren Knotenpunkten, wie er in der hypothetischen &lt;a href=&#34;https://operationcircuitbreaker.wordpress.com/chapter-6-operation-circuit-breaker/&#34;&gt;Operation Circuit Breaker&lt;/a&gt; beschrieben ist, um nachhaltige Unterbrechungen zu erzeugen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;ökosabotage-ein-größerer-plan&#34;&gt;Ökosabotage? Ein größerer Plan?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;McRae handelte vermutlich nicht als Ökosaboteur. So weit wir wissen, griff er vier kleine ländliche Umspannwerke an, die vor allem lokale Konsument*innen bedienten. Ein Ökosaboteur hätte vermutlich zunächst an einem kleinen Umschaltwerk geübt und wäre dann zu größeren Zielen übergegangen, die er – gleichzeitig oder schnell hintereinander – angegriffen hätte, um die Stromversorgung für industrielle Ziele wie Fabriken und und die Infrastruktur für fossile Rohstoffe zu unterbrechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dan McClendon, der CEO von Garkane Energy, gesteht ein:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;[&amp;hellip;] Der Schaden an dem Umschaltwerk beinhaltete drei Schüsse durch jemanden, der wusste, was er tat, und der ein Ölleck verursacht hat. „Es war schlimm“, sagte McClendon, „aber es hätte noch schlimmer sein können.“&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Weil der Konzern keinen Zugang zu anderen Energiequellen hat, war es notwendig, ein mobiles Umschaltwerk einzusetzen, um die Stromversorgung wiederherzustellen, da die Reparaturen am Umschaltwerk mehrere Monate dauerten.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;„Die mobilen Umschaltwerke funktionierten und darüber bin ich froh, denn einen Plan C hatte ich nicht“, sagte er.&lt;sup id=&#34;fnref:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es wäre interessant gewesen, zu sehen, ob und wie McRae seine Angriffe eskaliert hätte, um „Plan B“ zu sabotieren, wenn er nicht mithilfe eines Informanten verhaftet worden wäre. Vielleicht hatte er die Absicht, eine Folgeattacke auf den mobilen Transformator durchzuführen, den Buckskin über die vielen Reparaturmonate hinweg einsetzte, oder auch auf andere Umschaltwerke im Netzwerk.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Allerdings hatte McRae vielleicht keinen größeren, zusammenhängenden Plan. Nachdem er auf einen Anwalt verzichtet und ein „kurzes, zusammenhangloses Statement, das auf einer Postkarte niedergeschrieben war“, eingereicht hatte, in dem er sich mit dem Protagonisten eines John-Steinbeck-Buches verglich, wurde er psychologischen Evaluationen unterzogen, um zu bestimmen, ob er fähig sei, sich vor Gericht zu verantworten.&lt;sup id=&#34;fnref1:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Wir haben nicht genug Information, um zu wissen, ob er gute Gründe hatte, sich dem Informanten anzuvertrauen, der zu seiner Verhaftung beitrug, aber wenn man seine scheinbaren Schwierigkeiten, sich im Gerichtssystem zurechtzufinden bedenkt, wirkt es wahrscheinlich, dass McRae seine Strategie nicht methodisch durchgeplant hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch ist seine Aktion eine interessante Fallstudie über das Potenzial von Ökosabotage mit dem Ziel, die fossilen Energien abzuschalten. Ein weiteres Beispiel für direkte Aktion sind die &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;DAPL-Ökosaboteurinnen Ruby &amp;amp; Jessica&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.justice.gov/usao-ut/pr/mcrae-pleads-guilty-destruction-energy-facility-admits-he-used-rifle-fire-shots-cooling&#34;&gt;McRae Pleads Guilty To Destruction Of Energy Facility; Admits He Used Rifle To Fire Shots Into Cooling Fins&lt;/a&gt;, US Department of Justice, 10. Mai 2019&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.deseretnews.com/article/865663594/Power-company-offers-rare-50K-reward-for-information-on-vandalism.html&#34;&gt;Power company offers rare $50K reward for information on vandalism&lt;/a&gt;, Deseret News, 29. September 2016&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:3&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.stgeorgeutah.com/news/archive/2019/05/11/mkh-southern-utah-man-pleads-guilty-to-shooting-up-substation-faces-8-years-in-prison/&#34;&gt;Southern Utah man pleads guilty to shooting up substation, faces 8 years in prison&lt;/a&gt;, St George News, 11. Mai 2019&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:4&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://archive.sltrib.com/article.php?id=4947185&amp;amp;itype=CMSID&#34;&gt;Utah man accused of shooting So. Utah transformer and knocking out power&lt;/a&gt;, &lt;em&gt;The Salt Lake Tribune&lt;/em&gt;, February 15, 2017&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:4&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:5&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.sunews.net/article.cfm?articleID=2358&#34;&gt;Whatever happened to Stephen McRae?&lt;/a&gt;, Southern Utah News, 29. März. 2018&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Die Lieferkette von Fracking-Sand</title>
      <link>https://aktion-fea.de/kritische-infrastruktur-systeme/fracking-sand-lieferkette/</link>
      <pubDate>Wed, 17 Apr 2019 12:25:54 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/kritische-infrastruktur-systeme/fracking-sand-lieferkette/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;figure class=&#34;center&#34;&gt;&lt;img src=&#34;frac-sand-mine-wisconsin.jpg&#34;
         alt=&#34;Mine für Fracking-Sand in Wisconsin&#34;/&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Mine für Fracking-Sand in Wisconsin
                    &lt;a href=&#34;https://www.fractracker.org/2016/01/7-sand-mining-communities-part-1/&#34;&gt;&lt;br&gt;FRACTRACKER&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;Fracking von Gas und Öl hängt davon ab, dass Gestein gewaltsam geöffnet wird, normalerweise durch &lt;a href=&#34;https://www.kunc.org/post/why-you-need-explosives-bunker-fracking&#34;&gt;Sprengstoff&lt;/a&gt;, wonach eine giftige Lösung aus Wasser, Chemikalien und Sandkörnern mit Hochdruck hineingepumpt wird. Riesige Mengen – bis zu 25 000 Tonnen pro Quelle – von diesem &lt;a href=&#34;https://geology.com/articles/frac-sand/&#34;&gt;Frackingsand&lt;/a&gt; vergrößern die aufgesprengten und unter Druck gesetzten Risse im Gestein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis 2018 dominierten Minen aus dem mittleren Westen der USA den Frackingsand-Nachschub. Seit Mitte 2017 sind in einem verzweifelten Rettungsmanöver der &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/cascading-failure/shale-oil-fracking-dying-fire&#34;&gt;stark verschuldeten Frackingindustrie&lt;/a&gt; ungefähr zwei dutzend Minen in der Permian-Basin-Region eröffnet worden. Die Frackingindustrie versucht, durch die Förderung von schlechter geeignetem aber billigerem Sand Kosten zu sparen. Diese Minen könnten Ende 2019 zwei Drittel des Bedarfs an Frackingsand in den USA liefern&lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;half left&#34;&gt;&lt;a href=&#34;us-frac-sand-mines.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;us-frac-sand-mines-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Frackingsand-Minen in den USA&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;
                    &lt;a href=&#34;https://rbnenergy.com/everything-has-changed-the-frac-sand-revolution&#34;&gt;RBN Energy&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
 &lt;figure class=&#34;half right&#34;&gt;&lt;a href=&#34;permian-frac-sand-mines.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;permian-frac-sand-mines-s.jpg&#34;
          alt=&#34;Frackingsandminen im Permian Basin&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
             &lt;p&gt;
                     &lt;a href=&#34;https://rbnenergy.com/everything-has-changed-the-frac-sand-revolution&#34;&gt;RBN Energy&lt;/a&gt;
 				&lt;/p&gt;
         &lt;/figcaption&gt;
 &lt;/figure&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Außer dass sie die schmutzige Förderung von fossilen Rohstoffen fördern, indem sie eine wichtige Komponente liefern, sind &lt;a href=&#34;https://www.youtube.com/watch?v=4QZ5DoEuBzs&amp;amp;index=7&amp;amp;list=PLhyuEATzj_ixw3YELmf3IB3klv-At6pK&#34;&gt;Sandminen&lt;/a&gt; selbst zerstörerisch, energiehungrig und verschmutzen Wasser. Die erforderlichen Schritte&lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Bäume, Büsche und andere Vegetation töten und forträumen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Mutterboden abtragen und dadurch die Mikroben-Gemeinschaften abtöten, von denen seine Fruchtbarkeit abhängt&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Sandstein sprengen, ausgraben und zerbrechen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Diesen mit LKWs oder Förderband zu einer Aufbereitungsanlage transportieren, die entweder bei der Quelle oder woanders ist&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Sand waschen, trocknen, untersuchen und sortieren&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Sand mit Zug und/oder LKW transportieren&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Transporte per Zug und LKW sind anfällig: Zuglinien sind durch Blockaden und mithilfe von &lt;a href=&#34;https://hackaday.com/2016/12/14/protesters-use-jumper-cables-to-block-trains/&#34;&gt;Starterkabeln&lt;/a&gt; unterbrochen worden, wenn auch einzelne Zwischenfälle keine weiteren oder lang anhaltenden Resultate haben. LKW-Transport ist dezentralisiert, weshalb es schwer ist, darauf Einfluss zu nehmen. Aber 2019 erwarten Industrieanalyst*innen fast 6 000 Rundfahrten von Sand-LKWs pro Tag, mit denen Sand von einem Ballungsgebiet von Sandminen zwischen dem Midland- und dem Delaware-Becken transportiert werden. Fernstraßen in der Nähe der Minen werden zu potentiellen Engpässen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Frackingsand ist vielleicht am angreifbarsten in den Phasen, die vom &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#stromnetz&#34;&gt;Stromnetz&lt;/a&gt; abhängen, einschließlich während seines Transports auf Förderbändern, in Aufbereitungsanlagen und während des Ver- und Entladens auf Züge und LKWs. Wenn die Elektronen aufzuhören zu fließen, passiert dem Sand dasselbe. Die Industrie geht mehr und mehr zu einem Fließbandbetrieb über, der zu Effizienzgewinnen führt, wenn alles läuft wie geplant, der aber auch sehr leicht einer Kettenreaktion von Ausfällen anheimfallen kann. Wenn Frackingstandorte auf Just-in-time-Sandlieferungen angewiesen sind, können außergewöhnliche Verzögerungen zu überproportionalen Kosten führen. RBN Energy erklärt&lt;sup id=&#34;fnref:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Das hydraulische Fracking einer typischen Quelle im Permian-Becken, die 3km breit ist, benötigt ungefähr 12 500 Tonnen Frackingsand – genug Sand, um mehr als 500 große Sand-LKWs zu füllen. Dieser Sand muss bereitstehen – geliefert, entladen, gelagert und für die Verwendung vorbereitet werden. Wenn dies nicht passiert, wird die Offenlegung der Quelle und der Beginn der Produktion verzögert werden oder der Frackingprozess wird nach seinem Beginn gestoppt werden – eine Todsünde in der Welt des Fracking.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Einen stetigen Nachschub an Frackingsand hin zu diversen Quellen im Permianbecken und anderen Schiefergebieten sicherzustellen ist wie Flugsicherung [&amp;hellip;] Das Ziel ist es, Fahrzeit und Wartezeit zu minimieren – entweder bei der Sandmine (wo der Sand verladen wird) oder auf dem gepachteten Gebiet, wo lange Schlangen dazu führen können, dass Fahrer*innen stundenlang warten müssen, wenn die Geschwindigkeit der Lieferungen nicht richtig gemanagt wird.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Probleme bei zentralisierten Verladestellen können Effekte auf mehrere Frackingstandorte haben. Ein Beispiel ist die Black-Mountain-Sandmine&lt;sup id=&#34;fnref:4&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:4&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Eine Armee von LKWs ist notwendig, um so viel Sand zu den Orten zu transportieren, an denen gefrackt wird. Und sie müssen auf effiziente Weise in die Minen rein und wieder raus kommen. Ein automatisiertes System, das weiß, welcher Sand auf welchen LKW soll, beschleunigt das System. Aber die LKWs kommen so schnell nach, dass sich in der Schlange schnell ein Stau bilden kann. An einem Nachmittag letztens standen mehrere LKWs an. An einem wirklich hektischen Tag stehen bis zu 100 an.&lt;sup id=&#34;fnref:5&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:5&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Eine Blockade durch Aktivist*innen, ein Stromausfall, Störungen der Beladeausrüstung oder Schäden an der Hardware oder Software des automatisierten Systems würden den Beladeprozess viel ineffizienter machen – oder ihn vielleicht ganz lahmlegen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;das-größere-ganze&#34;&gt;Das größere Ganze&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Anfang 2019 ist die Sandförderung in der Bustphase&lt;sup id=&#34;fnref:6&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:6&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; des typischen Boom-und-Bust-Zyklus von Gebrauchsgütern. Mehrere Minen sind im Leerlauf.&lt;sup id=&#34;fnref:7&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:7&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;7&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Eine Störung des Nachschubs von einer Mine oder einer Aufbereitungsanlage kann einfach durch andere Minen behoben werden; wenn Aktivist*innen die Stilllegung einer Mine oder Anlage erzwingen würden, könnte der Betrieb in den Minen, die im Leerlauf sind, wieder aufgenommen werden, um die Nachfrage zu bedienen. Auf Minen, Aufbereitungsanlagen oder dezentralisierten Transport abzuzielen, wäre Teil einer &lt;a href=&#34;#/attrition&#34;&gt;Zermürbungsstrategie&lt;/a&gt; und würde vermutlich keine systemischen Auswirkungen haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz dazu sind LKW-Beladestationen die Transportengpässe vor der letztendlichen Reise zu den Bohrorten. Ein Betriebsausfall in diesen Stationen würde den kritischen Nachschub von Sand hin zu mehreren Fracking-Operationen auf einmal aufhalten, daher wäre es wahrscheinlicher, dass so &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#kettenreaktion-der-ausf%C3%A4lle&#34;&gt;eine Kettenreaktion von Ausfällen&lt;/a&gt; ausgelöst werden könnte.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://finance.yahoo.com/news/us-silica-holdings-inc-slca-211201571.html&#34;&gt;US Silica Q4 2018 Earnings Call&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://wgnhs.uwex.edu/wisconsin-geology/frac-sand-mining/frac-sand-mining-process/&#34;&gt;Frac sand: How is it mined?&lt;/a&gt;&amp;rdquo;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:3&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://rbnenergy.com/everything-has-changed-part-4-the-frac-sand-revolution&#34;&gt;The Frac Sand Revolution&lt;/a&gt;&amp;rdquo; Teil 4, 16. April 2019&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:4&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.blackmountainsand.com/resources/frac-sand-loading/&#34;&gt;Frac Sand Load-in Proccess&lt;/a&gt;, Frackingsandverladung bei Black Mountain Sand&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:4&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:5&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-07-10/once-worthless-commodity-now-fetches-billions-in-plains-of-texas&#34;&gt;Worthless Just Two Years Ago, West Texas Sand Now Brings in Billions&lt;/a&gt;&amp;rdquo;, 10. Juli 2018&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:5&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:6&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-02-06/texas-size-glut-of-frack-sand-means-19-drop-in-prices-rystad&#34;&gt;Texas-Size Glut of Frack Sand Means 19% Drop in Prices&lt;/a&gt;&amp;rdquo;, 6. Februar 2019&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:6&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:7&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://www.houstonchronicle.com/business/energy/article/As-pipeline-shortage-slows-Permian-output-sand-13264406.php&#34;&gt;As pipeline shortage slows Permian output, sand miners take hit&lt;/a&gt;&amp;rdquo;, 27. September 2018&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:7&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Von Reform zu Devolution: Jem Bendells Tiefenanpassung</title>
      <link>https://aktion-fea.de/bessere-zukunft/reform-devolution-bendell-tiefenanpassung/</link>
      <pubDate>Thu, 11 Apr 2019 18:25:47 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/bessere-zukunft/reform-devolution-bendell-tiefenanpassung/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;p&gt;Umweltschützer*innen stehen für das 3R-Motto: &lt;em&gt;Reduce, Reuse, Recycle&lt;/em&gt; – auf deutsch: Verringern, Wiederverwenden, Recyceln. Das sind gute Praktiken, aber nicht genug für einen Notfall wie den unseren. Um die bevorstehenden ökologischen und sozialen Krisen besser bewältigen zu können, schlagen wir drei andere „R“s vor: &lt;em&gt;Resilience, Relinquishment, Restoration&lt;/em&gt; – Widerstandsfähigkeit, Verzicht, Erneuerung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gleichzeitig sehen uns die 3 „V“s der Realitätsverweigerung an, die zu dem Desaster, in dem wir stecken, beigetragen haben: &lt;em&gt;Verdrängung&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Verdrehung&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Vermeidung&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir orientieren uns an Jem Bendells Aufsatz „&lt;a href=&#34;http://www.lifeworth.com/deepadaptation.pdf&#34;&gt;Deep Adaptation&lt;/a&gt;&amp;quot;, in dem er andere Expert*innen im Feld der Nachhaltigkeit dazu auffordert, nicht mehr an einem irreparablen System herumzudoktorn und sich stattdessen auf den Zusammenbruch vorzubereiten. Unter der Oberfläche seiner größtenteils entspannten und formellen Prosa weist er auf eine noch radikalere Notwendigkeit hin: das industrielle System muss aktiv ersetzt werden. Dabei wird es sich weniger um eine Revolution als vielmehr um eine Devolution handeln – die Übertragung von Macht und Entscheidungsgewalt an lokale Gemeinschaften.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;figure class=&#34;left vertical top25&#34;&gt;&lt;img src=&#34;jem-bendell.jpg&#34;
         alt=&#34;Jem Bendell&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;h2 id=&#34;jem-bendell&#34;&gt;Jem Bendell&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Bendell hat einen Hintergrund im Feld Nachhaltigkeit in Business und Finanzwesen und nach 20 Jahren Karriere in diesem Feld eine &lt;a href=&#34;https://jembendell.wordpress.com/about/&#34;&gt;beeindruckende Liste an Errungenschaften&lt;/a&gt;. Als er sich zum ersten Mal seit 1994 mit der Klimawissenschaft auseinandersetzte, kam er zu der gleichen schockierenden Erkenntnis wie wir: Die Begrenzung der Erwärmung auf 2 °C ist aufgrund von politischen, nicht wissenschaftlichen Erwägungen gewählt worden; wir haben unser Kohlenstoffbudget bereits ; „grüne“ Technologie und Politik sowie Jahrzehnte des Umweltschutzes „haben unter dem Strich nicht zu einem positiven Ergebnis geführt“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie wir hält er nun einen katastrophalen Klimawandel und einen gesellschaftlichen Zusammenbruch in der nahen Zukunft für unausweichlich, was die Arbeit, mit der sich sein Feld traditionell beschäftigt, größtenteils irrelevant werden lässt. Geringfügige Fortschritte in der Umsetzung einer Agenda, die sich mehr für industrielle Entwicklung als für wahre Nachhaltigkeit einsetzt, ist sinnlos, wenn jegliche Gewinne von gleichzeitigen Verlusten in den Schatten gestellt werden. „Beispielsweise wäre es sinnlos, einen Fortschritt in den Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen der White Star Line mit dem Kapitän der Titanic zu diskutieren, während diese im eisigen Wasser des Nordatlantiks versinkt.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bendell schrieb das nüchterne Werk „&lt;a href=&#34;http://www.lifeworth.com/deepadaptation.pdf&#34;&gt;Deep Adaptation&lt;/a&gt;“ für Kolleg*innen, die sich der hohen Wahrscheinlichkeit eines gesellschaftlichen Zusammenbruchs oder der Möglichkeit eines Aussterben der Menschheit in der nahen Zukunft nicht bewusst sind, daher ist sein Aufsatz lesenswert, wenn diese Konzepte neu für dich sind. Wir werden einige der psychologischen Grundlagen dafür erkunden, warum wir kollektiv beim Kurswechsel versagt haben. Außerdem werden wir Bendells Framework der Tiefenanpassung erklären und diese auf unser Ziel – die fossilen Energien abzuschalten – beziehen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&#34;die-drei-v-s-der-realitätsverweigerung&#34;&gt;Die drei V-s der Realitätsverweigerung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wir verarbeiten Informationen oft nach den Regeln von „Perspektiven, von denen wir wollen, dass wir und andere sie haben, und nicht danach, was die Daten uns nahelegen.“ Soziale Normen verstärken diese Selbstzensur noch, da die Leute Angst haben, den sozialen Frieden mit der Wahrheit darüber zu stören, wie schlimm die Zustände wirklich sind. Expert*innen im Feld der Nachhaltigkeit riskieren ihre Karriere, wenn sie das optimistische Narrativ anzweifeln, das von „Entwicklung“ und „Fortschritt“ erzählt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Soziologe Stanley Cohen hat in seinem Buch &lt;em&gt;States of Denial&lt;/em&gt; einen theoretischen Rahmen für das Phänomen der Verleugnung von Tatsachen begründet. In näherer Vergangenheit haben der Soziologe Ron Kramer und der Autor &lt;a href=&#34;https://www.resilience.org/stories/2012-03-17/sociological-explanations-climate-change-denial/&#34;&gt;John Foster&lt;/a&gt; jeweils seine Gedanken auf die Leugnung des Klimawandels angewandt.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right vertical header2&#34;&gt;&lt;img src=&#34;states-of-denial-cohen.jpg&#34;
         alt=&#34;Phasen der Verleugnung von Stanley Cohen&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h3 id=&#34;verdrängung&#34;&gt;Verdrängung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Diese Form der Verleugnung&lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; wird aktiv angewandt, um Apathie zu rechtfertigen oder um sich von der Realität abzuschirmen. Bequeme Bürger*innen geben sich Unterhaltung und Ablenkung hin und wissen, dass sie von der Realität abgekoppelt sind. Diese Ablenkung besteht nicht nur aus Fernsehserien und Sport, sondern beinhaltet auch kommerziell geprägte Berichterstattung und politisches Spektakel. Vorgekaute Memos von der eigenen Subkultur oder von politisch Gleichgesinnten zu akzeptieren bedeutet ebenso sehr, schwierigen Wahrheiten aus dem Weg zu gehen, wie gar nicht nachzudenken.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;verdrehung&#34;&gt;Verdrehung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Diese Art der Verleugnung akzeptiert die Fakten, gibt ihnen aber eine andere, verdrehte Bedeutung. Die Leugnerin oder der Leugner glaubt diese ungewöhnliche Interpretation vielleicht wirklich. Oder vielleicht nutzt er oder sie sie, um den Diskurs zynisch zu unterminieren. Klima-„Skeptiker*innen“ nutzen die Verleugnung durch Interpretation, wenn sie Erwärmung durch Industrialismus eingestehen, aber behaupten, dass dies unter dem Strich zu Vorteilen wie mehr Pflanzenwachstum und glücklichen Tagen im milden Wintersonnenschein führen werde.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;vermeidung&#34;&gt;Vermeidung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Umweltschützer*innen geben sich meist nicht der ignoranten oder der interpretativen Verleugnung hin, einer impliziten Verleugnung aber schon – sie akzeptieren die Fakten und verstehen sie auch, weichen aber den logischen Schlussfolgerungen aus. Natürlich können wir auf vernünftige Weise über diese Schlussfolgerungen diskutieren, aber die meisten würden mit Fosters Einschätzung übereinstimmen: „Es gibt eine endlose Anzahl von Maßnahmen, die Leute ergreifen können, um ‚etwas zu tun‘, ohne sich mit der Realität des Klimawandels wirklich auseinandersetzen zu müssen, von lokalen Initiativen für Transition-Towns über Onlinepetitionen bis hin dazu, dem Flugverkehr abzuschwören.“ Ein moralisches, erfüllendes Leben zu führen bedeutet, sich mit den Implikationen unserer Umweltkrisen auseinanderzusetzen. Nur wer den ausgetretenen Pfad der Realitätsverleugnung verlässt, kann eine bedeutsame Alternative wählen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht nur Individuen, sondern ganze Umweltschutzorganisationen geben sich dieser Politik des Vermeidens und Wegsehens hin. Von großen grünen NGOs, die von Spenden abhängen und die Gesetzgebung zu beeinflussen versuchen, bis hin zu rauflustigen Radikalen, die sich mit Besetzungsaktionen einen Ruf verdienen wollen – alle Gruppen wollen effektiv wirken und sich effektiv fühlen. Aber die ökologische Zerstörung ist von furchteinflößendem Ausmaß und in unserem Normalzustand tief verankert; im Gegensatz dazu können typische Übergrundtaktiken, &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#materialschlacht&#34;&gt;die auf Zermürbung basieren&lt;/a&gt;, selten einen bedeutsamen Wandel erzielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aktivist*innen werden dazu verleitet, ökologisch fatale Kompromisse als das einzig realistisch machbare Ergebnis zu akzeptieren oder langfristige systemische Ziele aufzugeben und stattdessen gelegentliche kleine Siege gegen einzelne Projekte zu verfolgen. Wenige gestehen ein, dass wir den Krieg verlieren; noch weniger Leute denken darüber nach, was das für zukünftige Aktionen bedeutet. Individuen und Gruppen vermeiden es, ihre eigene Effizienz zu analysieren, und reden sich stattdessen darauf hinaus, dass sie „wenigstens überhaupt etwas tun“. Obwohl ein derartiger Selbstbetrug verständlich ist, da er eine Stärkung der eigenen Kampfmoral bedeutet – die angesichts wenig gewürdigter Arbeit und herzzerreißender Verluste bitter nötig ist – unterminiert er auch die Bewegung. Die Realität zu leugnen, damit wir uns fühlen, als ob unsere Arbeit wenigstens irgendetwas wert wäre, ist gefährlich und letztendlich nicht erfüllend. Wir müssen unsere Aktionen effektiver werden lassen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&#34;wählen-wir-unser-narrativ&#34;&gt;Wählen wir unser Narrativ&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Menschen sind nicht so rational, wie wir gerne glauben. Bendell skizziert eine Reihe von Szenarien, die sich Leute vorstellen, die akzeptieren, dass ein wie auch immer gearteter Kollaps wahrscheinlich ist:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Übergang zu einer zuträglichen Post-Konsumgesellschaft&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Katastrophaler Niedergang ohne Hoffnung auf eine erträgliche Zukunft&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Aussterben der Menschheit in naher Zukunft&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;transition-to-better-life.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;transition-to-better-life-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Der Übergang zu einem besseren Leben&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Der Übergang zu einem besseren Leben
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;catastrophic-descent-collapse.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;catastrophic-descent-collapse-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Katastrophaler Niedergang&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Katastrophaler Niedergang
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;near-term-human-extinction.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;near-term-human-extinction-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Aussterben der Menschheit in naher Zukunft&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Aussterben der Menschheit in naher Zukunft
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wir wählen als Menschen eher auf Basis unseres bevorzugten Narrativs als auf Basis von Daten und Analysen unter diesen Alternativen. Auch weisen wir den Szenarien darauf basierend die Wahrscheinlichkeit und den Zeitpunkt ihres Eintreffens zu. Bendell selbst entscheidet sich, die Fakten so zu interpretieren, dass sie einen unweigerlichen Kollaps, eine wahrscheinliche Katastrophe und ein mögliches Aussterben der Menschheit nahelegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser psychologisches Bedürfnis nach Sinn beeinflusst, welche Geschichten wir zum Thema Zusammenbruch wählen. George Marshall erklärt, dass Menschen „ihre Anstrengungen in ihre Kulturen und sozialen Gruppen investieren, um sich ein Gefühl der Permanenz und des Überlebens nach dem Tod zu sichern“. Wir fürchten unterbewusst nicht nur die unmittelbare persönliche Gefahr des Zusammenbruchs, sondern den totalen Tod, der droht, wenn wir die ganze Gesellschaft verlieren, zu der wir beitragen möchten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Manche lehnen den Gedanken des gesellschaftlichen Zusammenbruchs ab, da ihn zu akzeptieren bedeuten würde, dem Leben alle Bedeutung zu nehmen; andere akzeptieren den Gedanken, um einen Vorwand für Untätigkeit und Hedonismus zu haben. Im Kontrast dazu könnten jene, die erwachsen genug und bereit für die Verantwortung sind, die Gelegenheit willkommen heißen, ein Vermächtnis von unvergleichlicher Weite und Langlebigkeit zu hinterlassen. Sie können einen Einfluss nicht nur auf ihre unmittelbare Gemeinschaft haben, sondern auf die Zukunft allen Lebens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir können das Schicksal der Menschheit nicht mit Sicherheit abschätzen – ob wir einen relativ sanften, langsamen Abstieg oder einen schmerzhaften Zusammenbruch vor uns haben, oder ob wir aussterben werden. Aber wenn nicht ein extrem unwahrscheinliches – und vollkommen vermeidbares – Szenario eintritt, in dem alles Leben bis hin zu den kleinsten bakteriellen Organismen ausgelöscht wird, sind unsere Aktionen bedeutsam. Je mehr Leben und Biodiversität es schafft, den Engpass des Industrialismus zu überleben, desto gesünder wird die Zukunft der Überlebenden sein. Wenn die Gesellschaft wie wir sie kennen zusammenbricht, wird es umso einfacher für die überlebenden Menschen sein, eine neue Gesellschaft aufzubauen, je intakter die Biosphäre ist. Wenn unsere Spezies ausstirbt, können andere Spezies sich umso schneller erholen, je weniger Schaden wir verursacht haben. Die Erholung von einem Massenaussterben dauert Millionen von Jahren, weshalb es ein bleibendes Vermächtnis bedeutet, eine Spezies oder ein Habitat vor der Zerstörung zu retten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Uns ist eine schwere Verantwortung übertragen worden und eine einmalige Gelegenheit, unserem Leben eine Bedeutung zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-drei-r-s-des-zusammenbruchs&#34;&gt;Die drei R-s des Zusammenbruchs&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Bendells „Tiefenanpassung“ akzeptiert, dass ein Zusammenbruch in naher Zukunft unvermeidlich ist. Er geht der Falle der &lt;em&gt;Vermeidung&lt;/em&gt; aus dem Weg, indem er klarsichtig fragt: „Was sollen wir tun?“ Seine Antwort dreht sich darum, die Kernwerte zu identifizieren, die wir behalten wollen, während wir neue Kulturen aufbauen. Er versucht nicht, spezifische Aspekte einer Tiefenanpassungsagenda herauszustellen (um nicht die Illusion zu bestärken, wir könnten wir die Umstände kontrollieren oder managen), aber er bietet ein Rahmenkonzept:&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&#34;resilience--widerstandsfähigkeit&#34;&gt;Resilience – Widerstandsfähigkeit&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wie können wir das behalten, was uns wirklich wichtig ist?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In institutionellen Diskussionen bedeutet Planung, die auf „Widerstandsfähigkeit“ aufbaut, oft, dass mehr oder weniger der Normalzustand beibehalten werden soll, einschließlich „Entwicklung“ und Wirtschaftswachstum. Aber wenn materieller „Fortschritt“ inkompatibel mit Nachhaltigkeit ist, ist es kontraproduktiv, darauf abzielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir können uns stattdessen von einer psychologischen Interpretation des Begriffs der Widerstandsfähigkeit inspirieren lassen, die die Fähigkeit, nach einem Rückschlag oder Verlust „wieder auf die Beine zu kommen“, in den Mittelpunkt stellt. In diesem Rahmen stellen wir gesellschaftliche Normen und Verhaltensweisen in den Mittelpunkt, die wir behalten (oder sogar verbessern) wollen. Diese umfassen beispielsweise Sicherheit und Stabilität, körperliche und geistige Gesundheit, Beziehungen zu Familie und Freunden, bedeutungsvolle Arbeit, Spiritualität und Interaktion mit der nicht-menschlichen Welt.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;left header3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;tree-planting-resilience.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;tree-planting-resilience-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Das Pflanzen von Bäumen: bedeutungsvolle gemeinschaftliche Arbeit in der Natur&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Das Pflanzen von Bäumen: bedeutungsvolle gemeinschaftliche Arbeit in der Natur
                    &lt;a href=&#34;https://treesatlanta.org/&#34;&gt;&lt;br&gt;Trees Atlanta&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;

&lt;h3 id=&#34;relinquishment--verzicht&#34;&gt;Relinquishment – Verzicht&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Was müssen wir loslassen, damit die Zustände nicht noch schlimmer werden?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser momentaner Lebensstil hat uns an den Rand dieses Zusammenbruchs gebracht. Wenn wir uns daran festklammern, wird der Absturz noch schmerzhafter. Um das zu behalten, was wir wirklich wollen, müssen wir viele Erwartungen und Gewohnheiten loslassen. Wir müssen industriellen Bergbau, industrielle Fischerei, Wald- und Landwirtschaft, Transportwesen, Produktion und Konsum &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#%C3%B6kologischer-kollaps&#34;&gt;abschaffen&lt;/a&gt;. Wir müssen uns vielleicht aus dicht besiedelten Städten, von Küsten, aus Wüsten und anderen Gebieten zurückziehen, die in einer überhitzten Welt unbewohnbar geworden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So oder so werden wir mit unseren nicht nachhaltigen Praktiken aufhören müssen. Wenn wir sie freiwillig und sobald wie möglich aufgeben, werden Individuen, Familien und Gemeinschaften die größtmögliche Autonomie und Zeit haben, um aus Fehlern zu lernen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;left header3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;suburbia-relinquish-transition.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;suburbia-relinquish-transition-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Die Vorstadt&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Die Vorstadt
                    &lt;a href=&#34;https://www.flickr.com/photos/thelastminute/15573199097&#34;&gt;&lt;br&gt;Duncan Rawlinson&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;

&lt;h3 id=&#34;restoration--erneuerung&#34;&gt;Restoration – Erneuerung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Was können wir erneuern, wiederherstellen, wieder aufleben lassen, damit wir die auf uns zukommenden Schwierigkeiten und Desaster besser überstehen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bendell schlägt vor, dass wir Landschaften verwildern lassen, unsere Ernährungsweise ändern, nicht-elektronische Arten zu spielen wiederentdecken und uns stärker auf das Lokale konzentrieren. Der Industrialismus hat die Grundlagen nicht nur von nicht-menschlichem Leben, sondern auch von menschlicher Kooperation erodiert. Wo man auch hinsieht, gibt es etwas zu tun. Der Mutterboden muss neu aufgebaut werden, &lt;a href=&#34;https://farmerscrub.blogspot.com/2013/11/low-maintenance-temperate-staple-crops.html&#34;&gt;mehrjährige Polykulturen&lt;/a&gt; müssen etabliert, Wälder aufgeforstet, Dämme zerstört, Spezies und Habitate verteidigt werden. Menschliche Gemeinschaften brauchen bestimmte Fähigkeiten für die Postkohlenstoffgesellschaft sowie Übung darin, zusammenzuarbeiten, eine Betonung des Lokalen in allen Bereichen einschließlich Nahrung, Energie, Bildung, Entscheidungsfindungsprozesse, Bauwesen, Handel und Durchsetzung von Normen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;left header3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;perennial-polyculture-restoration.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;perennial-polyculture-restoration-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Mehrjährige Polykultur&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Mehrjährige Polykultur
                    &lt;a href=&#34;https://farmerscrub.blogspot.com/2014/07/perennial-greens-planting-plan.html&#34;&gt;&lt;br&gt;Permaculture, Perennial Polycultures &amp;amp; Resistance&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;fazit-zeit-aktiv-zu-werden&#34;&gt;Fazit: Zeit, aktiv zu werden&lt;/h2&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Wenn wir die Hoffnung aufgeben, dass eine bestimmte Lebensweise fortgeführt werden kann, eröffnen wir uns die Möglichkeit, auf alternative Hoffnungen zu setzen.“&lt;/em&gt; – &lt;a href=&#34;http://www.slate.com/articles/technology/future_tense/2017/07/why_climate_change_discussions_need_apocalyptic_thinking.html&#34;&gt;Tommy Lynch&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Bendell und andere kritische Denker*innen sehen den unvermeidlichen Kollaps unserer Gesellschaft voraus, den wahrscheinlichen katastrophalen Zerfall von menschlichen Gemeinschaften und die Möglichkeit eines Aussterbens der Menschheit in der nahen Zukunft. Die Eliten wollen die Öffentlichkeit vor einer derartigen Analyse „schützen“, damit nicht Betroffenheit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung entstehen. Ein derartiger Paternalismus ergibt in Hollywoodfilmen Sinn, in denen Desaster etwas sind, was passiven Opfern passiert, die ihrem vorgeschriebenen Schicksal oft in einen grauenvollen Tod folgen. Aber in der Realität erscheinen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung als angemessene Reaktionen auf unsere Zwangslage und sind vielleicht notwendige Vorläufer von sinnvoller Aktion. Bendell hat beobachtet, dass seine Analyse nicht zu Apathie oder Depression führte, wenn er sie in einer von Hilfe und Unterstützung geprägten Umgebung mit seinen Student*innen teilte, sondern zu einem positiven Fokus auf die Zukunft. Welches Szenario auch eintreten mag, wir können Risiken und Schäden immer noch minimieren und mildern. Wenn wir uns entscheiden, was wir behalten, was wir aufgeben und was wir erneuern werden, hören wir auf, Opfer zu sein, und werden zu Handelnden, die ihr eigenes Schicksal und das des Planeten formen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Kleinen können Leute freiwillig auf eine bescheidenere Lebensweise umsteigen und damit sich selbst und ihre Gemeinschaften besser auf den Zusammenbruch vorbereiten. Tragischerweise zeigt die Gesellschaft auf einer internationalen Ebene keine Anzeichen eines freiwilligen Wandels hin zu einer vernünftigen und nachhaltigen Lebensweise – tatsächlich wird das &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/sanfter-%C3%BCbergang/wahnwitziges-experiment/&#34;&gt;wahnwitzige Experiment&lt;/a&gt;, das im Gange ist, noch weiter auf die Spitze getrieben. 7,7 Milliarden Menschen klammern sich an einer überladenen Ausziehleiter fest, die von ökologischen Systemen gehalten und vom Netz des Lebens gesichert wird. Aber unsere Gesellschaft reißt jeden Tag Löcher in dieses Netz und sprengt Stücke ihrer Grundlage fort, während gleichzeitig jeden Tag 227.000 Menschen mehr auf der Leiter stehen als am Tag zuvor. Für jeden Schritt, den aktive Individuen in Richtung fester Boden unternehmen, zieht der globale Industrialismus die Leiter zehn Schritte weiter aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine radikale aber unweigerliche Schlussfolgerung läuft durch Bendells ganzes Werk: da der Zusammenbruch unausweichlich ist, wird der Übergang sanfter sein, je schneller er eintritt. Er schlägt vor, dass die Leute „sich in Solidarität zusammenschließen müssen, um dieses System, das von uns verlangt, dass wir uns an Umweltzerstörung beteiligen, entweder zu unterminieren oder zu zerstören“. Es ist nicht genug, wenn wir uns nur als Individuen dem Verzicht verschreiben; wir müssen durch Zwang die tödliche Macht des Industrialismus brechen. Menschliche und nicht-menschliche Gemeinschaften von Ausbeutung zu befreien, die von fossilen Energien ermöglicht wird, eröffnet Freiräume für Erneuerung und eine Besinnung auf das Lokale. Habitate und Spezies vor Zerstörung zu schützen wird allen zukünftigen Wesen, menschlich wie nicht-menschlich, zugute kommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn du bereit bist, diese Devolution auszulösen und das reichhaltigste und langlebigste Vermächtnis, das möglich ist, zu hinterlassen, erfahre hier mehr darüber, &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#wie-wir-es-schaffen&#34;&gt;wie wir die fossilen Energien abschalten können&lt;/a&gt; und wie du &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#werde-aktiv&#34;&gt;aktiv werden kannst&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;weiteres-lesematerial-auf-englisch&#34;&gt;Weiteres Lesematerial (auf englisch)&lt;/h2&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;http://lifeworth.com/deepadaptation.pdf&#34;&gt;Deep Adaptation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;http://jembendell.wordpress.com/&#34;&gt;Jem Bendell&amp;rsquo;s blog&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Austausch zwischen Bendell und Jeremy Lent, dem Autor von &lt;em&gt;The Patterning Instinct&lt;/em&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Lent: &lt;a href=&#34;https://patternsofmeaning.com/2019/04/04/what-will-you-say-to-your-grandchildren/&#34;&gt;What Will You Say To Your Grandchildren?&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Bendell: &lt;a href=&#34;https://jembendell.wordpress.com/2019/04/10/responding-to-green-positivity-critiques-of-deep-adaptation/&#34;&gt;Responding to Green Positivity Critiques of Deep Adaptation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Lent: &lt;a href=&#34;https://patternsofmeaning.com/2019/04/11/our-actions-create-the-future-a-response-to-jem-bendell/&#34;&gt;Our Actions Create the Future&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;Cohen nennt dies „buchstäbliche Verleugnung&amp;quot;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Fracking &amp; Teersand: Wie Regenwald zu verbrennen</title>
      <link>https://aktion-fea.de/peak-oil-nicht-genug/fracking-teersand-regenwald-verbrennen/</link>
      <pubDate>Wed, 27 Mar 2019 15:46:36 -1000</pubDate>
      
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        &lt;figure class=&#34;left top25&#34;&gt;&lt;a href=&#34;rainforest-fire.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;rainforest-fire-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Brennender Regenwald&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;Fracking ist wie feuchten Regenwald zu verbrennen, um an suppige Holzkohle zu kommen. Genau wie Schieferölvorkommen mit &lt;a href=&#34;https://www.kunc.org/post/why-you-need-explosives-bunker-fracking&#34;&gt;Sprengstoff&lt;/a&gt; und einer Mischung aus Wasser, Chemikalien und &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/kritische-infrastruktur-systeme/fracking-sand-lieferkette/&#34;&gt;tausenden Tonnen Sand&lt;/a&gt; erschlossen werden, werden auch die Feuer in unserer Analogie vom brennenden Regenwald mit einem explosiven Cocktail aus Benzin, Chemikalien und Holz entfacht. Genau wie Fracking zunächst einen hohen Ertrag bringt, bevor dieser &lt;a href=&#34;permian-well-decline.png&#34;&gt;jäh zusammenbricht&lt;/a&gt;, bringt auch unser mit Benzin entfachter Waldbrand kurzzeitig eine große Menge Holzkohle, bevor er verglimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Konzerne müssen ständig neue Feuer legen, um weiterhin an Holzkohle zu kommen, aber da sie sinnvollerweise zunächst die trockensten Wälder verbrannt haben, sind die neuen Feuer weniger und weniger ertragreich. Die Konzerne zünden die früh verbrannten Waldstücke erneut an und hoffen, dass die Bäume, die von den ersten Feuern verschont wurden, einen größeren Kohleertrag bringen als unberührte feuchte Wälder – aber es gibt in den bereits verbrannten Gebieten nicht mehr viel Holz. Des weiteren gibt es bei der Förderung von Schieferöl sogenannte &lt;a href=&#34;https://www.desmogblog.com/2018/08/10/fracking-industry-cannibalizing-own-production-increasing-spill-risks&#34;&gt;Frac-Hits&lt;/a&gt;, bei denen neue Bohrungen ältere Förderquellen beschädigen. Ebenso behindern sekundäre Brände die immer noch glühenden älteren Brände, was den Holzkohleertrag senkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der stetige Nachschub an Holzkohle beeindruckt leichtgläubige Medien, Politiker*innen, Finanzmärkte und die Öffentlichkeit, aber die Konzerne investieren so viel Energie in ihre Operationen, dass sie unter dem Strich wenig zusätzliche Energie extrahieren. Die Industrie wirft keinen Profit ab. Die Konzerne versinken immer tiefer in ihren Schulden, während sie immer mehr Geld leihen, um die Wälder nicht erlöschen zu lassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In ihrem verzweifelten Versuch, neue Investor*innen anzuziehen, um ihren verlustreichen Plan fortzusetzen, fördern die Konzerne die Holzkohle so schnell wie möglich. Indem sie versuchen, so viel kurzfristigen Ertrag wie möglich zu produzieren, nutzen sie Ressourcen auf ineffiziente Weise und verbrennen Holz, ohne zu versuchen, seine Energie zu nutzen. Sie fluten den Markt mit so einer Masse an Ware auf einmal, dass diese billig verkauft wird und das überschüssige Material tausende Meilen weit über das Meer transportiert werden muss.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right&#34;&gt;&lt;img src=&#34;natural-gas-flaring.jpg&#34;
         alt=&#34;Brennendes Erdgas&#34;/&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Brennendes Erdgas
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Diese massive Geld- und Zeitverschwendung verwandelt ein riesiges Reservoir von lebenspendendem, sicher gebundenem CO2 in tödliches, den Planeten erhitzendes Gas. Gleichzeitig verteilen sich Ruß und Chemikalien und vergiften den Boden und das Grundwasser. Straßen und Feuer fragmentieren und zerstören Habitat und verwandeln Artenvielfalt in Asche. Benzin und Holz geben als Finale ihrer Reise durch schädliche Förderung, Verarbeitung und Beförderung bei ihrer Verbrennung weiteres CO2 ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Teersande sind, um bei der Analogie zu bleiben, wie ein Regenwald, der von einer Schlammlawine begraben wurde, weshalb die Konzerne die mit Wasser durchtränkten Bäume ausgraben müssen, um sie zu verbrennen. Obwohl sie nicht endlos neue Feuer entzünden müssen, investieren die Firmen im Vorweg große Summen in Maschinerie zur Bewegung von Erde und zur Verarbeitung von Bäumen und bezahlen dann durchgehend für Förderung und Verarbeitung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konzerne behaupten ständig, dass Verbesserungen, was Effizienz und Technologie angeht, sie bald profitabel machen würden, aber das Fazit der Geschichte ist, dass Regenwälder einfach nicht gut brennen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;peak-oil-ist-da&#34;&gt;Peak Oil ist da&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Förderung von Schieferöl und Teersanden bestätigt, dass die Industriegesellschaft ihren Vorrat an leicht erreichbarer Energie erschöpft hat. Peak Oil ist da. Tragischerweiser hat dies kein aggressives Umdenken hin zu Nachhaltigkeit inspiriert, sondern gezeigt, dass wir abhängig von Energie sind und sogar die schmutzigsten, zerstörerischsten und minderwertigsten Energiequellen ausbeuten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir können nicht darauf warten, dass Peak Oil die Verbrennung von fossilen Brennstoffen beendet, wir müssen den Fluss aktiv abstellen. Wir können damit anfangen, das &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/cascading-failure/shale-oil-fracking-dying-fire&#34;&gt;dahinsterbende Feuer des Schieferöls&lt;/a&gt; zu löschen.&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Die 73 Regeln der Spionage von Allen Dulles</title>
      <link>https://aktion-fea.de/sicherheitskultur/73-regeln-spionage-allen-dulles/</link>
      <pubDate>Sat, 16 Mar 2019 11:53:25 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/sicherheitskultur/73-regeln-spionage-allen-dulles/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;p&gt;Allen Dulles, der zwischen 1952 und 1961 gefeierter CIA-Direktor war, fasst die Erkenntnisse, die er in Jahrzehnten der Unterwanderung &amp;amp; asymmetrischen Kriegsführung gesammelt hat, in 73 Regeln der Spionage zusammen. Die meisten dieser Regeln sind für heutige Untergrundaktivist*innen so relevant wie für Spion*innen vor 60 Jahren. Wenn du Arbeit im Untergrund in Erwägung ziehst, lies sie dir genau durch und denk darüber nach, wie du dein Risiko minimieren kannst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dulles&amp;rsquo; Regeln wurden zunächst in der Ausgabe von Herbst 2009 in&lt;/em&gt; Intelligence: Journal of U.S. Intelligence Studies &lt;em&gt;unter dem Namen &amp;ldquo;Insights On the Profession&amp;rdquo; mit einer Einleitung von James Srodes veröffentlicht (&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/73-spycraft-rules-allen-dulles.pdf&#34;&gt;PDF-Scan&lt;/a&gt;). Die englische Textversion von Dulles&amp;rsquo; Erkenntnissen ist &lt;a href=&#34;https://blogsofwar.com/hacker-opsec-with-the-grugq/&#34;&gt;The Grugq&lt;/a&gt; zu verdanken.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;

&lt;h2 id=&#34;einige-elemente-der-geheimdienstarbeit&#34;&gt;Einige Elemente der Geheimdienstarbeit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die stärkste Waffe, die ein Mann oder eine Frau in die Art Arbeit einbringen kann, die wir tun, ist sein oder ihr gesunder Menschenverstand. Die folgenden Notizen sollen ein bisschen davon und einige Anwendungsbeispiele dafür bieten. Einfacher Alltagsverstand, der durch eine gewisse Menge an Erfahrung zu einer Reihe an Regeln und Vorschlägen verdichtet wurde.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header2&#34;&gt;&lt;img src=&#34;shadowy-spy.jpg&#34;
         alt=&#34;Mysteriöse*r Spion*in&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;In unserem Beruf gibt es viele Tugenden, nach denen wir streben müssen. Die größte davon ist Sicherheitsdenken. Alles sonst muss ihm untergeordnet werden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sicherheitsdenken bedeutet nicht nur, großen Risiken aus dem Weg zu gehen. Es bedeutet auch, die Aufgaben des Alltags im Bewusstsein dessen durchzuführen, von welchen winzigen Details diese Sicherheit abhängt. Die kleinen Dinge sind in vielerlei Hinsicht wichtiger als die großen. Sie sind es, die einen am häufigsten verraten. Es ist konstante Achtsamkeit im Hinblick auf die kleinen Dinge, die Sicherheitsdenken als Gewohnheit und die Charaktereigenschaft etabliert.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Außerdem wird dem Mann oder der Frau, der oder die die tägliche Sicherheitsroutine außer Acht lässt, egal wie langweilig oder sinnlos sie manchmal erscheinen mag, die angemessene instinktive Reaktion fehlen, die bei größeren Angelegenheiten notwendig ist.8&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Egal wie brillant ein Individuum sein mag, egal wie stark sein guter Wille, wenn es ihm an Sicherheitsdenken mangelt, wird es sich irgendwann als Risikofaktor erweisen, nicht als Vorteil.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn du den Eindruck hast, dass ein*e neugierige*r Außenstehende*r vermutet, dass du nicht bist, wer du vorgibst zu sein, gesteh es niemals ein. Spiel weiterhin deine Rolle. Erstaunlich oft lassen sich Leute überzeugen, dass sie falsch lagen. Oder zumindest, dass du nur ein bisschen ‚das andere&amp;rsquo; bist. Wie auch immer, die Leute können denken, was sie wollen. Das Wichtigste ist, dass du ihre Vermutungen weder explizit noch implizit bestätigst.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sicherheit bedeutet natürlich nicht Stagnation oder Angst zu haben, zu handeln. Sicherheit bedeutet, dass man handelt, aber alle Risiken durch harte Arbeit auf ein Minimum reduziert.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Strapazier deine Tarnung nicht so sehr, dass die Durchführung deiner Aufgaben gefährdet wird; wir dürfen uns nie so sehr auf letzteres konzentrieren, dass wir ersteres vergessen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Du darfst niemals Dinge unbeaufsichtigt herumliegen lassen oder sie wo hinlegen, wo du sie vielleicht vergisst. Lerne, ohne großen Druck zu schreiben; die leere Seite unter der, auf der du schreibst, kann sonst gelesen werden. Achte auf dein Löschpapier. Wenn du ein Dokument zerstören musst, tu es gründlich. Trage so wenige Schriftstücke wie möglich mit dir herum und jedes so kurz wie möglich. Trage niemals ausgeschriebene Namen oder Adressen mit dir herum. Wenn du sie nicht auswendig lernen kannst, schreib sie in einem Code auf, den nur du verstehst. Kleine Zettel und Briefumschläge oder Karten und Fotos sollten zusammengeheftet werden, sonst kannst du sie verlieren. Aber wenn du ein Interview durchgeführt hast oder ein Treffen arrangiert, schreib alles nieder und bewahre die Informationen an einem sicheren Ort auf. Dein Gedächtnis kann sich irren.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Das größte Laster im Spiel ist Unachtsamkeit. Begangene Fehler können meist nicht korrigiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Das zweitgrößte Laster ist Eitelkeit. Sie hat viele schädliche Effekte.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Außerdem lernt jemand Aufgeblasenes nicht dazu. Und es gibt immer eine Menge zu lernen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Alkohol ist natürlich gefährlich. Ungezügeltes Interesse am anderen Geschlecht ebenso. Ersteres lockert die Zunge, letzteres ebenso. Außerdem verfälscht beides den Blick und führt zu Müßiggang. Beide helfen nur dem Feind.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Es hat sich wieder und wieder erwiesen, dass besonders Sex und Business getrennt gehalten werden müssen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;In diesem Beruf gibt es keine Arbeitszeiten. Das bedeutet, man ist niemals nicht bei der Arbeit. Man lebt sie. Man ist niemals unachtsam. Jeder Ort ist geeignet, um eine falsche Fährte zu legen (bei sozialen Zusammenkünften zum Beispiel, eine lockere Bemerkung hier, eine Phrase dort). Jeder Ort ist geeignet, um etwas zu lernen oder zu sammeln&amp;hellip; um nützliche Bekanntschaften zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Um den Begriff „keine Arbeitszeiten&amp;quot; noch gewöhnlicher auszulegen: es handelt sich hier ganz sicher nicht um einen Beruf, bei dem man seinen privaten Plänen Vorrang geben kann.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Das bedeutet nicht, dass man sich nicht entspannt oder Urlaub macht. Tut man das nicht, kann man keine gute Arbeit machen. Wenn es echten guten Willen und Enthusiasmus für die Arbeit gibt, wird man (außer in Ausnahmefällen) die zwei Lebensbereiche immer kombinieren, ohne dass die Arbeit darunter leiden muss.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Der größte materielle Fluch des Berufs ist zweifellos, all seinen Vorteilen zum Trotz, das Telefon. Es ist eine ständige Versuchung, sich der Nachlässigkeit hinzugeben. Und sogar wenn man es nicht auf unvorsichtige Weise benutzt, wird der Gesprächspartner es sehr oft tun, als warn&amp;rsquo; ihn. Geh immer davon aus, dass der Feind mithört, dass ein Anruf ihm immer einen Ansatzpunkt bieten kann. Zieh den Stecker vor jeder vertraulichen Unterhaltung. Noch besser ist es, kein Telefon im Zimmer zu haben oder es in einer Box oder einem Schrank aufzubewahren.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Manchmal, unter besonderen Umständen, kann es erlaubt sein, unverschlüsselte Post als Kommunikationskanal zu nutzen. Wenn keine besonderen Umstände vorliegen, die keine Alternative erlauben, sollte dies völlig vermieden werden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Post genutzt wird, ist es ratsam, Postfächer zu nutzen; das bedeutet, dass jemand deine Post empfängt und weiterleitet. Das sollte die einzige Funktion dieser Person sein. Sie sollte nicht Teil der Show sein. Sie sollte aufgrund einer persönlichen Freundschaft mit dir oder einem deiner Agent*innen gewählt werden. Die Erklärung, die du ihm oder ihr gibst, wird von den Umständen umhängen; die Briefe müssen natürlich unschuldig wirken. Ein Ausdruck, eine Unterschrift oder ein in die Nachricht eingebetteter Code wird die wahre Botschaft mitteilen. Der Brief muss so geschrieben sein, dass er zum sozialen Hintergrund des oder der Empfänger*in passt. Daher muss jede*r Autor*in Details über das Postfach besitzen, das ihm oder ihr zugewiesen ist. Ein bedeutungsloser Brief ist an sich verdächtig. Wenn allerdings eine Unterschrift oder ein bestimmter Ausdruck genug ist, um die Botschaft zu vermitteln, reicht schon eine Grußkarte.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Investiere lieber einen ganzen Tag in eine Reise, als ein Risiko einzugehen, indem du Telefon oder Post benutzt. Wenn du keine im Voraus verfasste Botschaft hast, die du übers Telefon mitteilen willst, wähle niemals die Nummer, bevor du über die Unterhaltung nachgedacht hast. Nicht einmal der Teil der Unterhaltung, der nur der Tarnung dient, sollte improvisiert sein. Aber übertreib es nicht. Die erste Regel ist auch hier, wie bei allen anderen Teilen des Berufs, natürlich zu wirken.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du einen Kontakt oder potentiellen Kontakt von einem öffentlichen Telefon aus angerufen hast und die Nummer nachgucken musstest, lass das Telefonbuch nicht offen auf der Seite liegen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du einen sicheren Unterschlupf für Treffen oder als Lager wählst, such einen Ort aus, der auch wirklich sicher ist. Wenn möglich, vermeide Häuser, die von anderen Häusern aus beobachtet werden können. Wenn das nicht geht, stelle sicher, dass die anderen Häusern denselben Eingang nutzen. Stelle auch sicher, dass keine der Diener*innen verdächtig sind. Besonders musst du natürlich auf die Bewohner*innen achten. Diese sollten, genau wie die Postfächer, diskret und aufgrund ihrer persönlichen Freundschaft mit einem Mitglied der Organisation ausgewählt sein. Auch hier gilt, dass die Geschichte, die ihnen erzählt wird, von den Umständen abhängen wird. Sie sollten in der Show keine andere Rolle spielen. Wenn es notwendig ist, dass sie es doch tun, sollten Hausbesuche so spät nachts wie möglich stattfinden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sei immer du selbst. Verhalte dich immer so, dass es unter den Umständen, die du für dich ausgewählt hast, natürlich wirkt. Das ist besonders wichtig, wenn du jemanden zum ersten Mal trifft, wenn du auf Berufsreise bist oder wenn du beruflich in einem Restaurant oder an einem öffentlichem Ort bist. In Zügen oder Restaurants haben Leute viel Zeit, um die, die in der Nähe sitzen, genau zu betrachten. Eine ruhige Person zieht wenig Aufmerksamkeit auf sich. Bemühe dich nicht zu sehr darum, einen Effekt zu erzielen. Das würdest du im normalen Leben auch nicht tun. Sieh deinen Job als etwas völlig Normales und Natürliches.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du beruflich unterwegs bist, sieh andere Leute so wenig wie möglich an und trödle nicht herum. Dann hast du eine gute Chance, nicht beachtet zu werden. Wer guckt, wird auch angeguckt.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Kleide dich auf eine Weise, die nicht auffällig ist oder ins Auge springt.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Steh nicht rum. Sei pünktlich und bestehe darauf, dass die, mit denen zu tun zu hast, auch pünktlich sind. Besonders wenn ihr euch in der Öffentlichkeit trefft; ein Mann, der herumsteht und wartet, zieht Aufmerksamkeit auf sich. Aber sogar wenn es nicht in der Öffentlichkeit ist, sieh zu, dass alle zur vereinbarten Zeit eintreffen. Zu früh anzukommen ist so unpraktisch wie zu spät.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du dich mit jemandem triffst, pass auf, dass dir niemand folgt. Sag der anderen Person, dass sie ebenfalls darauf achten soll. Aber übertreib nicht. Fahr nicht mit einem Taxi zu einer Adresse, die mit deiner Arbeit zusammenhängt. Wenn es nicht anders geht, stell sicher, dass du beim Einsteigen nicht beobachtet wirst. Oder gib eine andere Adresse an, zum Beispiel ein Café oder Restaurant in der Nähe.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Versuche Reisen zu Orten zu vermeiden, an denen du leicht zu bemerken bist. Wenn du solche Reisen unternehmen musst, wiederhole sie so selten wie möglich und tu alles, was möglich ist, um dort nicht aufzufallen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Deine wichtigen Termine sollten nachts stattfinden. Nutze die Dunkelheit. Wenn nachts nicht möglich ist, leg die Termine auf den frühen Morgen, wenn die Leute nur halb wach sind und nicht so sehr auf seltsame Geschehnisse achten.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Vermeide es, Treffen und Unterhaltungen in Cafés und Bars stattfinden zu lassen. Vor allem sollte der erste Kontakt nie dort gemacht werden. Es sollte draußen sein. Beschreibe zu treffende Personen genau, mit vielen Details, und beschreibe ein oder zwei besondere Merkmale, die die Person auszeichnen. Nutz ein Passwort, das ohne schwerwiegende Konsequenzen der falschen Person gegeben werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn Gespräche nicht in einem sicheren Unterschlupf stattfinden können, geh mit der anderen Person auf dem Land spazieren. Friedhöfe, Museen und Kirchen sind nützliche Orte, die du im Hinterkopf behalten solltest.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Nutz dein eigenes Urteilsvermögen, um zu entscheiden, ob du mit zufällig Mitreisenden oder Tischgenoss*innen reden solltest. Es kann nützlich sein. Es kann auch schädlich sein. Oder es kann gar keine Auswirkungen haben. Aber bevor du dich in eine echte Unterhaltung begibst, überleg, ob es dir zum Nachteil werden kann, wenn dich diese bestimmte Person in Zukunft entdecken und erkennen kann. Habe immer etwas zum Lesen dabei. Das wird dir nicht nur viel Langeweile ersparen, es ist auch ein Schutzschild, wenn du eine Unterhaltung beenden oder einer aus dem Weg gehen willst.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sei immer höflich, aber übertreib es nicht. Sei angenehm zu Leuten, die dich öfters sehen werden, wie Angestellten in Hotels und Restaurants, Taxifahrer*innen und Zugpersonal. Sie könnten sich eines Tages als nützlich erweisen. Gib ihnen großzügiges Trinkgeld, aber übertreib es auch hier nicht. Gib ihnen ein bisschen mehr als andere – außer wenn deine Tarnidentität das nicht zulässt. Aber gib Kellner*innen, Taxifahrer*innen usw. nur normales Trinkgeld, wenn du beruflich unterwegs bist. Gib ihnen keinen Anlass, nicht einmal einen angenehmen, sich an dich zu erinnern. Sei so kurz angebunden und lässig wie möglich.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Unbeschwertheit und Selbstbewusstsein sind nicht für alle selbstverständlich. Diese Eigenschaften müssen gewissenhaft kultiviert werden. Nicht nur, weil sie uns persönlich helfen, sondern auch, weil sie bei unseren Kontaktpersonen zu einer ähnlichen Einstellung führt.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sei niemals emotional intensiv und dramatisch vor jemandem, bevor du ihn davon überzeugt hast, dass du ein vernünftiger Mensch bist.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du nach jemandem angelst, führ ihn dahin, wo du ihn haben willst; setz ihm die offensichtliche Idee in den Kopf und bring ihn dazu, sie vorzuschlagen. Wenn es notwendig ist, drück – auf taktvolle Weise – einen wehmütigen Unglauben an die Möglichkeiten, die er vorschlagen soll, aus. „Wie schön es doch wäre, wenn jemand&amp;hellip; aber natürlich usw. usf.“ Und halte dir immer die Möglichkeit einer Ausflucht offen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sieh niemals die Loyalität anderer als selbstverständlich. Sieh sehr selten jemanden als über allen Zweifel erhaben. Denk daran, dass wir davon leben, andere in die Irre zu führen. Andere leben davon, uns in die Irre zu führen. Wenn andere nicht die Fassade von anderen Leuten für die selbstverständliche Wahrheit halten würden, würden wir niemals unsere Ziele erreichen. Der Feind hat Leute, die so schlau sind wie wir; wenn sie hereingelegt werden können, kann es uns auch passieren. Also sei wachsam.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Betrüg dich vor allem nicht selbst. Entscheide nicht, dass jemand anders vertrauenswürdig oder in guter Verfassung ist, weil du dir wünscht, dass es so ist. Es stehen Leben auf dem Spiel.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du einen neuen Kontakt hast, sieh dich als kleine*n aber eifrige*n Botschafter*in, bis du dir deiner Kontaktperson sicher bist. Hab eine „Drittperson“ im Hintergrund, für die du handelst und gegenüber der du verantwortlich bist. Wenn deine „Übergeordneten“ streng sind, wenn „sie“ sich entscheiden, den Kontakt abzubrechen, ist es nicht deine Schuld und du kannst sogar so tun, als täte es dir persönlich leid. „Sie“ sind immer sehr auf Resultate bedacht und sehr geizig mit Geld, bis „sie“ diese Resultate haben. Wenn diese Resultate vorliegen, senden „sie“ immer Glückwünsche und Bestärkungen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Versuch Agent*innen zu finden, die nicht nur für das Geld arbeiten, sondern auch aus Überzeugung. Aber denk daran, dass man nicht nur von Überzeugung leben kann. Wenn sie finanzielle Hilfe brauchen, gib sie ihnen. Und vermeide „benebelte“ Idealist*innen, die den Kopf in den Wolken haben.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sei deinen Agent*innen ein*e wahr*e Freund*in. Denk daran, dass sie eine menschliche Seite haben und binde sie an dich, indem du Interesse an ihren persönlichen Angelegenheiten und ihrer Familie zeigst. Aber lass die Freundschaft niemals stärker als dein berufliches Pflichtgefühl werden. Dieses muss immer über allen gefühlsmäßigen Überlegungen stehen. Sonst könnte deine Sicht getrübt werden, dein Urteilsvermögen geschwächt, und du könntest sogar zögern, deine Leute in Gefahr zu bringen. Deine Nachsicht ihnen gegenüber kann auch dazu führen, dass sie andere in Gefahr bringen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Verdien dir das Vertrauen deiner Agent*innen, aber vertrau ihnen selber nicht mehr als notwendig. Dein*e Agent*in kann wegfallen oder mit dir streiten; es kann aus einer ganzen Reihe an Gründen besser sein, sich von ihm oder ihr zu trennen. In dem Fall ist es natürlich besser, wenn die fragliche Person nicht zu viele Informationen besitzt. Ebenso offensichtlich ist es, dass ein*e Agent*in in die Hände des Feindes fallen kann. Daher ist es sowohl ihm oder ihr als auch der Show gegenüber unfair, wenn die Person mehr weiß als notwendig.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn dein*e Agent*in von Zeit zu Zeit eine Weile frei hat, ist das sehr gut. Während dieser Ferien sollte er oder sie sich in anderen Feldern und anderen Kapazitäten zeigen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Bring dem Agenten oder der Agentin zumindest grundlegende Techniken bei. Überlass es nicht der Person selbst und ihrem Urteilsvermögen, während du auf das Beste hoffst. Bestehe eine lange Zeit darauf, dass sie nicht zu viel Initiative zeigt, sondern die Anweisungen, die du ihr gibst, strikt ausführt. Ihre Initiative wird noch getestet werden, wenn sich unerwartete Umstände ergeben. Schimpf, wenn die Person einen Fehler macht, lob sie, wenn sie gute Arbeit verrichtet.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Hab keine Angst, streng oder sogar barsch zu anderen zu sein, es ist deine Pflicht. Es wird ebenso erwartet, dass du zu dir selbst streng bist. Im Ernstfall kommt es weder auf deine Gefühle noch auf die von anderen an. Nur die Arbeit – die Leben und die Sicherheit von jenen, die dir anvertraut sind – zählt.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Denk daran, dass du kein Recht hast, etwas von anderen zu fordern, was du selbst nicht bereit bist zu tun. Lass dich andererseits nicht zu einem spontanen und unnötigen Zurschaustellen persönlichen Muts hinreißen, das das ganze Schussgefecht gefährdet. Oft braucht es mehr Mut, jemand anders zu bitten, etwas zu tun, als es selbst zu tun. Aber wenn es die richtige Herangehensweise ist, musst du es so machen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du einen Agenten hast, der dir wirklich sehr wichtig ist, der für die Organisation fast schon essentiell ist, versuch ihn das nicht wissen zu lassen. Impliziere, ohne ihn zu demütigen, dass es andere Optionen und andere Gruppen gibt, von denen er nichts weiß, und dass es – obwohl er und seine Gruppe gute Arbeit verrichten – ein Mosaik gibt, von dem sie nur ein Teil sind.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Lass niemals zu, dass dein Agent die Zügel übernimmt. Wenn du das nicht alleine sicherstellen kannst, gibt es immer noch die furchteinflößenden „Vorgesetzten“.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Aber wenn dein Agent das Gebiet, in dem er arbeitet, besser kennt als du, sei immer bereit, auf seinen Rat zu hören und ihn um Hilfe zu bitten. Wer vor Ort ist, kann die Lage besser einschätzen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Ebenso: wenn du Anweisungen von deinen Vorgesetzten bekommst, die dir kontraproduktiv erscheinen, zögere nicht, dich diesen Anweisungen zu widersetzen. Du bist da, damit du auf Fakten hinweisen kannst. Das ist besonders dann der Fall, wenn ein schweres Sicherheitsrisiko vorliegt und es keinen entsprechenden Vorteil gibt, für den dieses Risiko in Kauf genommen werden kann. Also steh in dem Fall mit aller Kraft für deine Ansichten ein.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du mehrere Gruppen hast, halte sie getrennt, bis der Moment für gemeinsames Handeln gekommen ist. Halte deine Kanäle getrennt; und versuch wenn möglich neue zu öffnen. Jede Trennung und jeder neuer Kanal minimiert das Risiko eines Totalverlusts. Das Öffnen neuer Kanäle gibt dir außerdem die Möglichkeit, einen einzelnen Kanal stillzulegen, was oft sehr vorteilhaft ist.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Setz die Dinge niemals in Bewegung, bevor du alle Details verstanden hast, egal ob es sich um große oder kleine Angelegenheiten handelt. Verlass dich nicht auf dein Glück. Auf Pech kannst du dich schon eher verlassen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du Bot*innen nutzt, die an sich vertrauenswürdig sind (hier sollte wiederum das wichtige Element der persönlichen Freundschaft eine Rolle spielen) aber die besser im Dunkeln darüber bleiben sollten, was genau sie transportieren, ist kommerzielles Schmuggeln oft ein guter Vorwand. Abgesehen davon, dass es ein guter Grund für Geheimhaltung ist, ist es spannend für die Person und bietet eine Rechtfertigung dafür, Bezahlung anzubieten. Außerdem wird der oder die Bot*in so in etwas verwickelt, bei dem es in seinem oder ihrem Eigeninteresse ist, es geheimzuhalten.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Um diesen Vorwand glaubhafter zu machen, sollte, wenn nur ein Brief oder Dokument zu transportieren ist, dieses immer versiegelt in ein Paket gelegt werden, das als Attrappe dient und das unversiegelt ist.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Die Zutaten für jedes neue Projekt sind: ernsthafte Erkundung des Felds und der verfügbaren Elemente; das Auffinden einer oder mehrerer Schlüsselpersonen; sichere Umgebungen, in denen diese getroffen werden können; Unterschlüpfe für Treffen; Postfächer; Bot*innen; das Bestimmen von natürlichen Tarnidentitäten und Vorwänden für Reisen, etc.; Arbeitsteilung; Aufteilung in Zellen; die Gefahr darin, dass sich persönliche Freundschaften zwischen den Elementen herausbilden (das ist sehr wichtig); Vermeiden von Wiederholungen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Es sollte, außer in Sondermissionen, nicht auf schnelle Resultate abgezielt werden, was die ganze Show abschießen kann, sondern auf den Beginn einer Serie an Resultaten, die aufeinander aufbauen und die, weil die Show die richtigen Schutzmechanismen hat, um die Tarnung aufrecht zu erhalten, zu Erkenntnissen führen wird.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Ein ernsthaftes Aufbauen von Grundlagen ist wichtiger als überhastete Aktion. Die Organisation besteht nicht nur aus den Leuten, die aktiv arbeiten, sondern auch aus den potentiellen Agent*innen, die du dort hast, wo sie gebraucht werden könnten, und die du aktivieren kannst, wenn es notwendig ist.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Genau wie bei einer Organisation ist es auch bei einem Individuum. Seine erste Aufgabe in einem neuen Feld ist es, alles außer seiner Grundlagenarbeit – dem Aufbau seiner Tarnidentität – zu vergessen. Sobald die Leute ihn in dieser Identität erkennen, ist seine Arbeit halb getan. Die Leute sehen so viel als selbstverständlich an und finden es schwer, ihre einmal gebildete Meinung über jemanden zu ändern. Nur eine schockierende Erkenntnis kann ihre Sicht auf jemanden ändern. Es liegt an dir, sicherzustellen, dass dies nicht geschieht. Wenn sie misstrauisch werden, denk nicht, dass alles verloren wäre und du die Niederlage akzeptiere müsstest. Konzentrier dich auf deine Tarnung und bau sie neu auf. Die Leute werden zunächst verwirrt und dann überzeugt sein.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Die Tarnung, die du wählst, wird davon abhängen, was du erreichen willst. Ebenso das Sozialleben, das du aufbaust. Es kann notwendig sein, ein aktives Sozialleben zu haben; es kann besser sein, sich im Hintergrund zu halten. Du musst dich darauf trainieren, nicht von Wunschdenken geleitet zu werden und nicht zu denken, dass das, was du möchtest, auch die beste Option wäre.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Deine Tarnung und dein Sozialverhalten sollten natürlich so gewählt werden, dass sie zu deinem Hintergrund und Charakter passen. Sie sollten nicht zu sehr zur Bürde werden. Nutze sie gut. Sie sollten sich bei deinen Mitmenschen mit der Zeit fest einprägen. Wenn dein Name in Unterhaltungen aufkommt, müssen sie etwas über dich zu sagen haben, etwas Konkretes, was nichts mit deiner wirklichen Arbeit zu tun hat.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Der Ort, an dem du lebst, ist oft ein schwieriges Problem. Hotels sind selten zufriedenstellend. Eine eigene Wohnung, in der du alles unter Kontrolle hast, ist zu bevorzugen; wenn du sie mit einem*r diskreten Freund*in teilen kannst, der oder die nicht in diesem Beruf arbeitet, umso besser. Dann kannst du dich zuhause entspannen und ein normales Leben führen und er oder sie trägt auch zu deiner Tarnung bei. Du musst natürlich sehr vorsichtig sein, wenn du deine Diener*innen auswählst. Aber es ist besser, eine*n verlässliche*n Diener*in zu haben als gar keine*n. Sonst kann z.B. nicht dein Telefon repariert werden, wenn du weg bist. Und wenn du ungeliebtem Besuch aus dem Weg gehen willst (oder einem unwillkommenen Anruf), kann ein*e Diener*in diesen abwimmeln.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn ein Mann verheiratet ist, kann die Anwesenheit einer Ehefrau ein Vor- oder Nachteil sein. Es kommt auf die Beschaffenheit des Jobs an – und auf die Persönlichkeit der Ehepartner.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sollte ein Ehemann seiner Frau sagen, was er beruflich tut? Es ist selbstverständlich, dass Leute, die diese Art Arbeit verrichten, Umsicht und Urteilsvermögen besitzen. Wenn ein Mann seine Frau für vertrauenswürdig hält, kann er ihr natürlich sagen, was er tut, ohne ihr gleich die vertraulichen Details von konkreten Missionen mitzuteilen. Es wäre weder ihm noch ihr gegenüber fair, wenn er sie im Dunkeln lassen würde, es sei denn, es gäbe schwerwiegende Gründe dafür. Eine Ehefrau müsste dann natürlich in den gleichen Verhaltensweisen unterwiesen werden wie eine Agentin.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du von deiner Arbeit weg bist und von deinen anderen Kontakten umgeben, darfst du nicht zu viel wissen. Oft wirst du deine Eitelkeit unterdrücken müssen, die dich dazu bringen will, zu zeigen, was du weißt. Das ist besonders schwer, wenn du eine falsche Behauptung hörst oder Ereignisse falsch wiedergegeben werden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Nicht zu viel zu wissen bedeutet nicht, nichts zu wissen. Wenn es keinen besonderen Grund dafür gibt, ist es nicht gut, wie ein Trottel zu wirken oder wie jemand, dem es an Umsicht fehlt. Das verleitet andere nicht dazu, dir zu vertrauen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Zeig deine Intelligenz, aber schweig über alles, was mit deinem Auftrag zu tun hat. Überlass das Reden anderen. Manchmal ist es gut, persönlich interessiert zu wirken, als „gute*r Patriot*in, der oder die alles, was vielleicht nützlich sein könnte, durch die offiziellen Kanäle weiterleiten will.“&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wenn du denkst, dass jemand etwas Nützliches weiß oder auf andere Weise nützlich sein kann, denk daran, dass Komplimente den meisten Leuten gefallen. Wenn ehrliches Lob schwierig ist, funktioniert Schmeichelei auch.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Soweit es mit deinen Prinzipien vereinbar ist, mach es allen recht. Aber verrat deine Prinzipien nicht. Die stärkste Kraft in der Show bist du. Dein moralischer Kompass, dein Respekt für dich und andere. Und es ist deine Aufgabe, die Umstände deinem Willen anzupassen, nicht, dich von den Umständen verbiegen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Handle in deiner Arbeit immer im Einklang mit deinem eigenen Gewissen. Führ von Zeit zu Zeit ein Kreuzverhör mit dir selbst durch. Du kannst nie mehr geben als dein Bestes; nur dein Bestes ist gut genug. Und denk daran, dass es nur auf die Arbeit ankommt - nicht auf dich als Person, außer es geht um die Befriedigung, die mit guter Arbeit einhergeht.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Dieser Beruf ist einer der besten, egal wie klein deine Rolle scheinen mag. Zahllose Leute würden alles geben, um ihn ausüben zu dürfen. Behalt das im Kopf und wertschätze dieses Privileg. Egal was andere tun, spiel deine Rolle gut.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Verfall nie in einen Trott. Werd nicht nachlässig. Es gibt immer neue Kanäle hinter der nächsten Kurve, man kann immer neue Änderungen und Variationen erfinden. Starre Arbeitsgewohnheiten führen zu unvorsichtigem Verhalten und zum Aufgedecktwerden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Im Zweifelsfall überschätz den Feind lieber. Unterschätze ihn auf jeden Fall nicht. Aber lass dich davon nicht zu Nervosität oder Mangel an Selbstvertrauen verleiten. Lass dich nicht aus dem Konzept bringen und sei sicher, dass du deine Gegner*innen mit harter Arbeit, geistiger Ruhe und damit, dich nie ganz zu verraten, immer, immer übertrumpfen kannst.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Letztlich und vor allem: DENK AN DEINE SICHERHEIT.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;P.S. Die obigen Punkte sind nicht dafür bestimmt, mit oberflächlichem Interesse überflogen zu werden. Sie sind – allesamt – ernsthafte Aufmerksamkeit wert und sollten zumindest von Zeit zu Zeit noch einmal gelesen werden. Es ist außerdem wahrscheinlich, dass es hier und dort Punkte gibt, die besondere Relevanz für die momentane Situation von jeder Person, die sie liest, haben. In diesem Fall sollten diese Punkte natürlich sofort umgesetzt werden.&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Gedrucktes Material</title>
      <link>https://aktion-fea.de/strategie-verbreiten/gedrucktes-material/</link>
      <pubDate>Thu, 14 Mar 2019 05:58:02 -1000</pubDate>
      
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      <description>
        
        
        &lt;p&gt;Bitte hilf bei der Verbreitung unserer Analyse, indem du dieses Material herunterlädst, druckst und verteilst.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;lesezeichen&#34;&gt;Lesezeichen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;figure class=&#34;left download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/Stop-Fossil-Fuels-book-inserts.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;download.png&#34;
         alt=&#34;Dateidownload&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;

 Hilf mit, in lokalen Büchereien und Buchläden „Werbung“ für Fossile Energien abschalten zu machen, indem du diese Lesezeichen druckst und in Bücher über unsere Umwelt und unsere kollektive Zukunft steckst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Halte Ausschau nach momentan beliebten Büchern, nach Titeln auf Amazons Bestsellerliste zum Thema &lt;a href=&#34;https://www.amazon.de/gp/bestsellers/books/15777461/&#34;&gt;Umweltpolitik&lt;/a&gt;, oder durchsuche relevante Kategorien:&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;right&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/Stop-Fossil-Fuels-book-inserts.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;book-inserts.jpg&#34;
         alt=&#34;Dateidownload&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;304.2 — Humanökologie&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;333.72 — Erhaltung und Schutz&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;363.7 — Umweltprobleme&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;574.5 — Ökologie&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;631.58 — Spezielle Anbaumethoden&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;693.9 — Bauen mit anderen Materialien&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;(Hinweis: Die obige Klassifizierung basiert auf der Dewey-Dezimalklassifikation, die von einigen, aber nicht allen Bibliotheken eingesetzt wird. Richte dich im Zweifelsfall nach dem System der fraglichen Bücherei.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Belletristikautor*innen, die lohnenswerte Ziele sein können:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Margaret Atwood&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Richard Powers — &lt;em&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/review-overstory-richard-powers/&#34;&gt;The Overstory&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Daniel Quinn&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h2 id=&#34;pamphlete&#34;&gt;Pamphlete&lt;/h2&gt;
&lt;figure class=&#34;right download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/stop-fossil-fuels-quarter-page.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;stop-fossil-fuels-quarter-page.jpg&#34;
         alt=&#34;Viertelseitiges Flugblatt&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;&lt;figure class=&#34;left download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/stop-fossil-fuels-quarter-page.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;download.png&#34;
         alt=&#34;Dateidownload&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;

 Ein beidseitig in schwarz und weiß bedrucktes Blatt, auf dem Fossile Energien abschalten sowie Strategie &amp;amp; Taktiken vorgestellt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Blatt Papier ist genug für zwei Pamphlete, die jeweils eine viertelseitige Oberfläche haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Druck es aus, schneide es durch und falte es in der Mitte. Optional: schneide schwarze Ränder ab, falls sich welche ergeben, damit es besser aussieht.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;figure class=&#34;right download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/ruby-jessica-dapl-ecosaboteurs.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;ruby-jessica-dapl-ecosaboteurs.jpg&#34;
         alt=&#34;Pamphlet über Ruby &amp;amp; Jessica&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;&lt;figure class=&#34;left download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/ruby-jessica-dapl-ecosaboteurs.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;download.png&#34;
         alt=&#34;Dateidownload&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;

 Ein zweiseitig bedrucktes Blatt mit dem Inhalt unserer &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby Montoya &amp;amp; Jessica Reznicek: DAPL-Ökosaboteurinnen&lt;/a&gt;-Seite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Druck es aus und knick es in der Mitte.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;figure class=&#34;right download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/valve-turners.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;valve-turners.jpg&#34;
         alt=&#34;Valve-Turners-Pamphlet&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;&lt;figure class=&#34;left download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/valve-turners.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;download.png&#34;
         alt=&#34;Dateidownload&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;

 Ein zweiseitig bedrucktes Blatt mit dem Inhalt unserer &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve-Turners&lt;/a&gt;-Seite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Druck es aus und knick es in der Mitte.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;zine&#34;&gt;Zine&lt;/h2&gt;
&lt;figure class=&#34;right download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/files/Fossile%20Energien%20abschalten-2up.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;zine.de.jpg&#34;
         alt=&#34;Titelseite des Hefts&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;&lt;figure class=&#34;left download&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/files/Fossile%20Energien%20abschalten-2up.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;download.png&#34;
         alt=&#34;Dateidownload&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;

 Druck unsere Startseite als kleines Heft, das man in ganzer Länge lesen kann. (Siehe den Link unter „Mehr“ im Menü oben, wenn du eine normale ganzseitige PDF der Startseite willst.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Seiten sind so angeordnet, dass du sie beidseitig drucken und dann in der Mitte falten solltest.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Drucke Seite 1, dann Seite 2 auf der Rückseite von Seite 1. Achte darauf, wie herum du das Papier einlegst, damit die Seiten nicht auf dem Kopf stehen. Wiederhole das für den Rest des Dokuments.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Manche Drucker haben die Funktion, solche Dateien automatisch und korrekt zu drucken.&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Pipeline-Aktivismus und Strategieprinzipien</title>
      <link>https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/pipeline-aktivismus/</link>
      <pubDate>Fri, 21 Dec 2018 13:08:41 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/pipeline-aktivismus/</guid>
      <description>
        
        
        
&lt;h2 id=&#34;einleitung&#34;&gt;Einleitung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Was macht einige Aktionen effektiver als andere? Warum sind einige Kampagnen erfolgreich und andere nicht?&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;strategic-tactical-planning-map.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;strategic-tactical-planning-map-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Militärische Strategieplanung&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Militärhistoriker*innen untersuchen diese Fragen im Kontext von Krieg schon lange. Wir sollten aus ihren Antworten lernen - besonders da wir im Krieg zur Verteidigung der Umwelt fast immer verlieren. Indem wir Strategie- und Taktikprinzipien abwägen, können wir drei Kampagnen gegen Pipelines aus der jüngeren Vergangenheit besser verstehen: den zivilen Ungehorsam der Valve Turners, die Ökosabotage von Ruby Monoya und Jessica Reznicek und die zwei Vorgehensweisen von #NoDAPL - statische Proteste und mobile Interventionen. Diese Tabelle zeigt ihre materielle Effektivität gemessen darin, wie viel Zeit und Geld investiert und wie viele Barrel Öl aufgehalten wurden.&lt;/p&gt;
&lt;!-- Return on investment chart. TRANSLATORS: translate layouts/shortcodes/return-on-investment-LANGUAGE.html Change language code in the two lines below --&gt;
&lt;div class=&#34;overflow center pad-bottom&#34;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rentabilität: Barrel Öl aufgehalten pro Monat pro Person und Barrel aufgehalten pro Dollar&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Geh mit dem Mauszeiger auf unterstrichene Überschriften für Erklärungen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
&lt;thead&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;th&gt;Wer&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Ziel&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Taktik&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Barrel Öl, die unter normalen Umständen geflossen wären&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Aufgehaltene Barrel&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Zeitaufwand beim Widerstand&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Monate pro Person&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Ertrag: Barrel Öl aufgehalten pro Person pro Monat&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;BBBLS/p-m&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;US-Dollar, die Widerstand ausgab&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Geld&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Ertrag: Barrel Öl aufgehalten pro Dollar ausgegeben durch Widerstand&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;BBLS/$&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/thead&gt;
&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve Turner&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Teersandpipelines&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ziviler Ungehorsam&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;0.75 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;~35&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;21 400&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;$12-$14 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;58&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/standing-rock-nodapl/&#34;&gt;#NoDAPL&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;DAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ziviler Ungehorsam&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;45 million&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;gt; 15 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;lt; 3000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;gt; $20 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;lt; 2.25&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby &amp;amp; Jessica&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;DAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ökosabotage&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;30 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;10&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;3 000 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;~$3000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;10 000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;(Wenn du mit diesen Kampagnen nicht vertraut bist, klick auf ihre Namen, um ihre Profile zu lesen.)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Warum waren die Valve Turners 8-mal so effizient wie #NoDAPL? Warum waren Ruby und Jessica 1000-mal so effizient? Zwei Hauptgründe: Initiative und Dauer der Aktionen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;initiative-überraschungseffekt-und-relative-stärke&#34;&gt;Initiative, Überraschungseffekt und relative Stärke&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Erfolg hängt von diesen drei eng verwandten &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#strategieprinzipien&#34;&gt;Strategie- und Taktikprinzipien ab&lt;/a&gt;. In die Offensive zu gehen gibt Aktivist*innen die Wahl, wann, wo und wie sie aktiv werden wollen. Mit dieser Freiheit kann sogar eine kleine Gruppe ihr Personal dort konzentrieren, wo der Feind schwach ist, und so relative Stärke für eine Aktion erreichen. Darüber hinaus ist der Überraschungseffekt ein temporärer aber mächtiger Hebel, der Erfolg mit noch weniger Ressourcen ermöglicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Demonstrant*innen, die ein Gebiet besetzen, sind der Gnade der Polizei ausgeliefert und opfern Initiative und Überraschungseffekt. Zu Beginn des Kampfes bei Standing Rock reisten Wasserschützer*innen zu Baustellen, die bis zu 140 km entfernt lagen, um diese zu sabotieren. Obwohl der Energiekonzern Energy Transfer Partners und die Polizei diese Taktik erwarten, konnten sie nicht vorhersagen, wo genau die Aktivist*innen zuschlagen würden, weshalb sie die Überraschungsaktionen nicht verhindern konnten. Die Aktivist*innen erreichten dadurch lokale Überlegenheit und legten eine Baustelle nach der anderen still. &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/strategy-principles/movement-has-to-move-guerrilla-activists&#34;&gt;Mississippi Stand&lt;/a&gt; nutzte überraschende Abriegelungen auf ähnliche Weise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz dazu versammelte sich innerhalb weniger Tage ein großes Polizeiaufgebot dort, wo das Treaty Camp im geplanten Pipelineverlauf aufgebaut worden war. Da Energy Transfer Partners nun bereit war, die Pipeline direkt im Norden von Standing Rock zu verlegen, löste die Polizei die Blockade mit Leichtigkeit auf und nutzte die Gelegenheit, die Gegend langfristig zu sichern. Sie kesselten die Wasserschützer*innen ein, blockierten ihren Zugang zu nahe gelegenen Baustellen und zu bequemen Straßenverbindungen zu solchen, die weiter entfernt liegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lehrreich ist, dass die Valve Turners und Jessica und Ruby pure Initiative und den Überraschungseffekt für ihre Aktionen nutzten. Die Polizei und private Sicherheitskräfte hatten keine Gelegenheit, ihre unvorhersehbaren Angriffe auf Ventile zu unterbinden. Relativ geringe Zeit- und Geldinvestitionen führten zu bedeutsamen Resultaten.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;dauer-der-aktionen&#34;&gt;Dauer der Aktionen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Guerillas verlassen sich nicht nur auf Überraschungsangriffe, sondern auch auf schnellen Rückzug, bevor sich feindliche Truppen konzentrieren und die Balance der relativen Stärke umkehren können. Die Wasserschützer*innen von Standing Rock mit ihren Wohnwägen hatten nicht die Option, sich zurückzuziehen, da die Bauprojekte wieder aufgenommen worden wären. Sie waren gezwungen, vor Ort zu bleiben, verloren ihren anfänglichen Überraschungseffekt und waren angreifbar, sobald die Polizei eintraf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Valve Turners gaben ebenfalls den Überraschungseffekt auf. Nachdem sie den Ölfluss abgestellt hatten, warteten sie auf das Eintreffen der Polizei und ihre Verhaftung. Sie gaben absichtlich materielle Effizienz auf, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Jessica und Ruby dagegen hatten sich der Aktion im Untergrund verschrieben und perfektionierten eine Taktik des überfallartigen Angriffs, der siebeneinhalb Minuten dauerte und ihre Effektivität maximierte.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-falsche-strategie&#34;&gt;Die falsche Strategie&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Leider schafften es keine dieser Aktivist*innen, ihre größeren Ziele zu erreichen. Ihre Herangehensweisen variierten von Unterwerfung über Vorbildwirkung bis hin zu direkter Aktion, aber alle fanden in dem einschnürenden Rahmen einer &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#materialschlacht&#34;&gt;Zermürbungsstrategie&lt;/a&gt; statt. Sogar wenn sie taktisch erfolgreich waren, hatten sie ihre Taktiken und Ziele nicht nach maximalem systemischen Effekt ausgewählt. Sie gaben sich bestenfalls mit kurzzeitigem, beschränktem Effekt auf das, wogegen sie protestierten, zufrieden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um ihren Effekt mit begrenzten Ressourcen zu maximieren, müssen Aktivist*innen Aktionen im Rahmen einer &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#kettenreaktion-der-ausf%C3%A4lle&#34;&gt;Strategie der Kettenreaktion von Ausfällen&lt;/a&gt; auswählen und von dieser geleitet werden. Wir müssen aufhören, symbolisch zu handeln, sogar wenn das primäre Ziel ist, andere zu inspirieren. Öffentlichkeitswirksame Aktionen lassen für eine Weile Spannung entstehen, aber materiell erfolgreiche Aktionen beleben den Widerstand langfristig. Erfolg führt zu Erfolg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kollektiv hatten unsere vier Fallstudien die meisten der Elemente erfolgreicher systematischer Zerrüttung: sie griffen kritische, aktiv genutzte Engpässe in der Infrastruktur an, nutzten offensive, überfallartige Überraschungsangriffe und beschädigten die Infrastruktur. Aber in keinem Fall wurde alle diese Eigenschaften kombiniert. Und was noch wichtiger ist: niemand handelte auf eine Weise, die weitere Ausfälle als Resultat des unmittelbaren Schadens verursachen würde. (Siehe im Gegensatz dazu unsere &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/kettenreaktion-der-ausf%C3%A4lle/explosion-enbridge-pipeline-fallstudie/&#34;&gt;Fallstudie einer Pipeline-Explosion&lt;/a&gt;, welche eine Kettenreaktion von Ausfällen herbeiführt.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Natürlich hatten die, die gegen DAPL arbeiteten, nicht eine Zerrüttung des Systems als Ziel, sie wollen einfach eine bestimmte Pipeline aufhalten. Den eigenen Fokus auf diese Weise einzuschränken macht Erfolg weniger wahrscheinlich. Enger betrachtet beschränkt der Versuch, ein spezifisches Projekt aufzuhalten, Taktiken und Ziele auf die vorhersehbarsten Optionen. Breiter betrachtet zerstört der Rest des Systems den Planeten genauso schnell wie vorher, sogar wenn eine neue Pipeline gestoppt wird. Die Beschleunigung der Zerstörung zu bremsen ist nicht genug; wir müssen systemisch denken und handeln, um ganze Schneisen des Industrialismus stillzulegen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;zusammenfassender-vergleich&#34;&gt;Zusammenfassender Vergleich&lt;/h2&gt;
&lt;table&gt;
&lt;thead&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;th&gt;Aktive&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Initiative &amp;amp; Überraschungseffekt&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Aktionsdauer&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Taktischer Erfolg&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Strategischer Erfolg&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/thead&gt;
&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Statisch #NoDAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Defensiv&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Permanente Besetzung&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Niedrig&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Niedrig&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Mobil #NoDAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Offensiv, vorhersehbar&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Stunden&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Mittel&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Niedrig&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Valve Turner&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Offensiv, unvorhersehbar&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Stunden&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Hoch&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Niedrig&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Jessica &amp;amp; Ruby&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Offensiv, unvorhersehbar&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Minuten&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Extrem hoch&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Niedrig&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;h2 id=&#34;fazit&#34;&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Jessica und Ruby waren bei weitem am erfolgreichsten, sie waren in einer ganz anderen Größenordnung. Ihre Taktik der unerwarteten, überfallartigen Aktionen gegen bereits fertiggestellte DAPL-Segmente erlaubte es nur zwei Leuten, den Bau der DAPL fast so sehr zu beeinflussen wie die gesamte #NoDAPL-Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Valve Turners hielten sich an viele strategische Prinzipien. Wäre materielle und nicht vorwiegend symbolische Aktion ihr Ziel gewesen, hätten sie vielleicht überfallartige Taktiken genutzt, um so effizient wie Jessica und Ruby zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;#NoDAPL-Wohnwagen und Abriegelungen legten die Baustellen praktisch lahm, aber diese Taktiken machten überfallartige Angriffe unmöglich. Außerdem stoppte die Polizei die Aktivist*innen schließlich an ihrem vorhersehbaren Startort - Standing Rock.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um den Industrialismus zu stoppen, müssen Aktivist*innen von einer Zermürbungsstrategie auf eine Kettenreaktion von Ausfällen umsteigen. Anstatt zu versuchen, jedes einzelne destruktive Projekt Stück für Stück aufzureiben, ein Projekt nach dem anderen, müssen Aktivist*innen einschreiten, um ein Element nach dem anderen wie eine Reihe Dominosteine umfallen zu lassen. Wenn dieser Strategiewechsel dich anspricht, finde heraus, wie du &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#werde-aktiv&#34;&gt;aktiv werden&lt;/a&gt; kannst. Kontaktiere uns, wenn du dich an der Übergrundarbeit beteiligen möchtest.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Profile der Aktivist*innen, die in diesem Text diskutiert werden:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/standing-rock-nodapl/&#34;&gt;#NoDAPL und Standing Rock&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve Turners&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby Montoya und Jessica Reznicek&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Standing Rock und #NoDAPL</title>
      <link>https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/standing-rock-nodapl/</link>
      <pubDate>Thu, 20 Dec 2018 15:43:46 -1000</pubDate>
      
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      <description>
        
        
        
&lt;p&gt;Regierungen erleichtern seit langem die Förderung von Ressourcen durch Konzerne und diese Unterstützung wird immer expliziter. Sogar der mutigste, von zahlreichen Unterstützer*innen ausgeübte zivile Ungehorsam kann die Kraft dieser Allianz nicht zurückdrängen. Standing Rock zeigt, wie vorher schon Occupy, wie schwer es ist, Territorium zu halten. Ziviler Ungehorsam und Protest sind am erfolgreichsten als überfallartige Taktiken; ansonsten versammeln sich militärisch überlegene Polizeikräfte, um gewaltfreie Aktivist*innen zu terrorisieren. Die Täter*innen sind fast schon immun gegenüber rechtlichen Konsequenzen und sorgfältig überlegte Propaganda normalisiert ihre Attacken auf „gewalttätige Extremist*innen“, was die Verurteilung von staatlicher Brutalität durch die Bevölkerung unterminiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lokale, staatliche und private Kräfte, die die Dakota-Access-Pipeline (DAPL) verteidigten, nutzten Kampfausrüstung und Panzerwesten, Geländewagen, Panzerwagen, Helikopter, Raketenwerfer, Schallkanonen und ein Arsenal von Offensivwaffen wie Wasserwerfern, Gummigeschossen, Handgranaten, Tasern und Pfefferspray. Sie positionierten Sniper mit durchaus tödlichen Waffen und mobilisierten Hundertschaften, die Gebietsgrenzen mit militärischen Manövern kontrollierten und die unbewaffneten Wasserschützer*innen überwältigten. Regierungen in den USA und anderswo fahren mehr und mehr ähnlich schwere Geschütze auf, wenn Bürger*innen die Interessen der Wirtschaft bedrohen. Zivilist*innen, die sich derartigen Kräften entgegenstellen, haben so große Siegeschancen wie ein Mensch, der sich mit einem Büffel anlegt.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right top10&#34;&gt;&lt;a href=&#34;militarized-police.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;militarized-police-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Schwer bewaffnete Polizei bei Standing Rock&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Schwer bewaffnete Polizei bei Standing Rock
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;charging-buffalo.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;charging-buffalo-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Rennende Büffelherde&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;
                    &lt;a href=&#34;http://paperlief.com/bison/bison-stampede-wallpaper-4.html&#34;&gt;paperlief.com&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;hintergrund&#34;&gt;Hintergrund&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Als der Beginn des DAPL-Bauvorhabens direkt bevorstand, etablierte Ladonna Brave Bull Allard das Sacred-Stone-Camp am 1. April 2016 in der Nähe des Reservats von Standing Rock, um heilige und historische Orte im geplanten Verlauf der Pipeline zu schützen. Das Camp rief Wasserschützer*innen auf, sich den Einheimischen anzuschließen, und schnell kamen mehr Leute, als das Camp aufnehmen konnte. Die Camps Oceti Sakowin (Seven Council Fires) und Rosebud wurden in der Nähe etabliert. Diese frühen Camps konzentrierten sich auf Gebet, symbolische Aktion und Solidarität mit dem legalen Widerstand, der in Gerichtssälen verfolgt wurde. Energy Transfer Partners (ETP) begann mit dem Bau &lt;a href=&#34;https://www.desmoinesregister.com/story/news/politics/2016/05/27/feds-block-bakken-pipeline-work-sacred-indian-land-iowa/85027066/&#34;&gt;Ende Mai&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&#34;red-warrior-camp-direkte-aktion&#34;&gt;Red-Warrior-Camp: direkte Aktion&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Wasserschützer*innen begannen &lt;a href=&#34;https://unicornriot.ninja/2016/standing-rock-tribal-members-allies-block-entrance-pipeline-construction-site/&#34;&gt;Anfang August&lt;/a&gt;, zivilen Ungehorsam zu nutzen, um den Bau der &amp;ldquo;schwarzen Schlange&amp;rdquo; zu verhindern. Das Red-Warrior-Camp organisierte Trainings und geplante Aktionen und bot und mobilisierte Personen für die vorderste Front &amp;ndash; „um den Gebeten entgegen zu kommen“. Zweieinhalb Monate lang drangen sie wieder und wieder in Baustellen ein, verzögerten die Arbeit und legten mehrere Baustellen still, indem sie einfach &lt;a href=&#34;https://unicornriot.ninja/2016/toxic-tour-governor-debate-disruption-water-protectors-court/&#34;&gt;in großer Anzahl erschienen&lt;/a&gt;. Die meisten Aktionen endeten entweder damit, dass die Baumannschaften gingen, oder mit Verhaftungen, aber als die Wasserschützer*innen am 3. September versuchten, Bulldozer davon abzuhalten, Friedhöfe zu zerstören, griffen die privaten Sicherheitskräfte von ETP, die (&lt;a href=&#34;https://www.cshagen.com/attack-dog-handlers-in-the-wrong-no-charges-pending-lawyers-threatened-by-fbi/&#34;&gt;illegal und ohne Erlaubnis agierten&lt;/a&gt;), sie mit Pfefferspray und Hunden an. Amy Goodmans Filmmaterial von dem barbarischen Zwischenfall zog viel Aufmerksamkeit auf sich und weckte den Zorn der Öffentlichkeit, aber schockierenderweise entschied sich der Bundesstaat North Dakota, nicht etwa das verantwortliche Personal zu untersuchen, sondern &lt;a href=&#34;https://www.democracynow.org/2016/9/12/north_dakota_v_amy_goodman_arrest&#34;&gt;Goodman selbst&lt;/a&gt; für unbefugtes Betreten anzuklagen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;attack-dogs.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;attack-dogs-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Hunde greifen gewaltfreie Wasserschützer*innen an&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Hunde greifen gewaltfreie Wasserschützer*innen an
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h3 id=&#34;der-kampf-beim-treaty-camp&#34;&gt;Der Kampf beim Treaty-Camp&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Direkte Aktion hing von Zugang zur Route der Pipeline ab; wenn die Wasserschützer*innen nicht zu den Baustellen gelangen konnten, konnten sie auch die Arbeit nicht unterbrechen. Die ersten Camps der Wasserschützer*innen waren an der Südseite des Cannonball-Flusses, wo die Backwater-Brücke Zugang zu den Baustellen im Nordwesten erlaubte. Als das Bauprojekt den Highway 1806 nördlich der Brücke beinahe erreicht hatte, eskalierten die Demonstrant*innen ihren Widerstand mit einer Taktik, die der des &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/unistoten-camp/&#34;&gt;Unist&amp;#39;ot&amp;#39;en-Camps&lt;/a&gt; ähnelte. Am 23. Oktober errichteten sie das Treaty-Camp auf Land, das die Indigenen nie vertraglich abgetreten hatten und das direkt auf dem Pfad der geplanten Pipeline lag, und versprachen, den Bau solange aufzuhalten, wie sie dort sein würden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber im Gegensatz zum Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Camp, das seit bereits sieben Jahren den Bau von mehreren Pipelines blockiert, hielt das Treaty-Camp nur vier Tage. Am 27. Oktober stürmten hunderte bewaffnete und gerüstete Sicherheitskräfte das Camp in einer Aktion, die &lt;em&gt;The Intercept&lt;/em&gt; als die „[beste Illustration] der Kollaboration zwischen Polizeikräften auf Staats-, Landes- und Lokalebene mit dem Ziel, &lt;a href=&#34;https://theintercept.com/2017/10/27/law-enforcement-descended-on-standing-rock-a-year-ago-and-changed-the-dapl-fight-forever/&#34;&gt;die #NoDAPL-Bewegung auszulöschen&lt;/a&gt;,“ bezeichnet, lösten das Camp auf, zwangen alle Wasserschützer*innen auf die Südseite der Backwater-Brücke und bauten eine Blockade an ihrer Nordseite auf, die langfristig bestehen sollte.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;treaty-camp-eviction.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;treaty-camp-eviction-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Kampf beim Treaty-Camp, 27. Oktober 2016&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Kampf beim Treaty-Camp, 27. Oktober 2016
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;In den folgenden Wochen wurden mehrere Versuche von Bewohner*innen des Camps, den Fluss zu überqueren, brutal zunichte gemacht. Besonders bedeutsam war der Versuch am 20. November, die Backwater-Brücke wieder zu öffnen. Die Polizei nutzte die ganze Nacht hindurch Gummigeschosse, Tränengas, Granaten und Wasserwerfer bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, wodurch sie über 300 &lt;a href=&#34;https://unicornriot.ninja/2016/police-attack-unarmed-water-protectors-w-rubber-bullets-tear-gas-water-cannons-160-injured/&#34;&gt;unbewaffnete Wasserschützer*innen verletzte&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da der Zugang zu den Baustellen blockiert war, war fast alle Aktivität, die darauf folgte, symbolisch und hielt den Bau nicht auf.&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;no-side-margins&#34;&gt;&lt;img src=&#34;standing-rock-map.jpg&#34;
         alt=&#34;Karte von Camps, Pipelineverlauf und Terrain&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Kampf beim Treaty-Camp&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Der Zugang der Hauptcamps südlich des Cannonball-Flusses zu den Baustellen hängt von der Backwater-Brücke ab&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Treaty-Camp im geplanten Verlauf der Pipeline&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wasserschützer*innen bauen Blockade auf Landstraße 134 auf und versuchen, das Vordringen der Polizei aus dem Westen aufzuhalten&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Polizei löst Treaty-Camp auf, zwingt alle Demonstrant*innen auf die Südseite des Flusses, verbarrikadiert die Backwater-Brücke&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wasserschützer*innen permanent eingekesselt ohne Zugang zu Baustellen&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3 id=&#34;mississippi-stand--sonstige-unterstützung&#34;&gt;Mississippi Stand &amp;amp; sonstige Unterstützung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Während Standing Rock versuchte, die DAPL davon abzuhalten, den Missourifluss zu überqueren, kämpfte Mississippi Stand, gegründet am 31. August von Jessica Reznicek, in Keokuk, Iowa für den Mississippifluss. Das Camp (später eine &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/strategy-principles/movement-has-to-move-guerrilla-activists&#34;&gt;mobile Karawane&lt;/a&gt;) hielt den Bau durch mehrere direkte Aktionen zeitweise auf - in einem Fall für mehr als 24 Stunden. Hier traf Jessica Ruby Montoya und die beiden begannen schließlich eine sehr effektive &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ökosabotage-Kampagne&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header3 vertical&#34;&gt;&lt;a href=&#34;jessica-ruby-baby.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;jessica-ruby-baby-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Ruby Montoya, Jessica Reznicek &amp;amp;amp; unbekanntes Baby&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Ruby Montoya, Jessica Reznicek &amp;amp; unbekanntes Baby
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die Wasserschützer*innen zogen die Aufmerksamkeit der internationalen Medien auf sich. Ein Gerücht, dass die Polizei die sozialen Medien nutze, um zu verfolgen, wer sich an den Camps beteiligte, führte dazu, dass fast 2 Millionen Nutzer*innen sich auf Facebook als Teilnehmer*innen registrierten, um die Polizei zu verwirren. Zehntausende auf der ganzen Welt demonstrierten ihre Unterstützung, sammelten Spenden für die Camps und störten den Betriebsablauf in Banken, die in den Bau der DAPL involviert waren, sowie Treffen in Konzernen und Regierungen. Zahllose Individuen gaben ihre finanzielle Unterstützung von Banken auf und setzten Städte wie Seattle, Santa Monica und San Francisco unter Druck, den Banken die kommunale Finanzmittel zu nehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve Turners&lt;/a&gt; drehten die Pipelines, die Teersande in die USA transportierten, zu &amp;ndash; eine Aktion, die effektiver war als #NoDAPL selbst (siehe Analyse unten).&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&#34;veterans-stand--erlaubnisverweigerung&#34;&gt;Veterans Stand &amp;amp; Erlaubnisverweigerung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Mitte November gab es einen Aufruf an Militärveteran*innen, sich zwischen dem 4. und dem 7. Dezember für die Kampagne Veterans Stand for Standing Rock („Veteran*innen stehen für Standing Rock“) zu versammeln. Die Organisator*innen hofften zunächst auf 500 Veteran*innen. Sie schlossen die Liste, als sie 2100 erreicht hatten, vielleicht 4000 begaben sich auf die Reise, um die Pipeline aufzuhalten.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear header3&#34;&gt;&lt;img src=&#34;veterans-stand-standing-rock.jpg&#34;
         alt=&#34;Marschierende Veteran\*innen&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Der ursprüngliche Plan war, dass die Veteran*innen sich unbewaffnet als menschliches Schutzschild zwischen die gewalttätige Polizei und die gewaltfreien Wasserschützer*innen stellen sollten. Sie hätten die Blockade der Sicherheitskräfte durchbrechen können, die das $ 20 Millionen teure Bohrgerät schützten, welches einen Tunnel unter dem Missourifluss bohren sollte. Dadurch hätten sie das Bauprojekt auf signifikante Weise behindern können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stattdessen verweigerte der US Army Corp of Engineers das Bohrrecht, vermutlich um das PR-Desaster zu vermeiden, das unvermeidlich gewesen wären, wenn die Polizei unbewaffnete Veteran*innen angegriffen hätte. Obwohl erfahrene Krieger*innen und Aktivist*innen dies richtigerweise als lediglich temporären Aufschub bis zur Amtseinführung von Präsident Trump interpretierten und obwohl viele oder die meisten der Veteran*innen immer noch auf direkte Aktion vorbereitet waren, lenkten die selbsternannten Anführer*innen von Veterans Stand und einige der indigenen Ältesten diese Energien in einen symbolischen Aufmarsch um.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als sich die Camps leerten, fuhr ETP, überzeugt, dass sie die Erlaubnis schließlich doch noch bekommen würden, mit den Bohrvorbereitungen fort.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;abschluss-des-bauprojekts&#34;&gt;Abschluss des Bauprojekts&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Über die nächsten zweieinhalb Monate unternahmen die Camps, die aufgrund des harten Winters und der &lt;a href=&#34;http://wearethemedia.tv/culture/native/2016/red-warrior-camp-departs/&#34;&gt;Weigerung einiger Stammesführer*innen, weiteren Widerstand zu unternehmen&lt;/a&gt; stark geschrumpft waren, mehrere erfolglose Versuche, den Ort der Bohrungen zu erreichen. Der Gouverneur von North Dakota ordnete die Räumung der Camps an und am 23. Februar wurden die letzten 43 Verbliebenen verhaftet und die Camps niedergerissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 24. Januar 2017, fünfzig Tage nach der Entscheidung der Armee, unterschrieb Trump eine Präsidentenverfügung, die die frühere Erlaubnisverweigerung hinfällig machte. Der Corp gab seine Erlaubnis am 8. Feburar und ETP begann am nächsten Tag, unter dem Oahe-See zu bohren. DAPL wurde am 1. Juni voll betriebsfähig und &lt;a href=&#34;https://bismarcktribune.com/bakken/energy-transfer-partners-ceo-says-he-hopes-to-announce-dapl/article_ad64d741-5c4d-5969-8806-39ce2b73cc89.html&#34;&gt;transportiert&lt;/a&gt; Mitte 2018 täglich 500 000 Barrels Öl. Sie hat 2017 &lt;a href=&#34;https://theintercept.com/2018/01/09/dakota-access-pipeline-leak-energy-transfer-partners/&#34;&gt;mindestens fünf Lecks gehabt&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;ziele-strategien-und-taktiken&#34;&gt;Ziele, Strategien und Taktiken&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Teilnehmer*innen von #NoDAPL hatten keine einheitliche Perspektive auf Strategie und Taktik. Sie arbeiteten nicht einmal alle auf das gleiche Ziel hin. Einige wollten lediglich den Verlauf der Pipeline so ändern, dass er das Territorium der Sioux-Indigenen umging; andere wollten die DAPL aufhalten; noch andere wollten &lt;strong&gt;alle&lt;/strong&gt; Pipelines und die Förderung von fossilen Rohstoffen stoppen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;lobbying&#34;&gt;Lobbying&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Daher hofften einige, dass Bitten Regierungsoffizielle und die Verantwortlichen bei ETP überzeugen würden, die Anliegen des Sioux-Stammes von Standing Rock anzusprechen. In symbolischen Versammlungen und Gebeten bezeugten sie die Angriffe auf das Land, auf heilige Stätten und Wasserschützer*innen. Sie unterstützten auf symbolische Weise die Klagen, durch die Gerichte aufgefordert wurden, einzuschreiten. Sie baten die Mächtigen, das Richtige zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Andere sahen den Geldfluss als die Achillesferse der „schwarzen Schlange“ und wandten ihre Überredungskünste an, um das $ 3,78 Milliarden schwere Projekt finanziell auszutrocknen. Sie ermunterten Individuen und Gemeinden, ihre Gelder aus Banken, die sich an der Pipeline beteiligten, zu nehmen, und setzten die Banken mit direkten Aktionen unter Druck. Es ist nicht klar, ob dies eine Chance auf Erfolg hatte; die einzige &lt;a href=&#34;http://ieefa.org/wp-content/uploads/2016/11/The-High-Risk-Financing-Behind-the-Dakota-Access-Pipeline_-NOV-2016.pdf&#34;&gt;detaillierte Argumentation&lt;/a&gt;, die wir finden konnten, hatte einige Fehler:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Der Report erkannte an, dass der Bau zu 84 % komplett war, erklärte aber nicht, warum ETP nicht die letzten $ 600 Millionen bezahlen würde, um eine Pipeline fertigzustellen, von der erwartet wurde, dass sie &lt;a href=&#34;https://theantimedia.com/fight-dakota-access-pipeline-new-phase/&#34;&gt;$ 20 Millionen&lt;/a&gt; pro Tag einbringen würde, sobald sie fertiggestellt war.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Er behauptete, dass die Kapazität zum Abtransport von Öl aus der Bakken-Formation überentwickelt sei und 60 % der Kapazität nicht genutzt würde. Aber nur die teure Methode, Rohöl per Zug zu transportieren, wurde nicht voll genutzt; die Pipelines, die die bevorzugte Transportmethode darstellen, waren voll.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Er sagte fälschlicherweise ein weiteres Absinken der Ölextraktion aus der Bakken-Formation voraus, weil diese &lt;a href=&#34;https://www.desmogblog.com/2018/04/18/finances-great-american-fracking-bubble&#34;&gt;unprofitabel&lt;/a&gt; ist. Die Autor*innen vergaßen den Sinnspruch, dass Märkte länger irrational bleiben können, als du flüssig bleiben kannst (oder das Klima stabil).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Er spekulierte fälschlicherweise, vielleicht von &lt;a href=&#34;https://www.snopes.com/fact-check/will-a-deadline-of-1-january-2017-kill-the-dakota-access-pipeline/&#34;&gt;Wunschdenken&lt;/a&gt; motiviert, dass Spediteure Verträge aufkündigen könnten, wenn die DAPL den Stichtag 1. Januar verpasste.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3 id=&#34;aktion&#34;&gt;Aktion&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear header3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;construction-site-disruption.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;construction-site-disruption-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Bauprojekt wird unterbrochen&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Noch andere schlossen sich der Philosophie des Red-Warrior-Camps an und setzten darauf, Gebete durch Handlungen zu verstärken. Diese Wasserschützer*innen wandten eine &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#materialschlacht&#34;&gt;Zermürbungsstrategie&lt;/a&gt; an und nutzten kurzfristige Blockaden und Abriegelungen und besetzten Baustellen, um den Bau zu verzögern. Wie die, die versuchten, den Geldfluss aufzuhalten, hofften sie, die finanzielle Durchhaltekraft von ETP zu erschöpfen, aber ein paar Millionen Dollar für Sicherheitsfirmen und untätige Bautrupps sind ein Rundungsfehler für ein Projekt mit einem Budget von $ 3,78 Milliarden. Was auch immer ETP ausgab, um die von Steuergeldern finanzierte Polizei zu unterstützen, nahmen sie vermutlich im ersten Monat des Pipelinebetriebs wieder ein.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&#34;auswirkungen&#34;&gt;Auswirkungen&lt;/h2&gt;
&lt;h3 id=&#34;investition-durch-die-bewegung&#34;&gt;Investition durch die Bewegung&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear header2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;encampment.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;encampment-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Oceti-Sakowin-Camp&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es ist unmöglich, genaue Zahlen zu finden, was Beteiligung an Standing Rock und #NoDAPL angeht. Die Bewegung begann mit zweihundert Stammesmitgliedern auf Pferden und zwei bis drei dutzend Camper*innen, die sie ablösten. Im August waren die Camps auf 3000 Personen angewachsen, an Wochenenden war die Anzahl sogar noch größer. Diverse Quellen schätzen, dass im August und September 3000 bis 5000 Personen in den Camps wohnten, Ende Oktober um die 1000 und 10 000 bis 15 000 während des Showdowns Anfang Dezember. Hunderte blieben bis zur Auflösung der Camps im Februar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zehntausende besuchten die Camps. Weitere zehntausende beteiligten sich an globalen Solidaritätsevents. Mehr als tausend wurden verhaftet. Millionen unterstützten die Bewegung weltweit. Wenn man die Camps, die direkten Aktionen und die breite Basisunterstützung zusammenzählt, haben Aktivist*innen mindestens 15 000 Personenmonate investiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unterstützer*innen aus der ganzen Welt spendeten Geld und Wehrmaterial, was zu den Ausgaben der Teilnehmer*innen vor Ort dazukam. Wie bei der investierten Zeit ist es auch beim Geld unmöglich, es genau zu sagen, aber der Stammesleiter der Standing-Rock-Sioux Dave Archambault II schätzt, dass &lt;a href=&#34;https://aptnnews.ca/2018/04/06/standing-rock-one-year-later-2/&#34;&gt;insgesamt $ 40 Millionen&lt;/a&gt; gesammelt wurden; GoFundMe-Kampagnen allein brachten &lt;a href=&#34;https://www.hcn.org/issues/50.6/tribal-affairs-cashing-in-on-standing-rock/tribal-affairs-see-the-data-behind-our-nodapldollars-investigation/&#34;&gt;fast $ 8 Millionen&lt;/a&gt; von 138 000 Spender*innen ein. Ein großer Teil der Spenden wurde &lt;a href=&#34;https://www.hcn.org/issues/50.6/tribal-affairs-cashing-in-on-standing-rock/tribal-affairs-see-the-data-behind-our-nodapldollars-investigation/&#34;&gt;zweckentfremdet oder veruntreut&lt;/a&gt; und kam weder den Wasserschützer*innen noch den Indigenen zugute, aber so oder so gab die Kampagne mindestens $ 20 Millionen aus.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;materielle-effektivität&#34;&gt;Materielle Effektivität&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;#NoDAPL schaffte es nicht, die Pipeline aufzuhalten oder auch nur eine Änderung ihres Verlaufs zu erzwingen, aber der Plan B war, das Projekt einfach so lange wie möglich aufzuhalten. Pipelines werden parallel gebaut, mehrere Teile sind gleichzeitig im Bau. Obwohl Aktivist*innen bei Standing Rock und anderswo einzelne Baustellen für viele aufeinanderfolgende Tage stilllegten, hatte dies nicht zwingend einen Einfluss auf den Zeitpunkt, zu dem das ganze Projekt fertiggestellt war. Wir müssen den erwarteten Zeitplan ohne #NoDAPL mit dem vergleichen, was sich tatsächlich abgespielt hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem &lt;a href=&#34;https://puc.sd.gov/commission/dockets/HydrocarbonPipeline/2014/HP14-002/revisedplan.pdf&#34;&gt;Bauplan von 2014&lt;/a&gt; ging ETP von ungefähr neun Monaten für den Bau der Pipeline aus &amp;ndash; da mit dem Bau im Mai 2016 begonnen worden war, wäre sie im Februar 2017 fertig gewesen. Ob es mit neu entdeckten Abkürzungen zusammenhing oder nur gesagt wurde, um Investor*innen zu beschwichtigen, im Juni hoffte ETP jedenfalls darauf, die Pipeline &lt;a href=&#34;https://desmoinesregister.com/story/news/politics/2016/06/06/despite-critics-bakken-pipeline-gets-go-ahead-iowa/85480324/&#34;&gt;gegen Ende des Jahres&lt;/a&gt; in Betrieb nehmen zu können &amp;ndash; scheinbar ein Szenario für den Bestfall. Am 18. Dezember war die Pipeline in Illinois &lt;a href=&#34;http://wearethemedia.tv/culture/native/2016/water-protectors-illinois-stopped-ceremony-nodapl/&#34;&gt;immer noch nicht fertiggestellt&lt;/a&gt;, obwohl es so gut wie keine Störungen gegeben hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Camps und direkten Aktionen hatten wenig bis gar keinen direkten Einfluss auf den Zeitplan; mit oder ohne Standing Rock wäre das Öl frühestens Ende Dezember geflossen. Aber die Bewegung war durch das Filmmaterial bestärkt, das mutige Aktionen und die schockierend brutale Reaktion zeigte, und setzte Obama unter Druck, den Bau für zwei Monate aufzuhalten. Einen Monat nachdem die Regierung Trump die Wiederaufnahme erlaubte hatte ETP unter dem Missourifluss gebohrt und erwartete, dass das Öl bis zum &lt;a href=&#34;https://oilprice.com/Latest-Energy-News/World-News/DAPL-Oil-To-Start-Flowing-By-March-20th.html&#34;&gt;22. März fließen würde&lt;/a&gt;. Standing Rock und #NoDAPL hatten den Bau um mindestens zwei, vielleicht sogar drei Monate verzögert.&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;center dapl-timeline&#34;&gt;&lt;img src=&#34;dapl-zeitleiste-infografik.svg&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;Es ist bemerkenswert und instruktiv, dass nur zwei Leute &amp;ndash; &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby Montoya und Jessica Reznicek&lt;/a&gt; die Fertigstellung von DAPL um weitere zwei Monate verzögerten, indem sie überfallartige Taktiken anwandten, die 1000-mal so effizient waren wie die #NoDAPL-Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;!-- Return on investment chart. TRANSLATORS: translate layouts/shortcodes/return-on-investment-LANGUAGE.html Change language code in the two lines below --&gt;
&lt;div class=&#34;overflow center pad-bottom clear&#34;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rentabilität: Barrel Öl aufgehalten pro Monat pro Person und Barrel aufgehalten pro Dollar&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Geh mit dem Mauszeiger auf unterstrichene Überschriften für Erklärungen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
&lt;thead&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;th&gt;Wer&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Ziel&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Taktik&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Barrel Öl, die unter normalen Umständen geflossen wären&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Aufgehaltene Barrel&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Zeitaufwand beim Widerstand&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Monate pro Person&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Ertrag: Barrel Öl aufgehalten pro Person pro Monat&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;BBBLS/p-m&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;US-Dollar, die Widerstand ausgab&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Geld&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Ertrag: Barrel Öl aufgehalten pro Dollar ausgegeben durch Widerstand&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;BBLS/$&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/thead&gt;
&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve Turner&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Teersandpipelines&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ziviler Ungehorsam&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;0.75 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;~35&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;21 400&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;$12-$14 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;58&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/standing-rock-nodapl/&#34;&gt;#NoDAPL&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;DAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ziviler Ungehorsam&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;45 million&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;gt; 15 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;lt; 3000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;gt; $20 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;lt; 2.25&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby &amp;amp; Jessica&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;DAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ökosabotage&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;30 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;10&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;3 000 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;~$3000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;10 000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Lies unseren Vergleich dieser Kampagnen: &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategy-principles/pipeline-activism/&#34;&gt;Pipelineaktivismus und Strategieprinzipien&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h3 id=&#34;bewegungsaufbau&#34;&gt;Bewegungsaufbau&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;#NoDAPL hatte keinen großen materiellen Erfolg, könnte aber zukünftige Kämpfe inspirieren. Die Teilnehmer*innen, besonders &lt;a href=&#34;https://www.nytimes.com/2017/01/31/magazine/the-youth-group-that-launched-a-movement-at-standing-rock.html&#34;&gt;indigene Jugendliche&lt;/a&gt;, erlebten Tage oder sogar Monate voller Bestimmung und Kameradschaft von der Art, die ein Leben verändern können. Viele erlebten ein Gefühl der Selbstbestimmung und Stärkung, als sie sich einem konzerngesteuerten Riesenprojekt entgegenstellten &amp;ndash; an vorderster Front, durch materielle Unterstützung in Form von Geld und Ausrüstung oder indem sie als Alternative zu den kommerziellen Medien agierten. Viele Mitglieder der Siedlerkultur vertieften ihr Verständnis von Kolonialisierung und indigenem Widerstand. Diese Lektionen werden weitere Aktionen inspirieren und formen.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&#34;unbeabsichtigte-effekte&#34;&gt;Unbeabsichtigte Effekte&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Wenn eine Kampagne mit wenig materiellem Erfolg endet, kann der angesammelte Enthusiasmus und die Energie der Bewegung sich als Bumerang erweisen. Sobald der Rausch des &lt;em&gt;Handelns&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;irgendeines&lt;/em&gt; Handelns versiegt, sind die Aktiven desillusioniert und erkennen, wie wenig sie trotz all ihrer Leidenschaft vorzuzeigen haben. Die, die noch nicht an Burnout leiden, tauschen Plattitüden darüber aus, dass man nie aufgeben soll, und stürzen sich in den nächsten Kampf. Starrköpfigkeit ist eine gute Strategie für Büffel und gepanzerte Polizist*innen, aber die leere Hoffnung, dass wir nächstes Mal gewinnen &amp;ndash; wenn wir uns nur genug anstrengen &amp;ndash; treibt Aktivist*innen unvermeidlich in die Erschöpfung.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header3&#34;&gt;&lt;img src=&#34;burned-out-activist.jpg&#34;
         alt=&#34;Ausgebrannte/r AktivistIn&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Das vielleicht bedeutsamste Vermächtnis von Standing Rock ist die Gegenreaktion gegen Demonstrant*innen. Innerhalb einer Stunde nach der Räumung der Wasserschützer*innen unterschrieb der Gouverneur von North Dakota vier neue Gesetze, die &lt;a href=&#34;https://www.thenation.com/article/photos-since-standing-rock-56-bills-have-been-introduced-in-30-states-to-restrict-protests/&#34;&gt;das Recht auf Protest einschränkten&lt;/a&gt;. Im Dezember 2018 hatten sieben weitere Bundesstaaten &lt;a href=&#34;http://www.icnl.org/usprotestlawtracker/&#34;&gt;ähnliche Gesetze verabschiedet&lt;/a&gt; und ein Gesetzesentwurf auf der Staats- und acht auf der Landesebene waren auf dem Weg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ironischerweise könnte die Kriminalisierung von Übergrundprotest die Leute in den Untergrund treiben &amp;ndash; hin zu Methoden, die effektiver &lt;strong&gt;und&lt;/strong&gt; sicherer als traditioneller Protest sind. Auch wenn die Propaganda im Fernsehen etwas anderes behauptet, fängt die Polizei Gesetzesbrecher*innen selten, wenn diese keine einfach zu vermeidenden Fehler begehen. Umsichtige Untergrundaktivist*innen, die auf ihre Sicherheit achten und &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#%C3%BCberraschungseffekt&#34;&gt;überfallartig zuschlagen&lt;/a&gt;, riskieren eine Bestrafung weniger als Demonstrant*innen, die Massenverhaftungen und drakonischen Strafen ausgesetzt sind.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;unfaire-kritik&#34;&gt;Unfaire Kritik?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Standing Rock, das aufgrund des Fokus auf den Schutz von bestimmten heiligen Orten und Wasserläufen notwendigerweise ortsgebunden war, mit den mobilen Valve Turners und Jessica und Ruby zu vergleichen, mag sinnlos erscheinen, wie eine Apfelbaumwiese mit losen Birnen zu vergleichen. Aber Aktivist*innen können sich ihre Strategien und Taktiken aussuchen. Wir untersuchen die Vor- und Nachteile gerade aufgrund ihrer Unähnlichkeit, besonders was Effektivität angeht. Während die monolithische Natur von Standing Rock Unterstützung einfach machte &amp;ndash; spende oder geh zu einem der Camps &amp;ndash; machte seine Struktur wichtige Strategieprinzipien, &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/pipeline-aktivismus/&#34;&gt;besonders Initiative und Überraschungseffekt&lt;/a&gt;, unmöglich. Der Kompromiss mag sinnvoll sein, aber diese Entscheidung sollte im vollen Bewusstsein der Nachteile getroffen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Können kleine, mobile Gruppen ein realistisches Modell sein? Wenige Leute verfügen über die &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/erste-wahl/%C3%BCbergrund-untergrund-erw%C3%A4gungen/&#34;&gt;Persönlichkeit und Lebensumstände&lt;/a&gt; für geheime Aktivitäten und wenige kennen Untergrundaktivist*innen, denen sie helfen können. Es ist nicht offensichtlich, wie die hunderttausenden von #NoDAPL-Teilnehmer*innen jene hätten unterstützen können, die im Geheimen gearbeitet haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch haben die Valve Turners demonstriert, dass die, die willens sind, sich für zivilen Ungehorsam verhaften zu lassen, materielle Auswirkungen haben können, die weitaus größer sind als die von jenen, die sich an Bauausrüstung ketten. Und Jessica glaubte, dass sie, wenn nur ein Zehntausendstel der #NoDAPL-Teilnehmer*innen sie und Ruby nachgeahmt hätte, die Pipeline vielleicht hätten verhindern können. Sogar wenn die meisten Aktivist*innen Guerillataktiken nicht anwenden können oder wollen, bräuchte es nur einen kleinen Prozentsatz, um große Siege zu erzielen. Und obwohl finanzielle Unterstützung im Voraus für Untergrundaktivist*innen nicht machbar ist, kann jede/r an Unterstützungskampagnen für gefangene Kämpfer*innen spenden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Übergrundkampagnen &amp;ndash; sichtbare, einfache Methoden, die ein Gefühl der Effektivität vermitteln &amp;ndash; werden immer ein Werkzeug der Bewegung sein. Sie führen zu einer Beteiligung von großen Menschenmengen und bieten eine Gelegenheit, Leute zu effektiveren Aktionen zu leiten. Indem wir #NoDAPLs materielle Ineffizienz und letztendliches Versagen besprechen, wollen wir nicht die Errungenschaften der Kampagne in Abrede stellen. Sie inspirierte internationales Engagement, vermittelte Wissen an zehntausende Aktivist*innen und baute wichtige Beziehungen auf. Aber die Samen, die die Kampagne gesät hat, können nur sprießen, wenn die Bewegung die Niederlage ehrlich untersucht und ihre Herangehensweise anpasst.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&#34;die-zukunft&#34;&gt;Die Zukunft&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Eine Lektion, bei der wir es uns nicht leisten können, sie wieder und wieder zu lernen, von den Black Panthers über Occupy bis hin zu Standing Rock: Es ist fast unmöglich, ein Gebiet gegen den Willen des Staats zu halten. Ohne die Unterstützung einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung werden Demonstrant*innen immer von der Polizei überwältigt werden.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;occupy-wall-street-zuccotti-raid.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;occupy-wall-street-zuccotti-raid-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Gepanzerte Polizei bereitet sich vor, Zuccotti Park in New York zu räumen&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Gepanzerte Polizei bereitet sich vor, Zuccotti Park in New York zu räumen
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Sogar wenn man nicht versucht, Land zu besetzen, gelingt gewaltfreier ziviler Ungehorsam nur durch Zwang, dadurch, dass man genug öffentliche Unterstützung hat, dass die Machthaber*innen Angst haben, „nein“ zu sagen. Aber Regierungen haben gelernt, dass sie ohne Risiko einzugehen tausende &amp;ndash; sogar zehntausende &amp;ndash; Demonstrant*innen ignorieren können. Und im Gegensatz zu Birmingham zur Zeit der Zivilrechtsbewegung nutzen die Verteidiger*innen des Status Quo Kampfhunde und Wasserwerfer gegen unbewaffnete Demonstrant*innen ohne negative Konsequenzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine mögliche Reaktion ist es, die Bewegung noch weiter aufzubauen. Der massenhafte zivile Ungehorsam gegen die Keystone-XL-Pipeline war in gewisser Hinsicht ein Erfolg. Ungefähr 40 Millionen Amerikaner*innen sind &lt;a href=&#34;http://climatecommunication.yale.edu/publications/americans-actions-to-limit-global-warming-november-2013/&#34;&gt;theoretisch bereit&lt;/a&gt;, sich an zivilem Ungehorsam zur Verteidigung des Klimas zu beteiligen und weitere 22 Millionen sind bereit, derartige Aktionen zu unterstützen. Eine Herangehensweise, die dies ergänzt, ist es, effektivere Strategien und Taktiken zu verwenden. Aber keins von beidem scheint zu passieren. Kleinere Kämpfe gegen die Atlantic Coast-, Bayou Bridge-, Mariner East 2- und Mountain Valley-Pipelines nutzen die gleichen Taktiken wie #NoDAPL im Rahmen der gleichen Zermürbungsstrategie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diejenigen von uns, die nicht in der Position sind, verdeckt aktiv zu werden oder direkt dabei zu helfen, können solche Bemühungen nur indirekt fördern. Besonders dringend brauchen wir &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#strategie-verbreiten&#34;&gt;von der Basis betriebene Medien&lt;/a&gt;, um neue und alte Aktivist*innen zu bilden. Die meisten haben noch gar nicht von Alternativen zu vor allem symbolischen Blockaden und Besetzungen gehört. Erst wenn Aktivist*innen von den direkteren Methoden, Infrastruktur zu lähmen, wissen, können sie fundierte Entscheidungen treffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bitte zieh in Erwägung, Fossile Energien abschalten zu helfen oder auf deine eigene Weise aktiv zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;erfahre-mehr&#34;&gt;Erfahre mehr&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;(Alle Links auf englisch)&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Eine neue Strategie für Aktivismus: &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#kettenreaktion-der-ausf%C3%A4lle&#34;&gt;Kettenreaktion des Ausfalls&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Unser Vergleich zwischen #NoDAPL, den Valve Turners und Ruby Montoya and Jessica Reznicek: &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/pipeline-aktivismus/&#34;&gt;Pipeline-Aktivismus &amp;amp; Strategieprinzipien&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;&lt;a href=&#34;https://www.youtube.com/watch?v=4dWeg_jHdK0&amp;amp;list=PLhyuEATzj_ix0cYRpEMYtetPn77h6oFCU&#34;&gt;Black Snake Killaz&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;, zweistündige Unicorn Riot-Doku, die auf Filmmaterial von vergangenen Kämpfen basiert. Demonstriert eindrucksvoll den Kräfteunterschied zu bewaffneter Polizei.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;„&lt;a href=&#34;https://theintercept.com/series/oil-and-water/&#34;&gt;Oil and Water&lt;/a&gt;“, eine Serie von Hintergrundberichten von &lt;em&gt;The Intercept&lt;/em&gt;, zeigt, wie Konzerne und der Staat sich verbünden, um zivilen Ungehorsam niederzuschlagen. Demonstriert, wie gefährlich es für Untergrundaktivist*innen ist, sich zunächst im Übergrund engagiert zu haben.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Über fünfzehn Monate hinweg hat Unicorn Riot Standing Rock, Mississippi Stand und andere Aktionen begleitet. Ein Inhaltsverzeichnis findet sich jeweils unter dem Artikel:
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Leaks aus den Sicherheitsfirmen um die DAPL zeigen &lt;a href=&#34;https://unicornriot.ninja/2017/dapl-security-leak-shows-coordinated-surveillance-repression-water-protectors/&#34;&gt;koordinierte Überwachung und Repression&lt;/a&gt; von Wasserschützer*innen durch TigerSwan und andere private Firmen, die mit lokalen, landesweiten und staatlichen Behörden zusammenarbeiteten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://unicornriot.ninja/2017/sheriffs-association-secretly-waged-information-war-nodapl-movement/&#34;&gt;Die Sheriffs&amp;rsquo; Association führte einen geheimen „Infokrieg“&lt;/a&gt; gegen die #NoDAPL-Bewegung und schuf und verbreitete Propaganda, um die Demonstrant*innen in Verruf zu bringen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://web.archive.org/web/20180826064717/http://www.mississippistand.com/&#34;&gt;Mississippi Stand&lt;/a&gt; &amp;ndash; siehe „Current News“-&amp;gt;„Past News and Videos“ für Links, die für #NoDAPL relevant sind. (archive.org)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Prinzipien des zivilen Klimawiderstands</title>
      <link>https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/prinzipien-ziviler-klima-widerstand/</link>
      <pubDate>Tue, 18 Dec 2018 22:09:56 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/prinzipien-ziviler-klima-widerstand/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;figure class=&#34;right top25&#34;&gt;&lt;a href=&#34;west-roxbury-clergy-spectra-piepline.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;west-roxbury-clergy-spectra-piepline-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Geistliche werden beim Spectra-Bau verhaftet&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Geistliche werden beim Spectra-Bau verhaftet
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Englischsprachiges Original vom &lt;a href=&#34;https://climatedefenseproject.org/principles-of-climate-civil-resistance/&#34;&gt;Climate Defense Project&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ziviler Widerstand ist eine Form des gewaltfreien Widerstands gegen Unterdrückung, Unrecht und Umweltzerstörung. Er wird von gewöhnlichen Leuten und sozialen Bewegungen durchgeführt. Im Kontext des Klimawandels ist ziviler Widerstand gegen das System der fossilen Energien rechtlich, moralisch und durch die langfristigen Interessen des Planeten und seiner Bevölkerung gerechtfertigt; er ist in den anhaltenden Gesetzesbrüchen unserer Regierungen begründet, mit denen diese die Zerstörung des Klimas durch Konzerne begünstigen; und er ist von der Notwendigkeit geboten, eine neue Gesellschaft aufzubauen, in der Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit die Korruption und Gewalt des heutigen Regimes ablösen. Das Recht, sich an zivilem Widerstand zu beteiligen, basiert auf dem fundamentalen und unbestreitbaren Recht auf einen gesunden Planeten und eine gerechte Zukunft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir leben in einem Zeitalter der Klimakrise. Änderungen an der Zusammensetzung der Atmosphäre, die vor allem durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen verursacht werden, führen zu einem Ansteigen des Meeresspiegels, zu extremem Wetter, Dürreperioden und weitflächiger sozialer und politischer Entwurzelung. Eine beschleunigte Erwärmung wird sich mindestens einige Jahrzehnte fortsetzen und die wehrlosesten Leute auf dem Planeten am meisten betreffen. Obwohl massive Klimainstabilität bereits unvermeidlich ist, führt weiterer CO2-Ausstoß zu immer katastrophaleren Zukunftsaussichten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Klimakrise ist eine soziale Krise. Zwei Jahrhunderte lang sind Gas, Öl und Kohle in einem System der Ausbeutung und im Kontext eines Generalangriffs auf die nicht-menschliche Natur verbraucht worden. Die Nutzung von fossilen Brennstoffen hat materielle Gewinne hervorgebracht, aber auch exzessiven Konsum und ökonomische Ungleichheit gefördert und dadurch Schäden verursacht, die nun ihren Nutzen mehr als aufwiegen. Dass diese Brennstoffe weiterhin gefördert werden, obwohl es deutliche Beweise für ihre Giftigkeit und einfach verfügbare Alternativen gibt, bereichert die herrschende Klasse auf Kosten der Armen, des Planeten und künftiger Generationen. Weiterhin fossile Rohstoffe zu nutzen verstärkt Ungleichheit und Hierarchien &amp;ndash; auch die, die auf ethnischer Herkunft, Geschlecht, Klasse, Sexualität, Behinderung und anderen Identitäten basieren &amp;ndash; welche Teil der etablieren Ordnung sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gemeinschaften und Aktivist*innen auf der ganzen Welt kämpfen diesen Kampf seit Jahren und haben die Dringlichkeit von Widerstand in Worte gefasst. Obwohl wir die historischen Ungerechtigkeiten unseres gegenwärtigen politischen Systems und das Recht auf Selbstbestimmung für indigene Nationen anerkennen &amp;ndash; und auch die Widersprüche und Grenzen unseres Rechtssystems &amp;ndash; könnte es nützlich sein, die legale Rechtfertigung für zivilen Widerstand gegen das System der fossilen Energien zu untersuchen. Die folgenden Prinzipien des zivilen Klimawiderstands sind als Ressource für Individuen und Gemeinschaften gedacht, die versuchen, Klimawandel mit Klimagerechtigkeit zu bekämpfen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;das-system-der-fossilen-energien&#34;&gt;Das System der fossilen Energien&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Sucht nach fossilen Rohstoffen ist eine beabsichtigte Abhängigkeit. Regierungen und die Fossile-Brennstoffe-Industrie arbeiten zusammen, um sicherzustellen, dass die Produktion profitabel bleibt und dass der Preis der Förderung, der Raffinierung, des Transports und der Nutzung von fossilen Brennstoffen vor allem von ihren Opfern getragen wird. Die, die am meisten von diesem Prozess profitieren &amp;ndash; private Profiteur*innen und ihre gewählten Beschützer*innen &amp;ndash; behaupten, Energieverbrauch sei eine Sache der Konsumentscheidung. Jahrzehntelang schon weichen sie ihrer Verantwortung aus, enthalten der Öffentlichkeit Ergebnisse der Klimaforschung vor und leiten Aufmerksamkeit fort von dem politisch-institutionellen Apparat, der dem ganzen System der fossilen Energien zugrunde liegt. Ihre Konsolidierung von politischer Kontrolle hat demokratische Prozesse verzerrt und sie vor dem Willen des Volkes geschützt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Regierungen und die Zivilgesellschaft haben sich als unfähig erwiesen, diese Herausforderung zu meistern. Jahrzehntelange Versuche, öffentliche Institutionen und Konzerne dazu zu bewegen, ihr destruktives Verhalten aufzugeben, haben versagt und gipfeln nun in der absurden aber vielsagenden Tatsache, dass nach Jahren voller Rekordtemperaturen und extremen Wetterbedingungen die mächtigste Regierung der Welt die Existenz des Klimawandels leugnet. Es ist zu spät, um darauf zu warten, dass die Exekutive, die Legislative oder die Behörden &amp;ndash; die oft von genau den Industrien vereinnahmt sind, die sie regulieren sollen &amp;ndash; die Notwendigkeit zu handeln erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;das-recht-auf-widerstand&#34;&gt;Das Recht auf Widerstand&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Jedes behauptete legale Recht, fossile Brennstoffe zu fördern, transportieren und verkaufen ist mutmaßlich ungültig. Es gibt kein Recht, verheerenden Schaden am Planeten und an seinen Bewohner*innen anzurichten. Im Gegenteil: Dadurch, dass sie die Klimakrise nicht angesprochen haben und das System der fossilen Energie aufrechterhalten, haben Konzerne und Regierungen die Gesetze von Bundes- und Nationalstaaten sowie internationales Recht verletzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese außerordentlich schweren Verletzungen begründen ein Recht für das Volk, sich zu widersetzen. Die Einwilligung des Volkes ist die Voraussetzung für demokratische Führung und kann widerrufen werden, wenn die Regierungsinstitutionen ihre Treuepflicht gegenüber der Öffentlichkeit gebrochen haben. Das grundlegende Recht des Volkes, ein korruptes Regime mit einer neuen sozialen Ordnung zu ersetzen, die auf Gerechtigkeit und Gleichheit aufbaut, ist unantastbar und benötigt keine Bestätigung durch das Rechtssystem.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Recht erkennt dieses Prinzip als gerechtfertigten Widerstand an. Die Doktrin des Notstandes, laut der Individuen das Recht haben, die Gesetze auf dem Papier zu verletzen, um vorrangige Interessen zu schützen, wird seit Jahrhunderten in Gesetzesbüchern und rechtlichen Traditionen erfasst, so auch im bürgerlichen Recht in den USA und in den Statuten mehrerer Bundesstaaten. Gesetze, die das Recht darauf anerkennen, sich selbst, andere und Besitz zu schützen, bieten zusätzliche Rechtfertigungen für Widerstand. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte betont, dass das Volk das Recht hat, „als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen“.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;quellen-und-prinzipien-des-rechts-auf-zivilen-klimawiderstand&#34;&gt;Quellen und Prinzipien des Rechts auf zivilen Klimawiderstand&lt;/h2&gt;
&lt;h3 id=&#34;das-öffentliche-vertrauen&#34;&gt;Das öffentliche Vertrauen&lt;/h3&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;National- wie bundesstaatliche Regierungen müssen die Aspekte der nichtmenschlichen Natur schützen, die - wie Luft, Wasser und Klima - notwendig sind, um das Leben und das Wohlergehen des Volkes zu gewährleisten. Die Rolle von Regierungen als Verwalterinnen von wertvollen natürlichen Ressourcen wird seit langem von Staaten auf der ganzen Welt und von den Gerichten in diesem Land anerkannt. Zusätzlich zu ihrer Pflicht, ein stabiles Klima &amp;ndash; ohne das eine menschliche Gesellschaft unmöglich ist &amp;ndash; zu schützen, haben Regierungen die Verpflichtung, Ökosysteme zu verteidigen, die von der Klimaerwärmung und den Rohstoffindustrien, die diese verursachen, betroffen sind. Indem sie stattdessen die schädlichen Aktivitäten von Konzernen, die mit fossilen Rohstoffen arbeiten, aktiv fördern und die großflächige Zersetzung und Zerstörung von Dingen erlauben, die ihnen von der Öffentlichkeit anvertraut wurden, haben Regierungen ihre Pflichten gegenüber dem Volk verletzt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h3 id=&#34;die-allgemeine-erklärung-der-menschenrechte&#34;&gt;Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte&lt;/h3&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte erkennt das Recht jedes Individuums auf „Leben, Freiheit und Sicherheit der Person“ an, das Recht, „in [&amp;hellip;]  den Genuss der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind“; sowie den „Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.“ Indem sie ein System der fossilen Energie fördern und schützen, das diese Garantien direkt unterminiert, und indem sie eine soziale Ordnung stützen, die das Klima zugunsten der Reichen zerstört, haben Regierungen die grundlegenden Menschenrechte des Volkes verletzt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h3 id=&#34;internationale-abkommen&#34;&gt;Internationale Abkommen&lt;/h3&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen sind die Vertragsparteien gesetzlich verpflichtet, „eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems“ zu verhindern. Sie sind außerdem unter dem internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verpflichtet, Verhältnisse zu schaffen, „in denen jeder seine bürgerlichen und politischen Rechte ebenso wie seine wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte genießen kann“. Indem sie direkt zu der Emission von gefährlichen Mengen CO2 beigetragen und die Bedingungen einer stabilen Gesellschaft unterminiert hat, obwohl sie von den Schäden durch den Klimawandel wusste, haben die staatlichen Regierungen diese Verpflichtungen unter ihren internationalen Abkommen verletzt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h3 id=&#34;internationales-gewohnheitsrecht&#34;&gt;Internationales Gewohnheitsrecht&lt;/h3&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Es ist ein grundlegendes Prinzip des internationalen Rechts, dass Staaten ihr Territorium davor schützen müssen, auf eine Weise genutzt zu werden, die Umweltschäden in anderen Ländern verursacht. Dieses Vorsorgeprinzip verpflichtet Staaten, öffentliche und private Aktivitäten zu verbieten, die anderswo Schädigungen verursachen. Indem sie die Förderung und Verbrennung von fossilen Brennstoffen in ihren eigenen Grenzen fördern und indem sie die Anstrengungen von einheimischen Konzernen ermuntern, das System der fossilen Brennstoffe im Ausland auszuweiten, haben sie das Vorsorgeprinzip schamlos verletzt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h3 id=&#34;rechte-nichtmenschlicher-wesen&#34;&gt;Rechte nichtmenschlicher Wesen&lt;/h3&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;In Anbetracht des wachsenden Bewusstseins, dass menschliche und nichtmenschliche Wesen eine gemeinsame natürliche Gemeinschaft bilden und dass eine gerechte Gesellschaft unmöglich ist ohne den angemessenen Respekt gegenüber Tieren, Pflanzen und Ökosystemen, müssen die Rechte von nichtmenschlichen Wesen respektiert werden. Diese Rechte, die implizit sind im neunten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der Public-Trust-Doktrin und Gesetzen zum Schutz der Umwelt, werden in der allgemeinen Erklärung der Rechte der Mutter Erde anerkannt und beinhalten das „Recht auf Leben und Existenz“, „das Recht, respektiert zu werden“ und das „Recht auf vollständige und zeitnahe Wiedergutmachung“ bei Verletzungen dieser Rechte. Indem sie die weitläufige Zerstörung und Verletzung von nichtmenschlichen Wesen durch die Förderung von fossilen Brennstoffen subventionieren, haben Regierungen diese Rechte verletzt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;figure class=&#34;right top10&#34;&gt;&lt;a href=&#34;kxl-protest-arrest.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;kxl-protest-arrest-s.jpg&#34;
         alt=&#34;KXL-Protest vor dem weißen Haus, 2. März 2014&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;KXL-Protest vor dem weißen Haus, 2. März 2014
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;Diese Rechtsprinzipien (und andere, die noch artikuliert oder entwickelt werden können) illustrieren ein Recht darauf, sich auf gewaltfreie Weise dem System der fossilen Energien und den Handlungen von nationalstaatlichen, bundesstaatlichen oder lokalen Regierungen, die dieses unterstützen, zu widersetzen. Dieser Widerstand wird von der extremen und existentiellen Bedrohung alles menschlichen und nichtmenschlichen Lebens gerechtfertigt, die der Klimawandel darstellt. Das Recht auf Widerstand beruht weiterhin auf Gerechtigkeit, Moral und dem Recht des Volkes, einer Regierung, die gegen seine Interessen arbeitet, seine Zustimmung zu entziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welche Form dieser gewaltfreie Widerstand auch annimmt &amp;ndash; und er existiert bereits in Gemeinschaften auf der ganzen Welt &amp;ndash; jene, die sich dem System der fossilen Energien entgegenstellen, sind im Recht in ihrem Kampf für eine bessere Welt.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Lies über diese drei Widerstandsaktionen zum Schutz des Klimas&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby Montoya und Jessica Reznicek&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve Turners&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/unistoten-camp/&#34;&gt;Unist&amp;#39;ot&amp;#39;en Camp&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Die Kunst des Guerillakampfes: Auszüge für Aktivist*innen</title>
      <link>https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/kunst-guerrillakampf-gubbins/</link>
      <pubDate>Sun, 16 Dec 2018 11:25:34 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/kunst-guerrillakampf-gubbins/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;p&gt;Im Vorfeld des zweiten Weltkriegs schrieb Colin Gubbins, Kommandant der englischen Sondereinsatztruppen, &lt;em&gt;The Art of Guerrilla Warfare&lt;/em&gt;. Das Pamphlet bot den Widerstandskräften, die im besetzten Europa hinter den Linien der Feinde agierten, Hilfe bei Guerilla-Attacken und Sabotage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Umstände der Partisan*innen in von den Nazis besetzten Gebieten unterscheiden sich in wichtigen Aspekten von denen heutiger potentieller Ökosaboteur*innen.&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
&lt;thead&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;th&gt;Charakteristik&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;2. Weltkrieg&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Heute&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/thead&gt;
&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Besatzer&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Nazideutschland&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Industrielles System&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Bevölkerung loyal gegenüber&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Besetzter Nation&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Industriellem System&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Widerstand verteidigt&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Besetzte Nation&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Menschl. u. nicht-menschl. Leben global&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Verbreitete Einstellung gegegnüber Widerstand&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Unterstützung&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Feindselig&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Ziele d. Widerstands&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Feindliche Truppen u. Unterstützung&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Kritische Infrastruktur - nicht Menschen&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Größe des Widerstands&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Oft groß&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Winzig&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Andere im Widerstand finden&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Relativ einfach&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Schwer und gefährlich&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Strategisches Ziel&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Feindl. Truppen beschäftigen &amp;amp; vom wirklichen Krieg abhalten&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Fossile Energien abschalten, Industrialismus unmöglich machen&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Trotzdem können viele von Gubbins Prinzipien für den heutigen Widerstand relevant sein; hier sind Auszüge aus seinem Pamphlet mit Kommentaren von Fossile Energien aufhalten (FEA) in kursiv:&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right top25 vertical&#34;&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/The%20Art%20of%20Guerrilla%20Warfare%20-%20Gubbins.pdf&#34;&gt;&lt;img src=&#34;art-of-guerrilla-warfare.jpg&#34;
         alt=&#34;Pamphlet front cover image&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;
                    &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/files/The%20Art%20of%20Guerrilla%20Warfare%20-%20Gubbins.pdf&#34;&gt;Ganzes Pamphlet herunterladen&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;h2 id=&#34;thema&#34;&gt;Thema&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#2.&lt;/strong&gt; Es gibt drei Hauptarten des Guerillakrieges:&lt;br&gt;
  (a) Die Aktivitäten von Individuen oder von kleinen Gruppen, die heimlich Sabotageakte durchführen.&lt;br&gt;
  (b) Die Aktionen einer größeren Gruppe, die als Bande einem nominierten Anführer unterstellt ist und Militärtaktiken, Waffen usw. nutzt, um ihr Ziel zu erreichen, das normalerweise darin besteht, etwas zu zerstören.&lt;br&gt;
  (c) Die Operationen von großen Guerillatruppen, deren Stärke einen gewissen Grad an militärischer Organisation notwendig macht, um ihren Zusammenhalt sicherzustellen und um einen Aktionsplan effektiv durchzuführen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;FEA: Moderne Ökosaboteur*innen werden meist auf Individuen und kleine Affinitätsgruppen beschränkt sein. Sie könnten mit großen Netzwerken mehr erreichen, aber diese wären im heutigen Überwachungsstaat schwer zu organisieren.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;ziele-des-guerillakrieges&#34;&gt;Ziele des Guerillakrieges&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#8.&lt;/strong&gt; Die ganze Kunst des Guerillakrieges liegt darin, den Feind dort zu treffen, wo er es am wenigsten vermutet und wo er dennoch am verletzlichsten ist.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;methoden-und-prinzipien&#34;&gt;Methoden und Prinzipien&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#9.&lt;/strong&gt; Die Methoden und Prinzipien des Guerillakampfes müssen auf einer korrekten Einschätzung der relativen Vorteile und Nachteile des Feindes einerseits und der Guerillas andererseits aufbauen, was sowohl Ausrüstung angeht als auch Mobilität, Truppenstärke, Informationslage, Kampfgeist, Training usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#11.&lt;/strong&gt; Guerillas können in den Aspekten Mobilität, Informationslage und Kampfgeist einen Vorteil gewinnen, und diese Faktoren sind die Mittel, durch die die überlegene Ausrüstung und Truppenstärke des Feindes am besten bekämpft werden kann. Diese Überlegenheit im Aspekt Mobilität ist allerdings nicht absolut sondern relativ – da ist die Verwendung des Bahnsystems durch den Feind, der Besitz einer großen Anzahl Autos, Lkws, Panzerwagen, Panzer usw., eine große Kavallerie usw. Aber wenn der Ort der Auseinandersetzung klug gewählt ist und im Schutz der Dunkelheit gehandelt wird, um einen Überraschungseffekt zu erzielen, können die Guerillas relativ überlegene Mobilität für das Zeitfenster erreichen, das für die fragliche Operation relevant ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;FEA: Regierungen und private Sicherheitskräfte werden heute vermutlich keine Kavallerie haben, aber sie haben Flugzeuge, Helikopter, Drohnen und die Fähigkeit, Truppen aus jeder Richtung zu mobilisieren. Überraschende Bewegungen und im Voraus geplante Fluchtrouten bleiben wichtig.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#12.&lt;/strong&gt; Der Feind wird normalerweise in einem Land sein, in dem die Bevölkerung größtenteils feindselig ist, daher werden die Leute aktiv kooperieren, indem sie die Guerillas mit Informationen versorgen und diese dem Feind vorenthalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;FEA: Leider identifizieren sich heute fast alle Leute mit dem Feind &amp;ndash; dem industriellen System &amp;ndash; daher ist die Situation heute umgekehrt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#14.&lt;/strong&gt; Guerillas müssen die Initiative ergreifen und sich nach Kräften darum bemühen, diese zu behalten. Die Initiative zu haben verleiht den unschätzbaren Vorteil, den Ort für Operationen zu wählen, der am vorteilhaftesten für Erfolg ist, was Lage, Zeitpunkt, relative Stärke usw. angeht. Die Initiative kann immer ergriffen werden, indem man vollkommen inaktiv bleibt, bis der Moment gekommen ist, als Guerilla zu handeln, und dann einen Überraschungsangriff auf den Feind startet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#15.&lt;/strong&gt; Die Immunität von Partisanen gegen Aktionen des Feindes ist ein Faktor von höchster Wichtigkeit, was Kampfgeist angeht; dem Feind Schaden und Tod zuzufügen und ungeschoren davonzukommen ärgert und frustriert den Feind und ermutigt entsprechend die Guerillas; in dieser Handlungssphäre ist nichts so erfolgreich wie Erfolg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#16.&lt;/strong&gt; Das Ziel der Guerillas muss es sein, ihre inhärenten Vorteile so auszunutzen, dass sie diejenigen des Feindes nichtig werden lassen. Die Prinzipien dieser Art von Kriegsführung sind daher:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;  (a) Zuallererst der Überraschungseffekt, indem man die Pläne des Feindes herausfindet und die eigenen Absichten und Bewegungen verhüllt.&lt;br&gt;
  (b) Führe niemals eine Operation durch, außer der Erfolg ist dank gründlicher Planung und guter Informationslage sicher. Brich die Aktion ab, wenn sie zu riskant wird.&lt;br&gt;
  (c) Stelle sicher, dass es immer einen sicheren Fluchtweg gibt.&lt;br&gt;
  (d) Wähle Gebiete und Orte für Aktionen aus, an denen deine Mobilität der des Feindes überlegen sein wird, da du besseres Kenntnis des Terrains, leichtere Ausrüstung usw. hast.&lt;br&gt;
  (e) Handle wenn möglich nur, wenn es dunkel ist.&lt;br&gt;
  (g) Vermeide es, in einem Kampf durch die überlegenen Truppen oder die bessere Ausrüstung des Feindes in die Enge getrieben zu werden; brich die Aktion ab, bevor sich eine solche Situation entwickeln kann.&lt;br&gt;
  (i) Wenn die Zeit zum Handeln kommt, handle mit der größten Unerschrockenheit und Verwegenheit. Das Motto des Partisanen ist ‚Wacker aber wachsam&amp;quot;.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;organisation&#34;&gt;Organisation&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#24.&lt;/strong&gt; Moderne Entwicklungen, besonders was Flugzeuge, mechanisierte Ausrüstung und drahtlose Technologie angeht, haben weitgehende Auswirkungen auf den Guerillakampf und erlauben dem Feind, sich schnell zu sammeln, um sich entdeckten Guerillas entgegenzustellen. Sich vor Flugzeugen zu verstecken wird daher zu einem der wichtigsten Faktoren und beschränkt unweigerlich die Fähigkeit einer größeren Anzahl Guerillas, sich frei durch das Land zu bewegen. Daher können sich solche Truppen, wenn sie unentdeckt bleiben wollen, nur nachts bewegen und müssen sich tags bedeckt halten oder Pfade nutzen &amp;ndash; beispielsweise durch dichte Wälder usw. &amp;ndash; die ein Versteck vor auskundschaftenden Flugzeugen bieten; solche Routen können allerdings ihre eigenen Hürden bereithalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;FEA: Keine „größere Anzahl“ Ökosaboteur*innen wird sich durchs Land bewegen, aber kleine Gruppen werden sogar nachts vorsichtig sein müssen, um Überwachung durch Drohnen und Sicherheitskameras zu entgehen. Ihnen ist anzuraten, sich tags bedeckt zu halten, indem sie sich in der Bevölkerung verstecken, ihre beste Tarnung ist die Maske des Durchschnittsbürgers.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;waffen-und-ausrüstung&#34;&gt;Waffen und Ausrüstung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#35.&lt;/strong&gt; Es ist sehr wichtig, dass jede Gelegenheit ergriffen wird, Waffen und Munition vom Feind zu stehlen. Es wird manchmal notwendig sein, Überfälle zu organisieren, deren Hauptziel es ist, Waffen zu erobern; jeder Partisan muss diesen Sachverhalt als höchste Priorität begreifen und bereit sein, jede Gelegenheit zu ergreifen, die sich bietet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;FEA: Gubbins schreibt über Munition zur Tötung von Menschen. Moderne Widerstandskämpfer*innen würden nach Sprengstoff und anderen Mitteln suchen, die benutzt werden können, um Infrastruktur zu beschädigen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;informationsbeschaffung&#34;&gt;Informationsbeschaffung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#40.&lt;/strong&gt; Die Guerillas müssen den Leuten deutlich machen, wie absolut notwendig es ist, dem Gegner alle Informationen über sie vorzuenthalten, egal wie harmlos sie erscheinen mögen; die Leute müssen überzeugt werden, dass ihre Weigerung, mit dem Feind zu kommunizieren, von größter Bedeutung für die Befreiung ihres Landes vom Griff des Feindes und für die Sicherheit ihrer Freundinnen, Freunde und Verwandten ist. Sie müssen angewiesen werden, niemals und unter keinen Umständen über die Aktivitäten der Guerillas zu reden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In jeder Gemeinschaft wird es gewisse Individuen geben, die so würdelos sind, dass sie sogar ihre eigenen Landsmänner verkaufen würden, um ihre Gier zu befriedigen. Auf diese Möglichkeit muss gut geachtet werden, und wann auch immer derartige Niederträchtigkeit bewiesen wurde, muss der Verräter ohne Zögern und Zaudern getötet werden. Durch derart mitleidlose, aber gerechtfertigte Handlungen werden andere, die ähnlichen Verrat planen, abgeschreckt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;FEA: Die meisten Leuten werden Untersuchungen gegen Personen, die gegen die fossilen Energien aktiv werden, bereitwillig unterstützen, aber die, die Sympathien für diesen Kampf haben, sollten niemals mit der Polizei reden. Um die Sicherheit von Untergrundaktivist*innen zu gewährleisten, mag es notwendig sein, dass die Bewegung härtere Strafen als nur öffentliche Bloßstellung gegen Leute wie den heroinsüchtigen ELF-Informanten &lt;a href=&#34;https://snitchwire.blogspot.com/2011/04/lead-elf-informant-jake-ferguson.html&#34;&gt;Jake Ferguson&lt;/a&gt; anwendet.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#42.&lt;/strong&gt; Die Guerillas selbst müssen dazu trainiert werden, keine Informationen preiszugeben, wenn sie verhaftet werden. Der Geheimdienst des Feindes ist gut darin, Gefangene zum Reden zu bringen, Überwachungsgeräte und Spitzel in Gefängnisse und Konzentrationslager zu schleusen, die Briefe, die Gefangene erhalten und versenden, zu lesen usw.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;vernetzung&#34;&gt;Vernetzung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#44.&lt;/strong&gt; Alle Kommunikationsmittel, die vom Feind abgefangen werden könnten, müssen mit größtmöglicher Vorsicht verwendet werden, da jeder Code und jede Verschlüsselung, die von Guerillas verwendet wird, notwendigerweise einfach sein oder selten geändert werden muss, weshalb es dem Feind nicht schwer fallen wird, den Code zu entschlüsseln. Derartige Mittel bieten daher nur sehr begrenzte Sicherheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#45.&lt;/strong&gt; Informationen verbal und direkt zu übermitteln, ist eindeutig die sicherste und in vielerlei Hinsicht verlässlichste Vorgehensweise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;FEA: Richtige angewandte moderne Verschlüsselung ist mathematisch unmöglich zu brechen, aber Metadaten können analysiert und Software und Betriebssysteme kompromittiert werden. Persönliche Kommunikation, weit weg von elektronischen Geräten und Orten, die verwanzt sein könnten, ist immer noch am sichersten. Geht im Wald spazieren!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;training&#34;&gt;Training&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#48.&lt;/strong&gt; Jeder Guerilla, der einen Hintergrund mit militärischem Training hat, ist ipso facto ein besserer Partisan. Das Ziel von militärischem Training ist es, jeden Rekruten von welchem Kaliber auch immer in einen einigermaßen guten Soldaten zu verwandeln, weshalb es auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner aufbaut. Guerillas dagegen rekrutieren meist die, die eine natürliche Neigung zum Kämpfen haben, die den Gebrauch von Waffen, Schlafen auf dem Boden, Handeln im Dunkeln usw. gewohnt sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daher sollte ihr Training zunächst auf den Gebrauch der grundlegenden Waffen fokussiert sein und auf den Gebrauch der verschiedenen destruktiven Mittel wie Bomben, Minen für Straßen und Bahngleise usw., die so einen besonderen und nützlichen Aspekt des Guerillakampfes bilden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#49.&lt;/strong&gt; Für diese Mittel sind Kenntnisse von elektrischen Geräten von großem Wert; Anführer müssen daher versuchen, in ihren Gruppen einige Leute zu haben, die über derartiges Wissen verfügen; wenn diese nicht verfügbar sind, müssen Personen mit der entsprechenden Veranlagung ausgebildet werden. Das Platzieren und sogar das Auslösen dieser Vorrichtungen selbst kann im Notfall oft von Personen ohne entsprechenden Hintergrund ausgeübt werden, aber die Risiken von Ineffizienz und Fehlschlag sind groß und sollten nicht in Kauf genommen werden, nur um ein wenig Zeit zu sparen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;#52.&lt;/strong&gt; Training in defensiven Aktionen gegen moderne Waffen ist wichtig, besonders in den folgenden Aspekten:&lt;br&gt;
  (a) &lt;strong&gt;Flugzeuge&lt;/strong&gt;: Partisanenführer müssen allen ihren Kämpfern verdeutlichen, dass die sicherste Methode, Erfolg zu erzielen, ist, unentdeckt zu bleiben. Sich vor Flugzeugen zu verstecken, ist von größter Wichtigkeit und den Leuten muss beigebracht werden, sich schnell zu verstecken, sich mit dem Gesicht nach unten hinzulegen und vollkommen still liegen zu bleiben, bis das Flugzeug vorbeigeflogen ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;FEA: Aktivist*innen müssen eventuell Gegenmaßnahmen gegen Sicherheitskameras, Drohnen und andere moderne Technologie ergreifen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

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    </item>
    
    <item>
      <title>Die Explosion von Enbridges Westcoast-Energy-Pipeline</title>
      <link>https://aktion-fea.de/kettenreaktion-der-ausf%C3%A4lle/explosion-enbridge-pipeline-fallstudie/</link>
      <pubDate>Sat, 24 Nov 2018 14:12:16 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/kettenreaktion-der-ausf%C3%A4lle/explosion-enbridge-pipeline-fallstudie/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;figure class=&#34;right headingtop&#34;&gt;&lt;a href=&#34;prince-george-enbridge-westcoast-explosion.png&#34;&gt;&lt;img src=&#34;prince-george-enbridge-westcoast-explosion-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Die Explosion der Enbridge-Westcoast-Energy-Pipeline&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Die Explosion der Enbridge-Westcoast-Energy-Pipeline
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;Der Transport von Erdgas und Erdöl ist stark von Pipelines abhängig. In einigen Gegenden sind einige wenige Pipelines der Engpass für die Verteilung in einer ganzen Region.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 9. Oktober 2018 brach eine von zwei Erdgaspipelines im selben Gebiet auf und explodierte. Beide Pipelines wurden stillgelegt, was bedeutete, das eins von nur drei größeren Pipelinesystemen stillgelegt wurde, die Gas aus Kanada in den Westen der USA leiten. Die Unterbrechung des Transports von 42 Milliarden Liter Gas pro Tag, von denen 1 Milliarde die USA in Sumas, WA erreichen, führte zur sofortigen Sparmethoden.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;FortisBC bat Kund*innen aus British Columbia, ihre Thermostate herunterzustellen und ihre Verwendung von Erdgas zu reduzieren. &lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Canfor, eine Papiermühlenfirma auf den Prinz-George-Inseln, legte zwei Mühlen still.&lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die US-Firmen Puget Sound Energy, Avista und Cascade Natural Gas baten Kunden aus dem Staat Washington, Gas und Elektrizität zu sparen.&lt;sup id=&#34;fnref1:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; &lt;sup id=&#34;fnref1:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Cascade Natural Gas schnitt seinen großen Industriekunden den Nachschub ab.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ölraffinerien hängen oft von Erdgas ab, welches sie für ihre Energieversorgung und auch als Rohstoff nutzen. Die Shell-Puget-Sound- und Marathon-Petroleum-Raffinerien in Anacortes, WA, legten einige ihrer Einheiten still&lt;sup id=&#34;fnref:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, genau wie eine Phillips-66-Raffinerie in Ferndale, WA und mindestens eine andere in der Region. Die Treibstoffpreise stiegen.&lt;sup id=&#34;fnref:4&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:4&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Die Explosion bietet ein Beispiel für eine Kettenreaktion an Ausfällen:&lt;/p&gt;

&lt;p class=&#34;nobottommargin&#34;&gt;  

Schaden an einer Gaspipeline → eine zweite Pipeline wird stillgelegt → schwerer Gasmangel →

&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Nachschub für Industriekunden wird abgeschnitten → Papiermühlen und vielleicht auch andere industrielle Operationen halten an&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;2 Millionen Kund*innen werden gebeten, Energie zu sparen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;mindestens vier Ölraffinerien werden teilweise stillgelegt → Die Gaspreise an der Westküste steigen an, was vielleicht die Nutzung reduziert&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Obwohl die meisten Aktivist*innen keine Pipelines sprengen werden, sollten sie dennoch systemisches Denken in Strategie und Praxis anwenden und so ihre begrenzten Ressourcen so effizient wie möglich einsetzen und &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#kettenreaktion-der-ausf%C3%A4lle&#34;&gt;eine Kettenreaktion von Ausfällen&lt;/a&gt; auslösen. Sie sollten &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#zielauswahl&#34;&gt;ihre Ziele genau auswählen&lt;/a&gt; und ihre Möglichkeiten mithilfe von Werkzeugen wie der CARVER-Matrix untersuchen.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Für mehr über systemisches Denken lies auf unserer Startseite &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#materialschlacht&#34;&gt;ab dem Punkt &amp;quot;Materialschlacht&amp;quot;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bleib auf dem Laufenden über unsere Forschung durch unsere &lt;a href=&#34;#footer-subscribe&#34;&gt;E-Mail-Liste&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&#34;#footer-contact&#34;&gt;die sozialen Medien&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.cbc.ca/news/canada/british-columbia/fortis-british-columbians-conserve-gas-explosion-1.4856878&#34;&gt;https://www.cbc.ca/news/canada/british-columbia/fortis-british-columbians-conserve-gas-explosion-1.4856878&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.seattletimes.com/seattle-news/puget-sound-energy-asks-customers-to-conserve-power-after-canadian-natural-gas-pipeline-ruptures/&#34;&gt;https://www.seattletimes.com/seattle-news/puget-sound-energy-asks-customers-to-conserve-power-after-canadian-natural-gas-pipeline-ruptures/&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref1:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:3&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.goskagit.com/news/local_news/precautions-taken-in-wake-of-b-c-gas-pipeline-explosion/article_81af3379-6962-57a8-8ed4-104dbe78e4c6.html&#34;&gt;https://www.goskagit.com/news/local_news/precautions-taken-in-wake-of-b-c-gas-pipeline-explosion/article_81af3379-6962-57a8-8ed4-104dbe78e4c6.html&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:4&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#34;https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-10-10/gas-line-break-forces-northwest-u-s-refiners-to-curb-production&#34;&gt;https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-10-10/gas-line-break-forces-northwest-u-s-refiners-to-curb-production&lt;/a&gt;&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:4&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Winnie Puuh über fossile Energie</title>
      <link>https://aktion-fea.de/hoffnung-nicht-genug/winnie-puuh-fossile-energien/</link>
      <pubDate>Wed, 21 Nov 2018 15:18:07 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/hoffnung-nicht-genug/winnie-puuh-fossile-energien/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;p&gt;Im &lt;a href=&#34;https://wikilivres.org/wiki/Winnie-the-Pooh#CHAPTER_I:_IN_WHICH_WE_ARE_INTRODUCED_TO_WINNIE-THE-POOH_AND_SOME_BEES.2C_AND_THE_STORIES_BEGIN&#34;&gt;allerersten Kapitel&lt;/a&gt; des ersten Buches über ihn imitiert Winnie Puuh mit seinem menschlichen Freund Christopher Robin den Aufstieg und Fall des Industrialismus. Wir können aus dieser Geschichte lernen.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;

&lt;p&gt;Während Winnie Puuh durch den Wald geht, hört er einen Bienenstock auf einem Baum. Sein innerer Monolog bringt ihn von „Der einzige Grund, eine Biene zu sein, ist es, so weit ich weiß, Honig zu sammeln“ hin zu „Und der einzige Grund, Honig zu sammeln, ist, damit &lt;em&gt;ich&lt;/em&gt; ihn essen kann.“ Also entscheidet er sich, den Bienenstock zu plündern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein erster Versuch, den Baum zu erklimmen, ist ein kompletter Fehlschlag, also setzt er einen Ballon ein, um an den Bienenstock zu kommen. Nachdem er Puuh diese Technologie zugänglich gemacht hat, beteiligt sich Christopher Robin an einem kunstlosen Täuschungsversuch und versucht die Bienen davon zu überzeugen, den schlammbedeckten Puuh als Regenwolke zu sehen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right&#34;&gt;&lt;img src=&#34;little-black-rain-cloud.jpg&#34;
         alt=&#34;&amp;amp;ldquo;Ich bin natürlich eine kleine Regenwolke!&amp;amp;rdquo;&#34;/&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin natürlich eine kleine Regenwolke!&amp;rdquo;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wie nicht anders erwartet, lassen sich die Bienen nicht täuschen und reagieren auf diese versuchte Ausbeutung mit wütender Selbstverteidigung. Winnie Puuh, der nun in einer gefährlichen Lage ist, aber Angst hat, den Ballon loszulassen, weist Christopher Robin an, den Ballon herunter zu schießen. Der erste Schuss trifft und verletzt versehentlich Puuh, aber der zweite lässt die Luft aus dem Ballon und Puuh kehrt sicher zum Boden zurück.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;hr&gt;

&lt;p&gt;Unsere Gesellschaft behandelt nichtmenschliche Lebewesen so, wie Winnie Puuh die Bienen behandelt – als hätten sie keinen Lebenszweck außer unsere Wünsche zu bedienen. Wir nutzen sie, ihre Lebensräume und ihre Kreationen aus, ohne ihnen etwas zurückzugeben. Wir nutzen fossilen Energien, um vorher unzugängliche Weiten und unvorstellbare Tiefen zu erreichen, und reißen so viel an uns, wie wir können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau wie Puuh und Christopher zusammenarbeiten, um Puuhs Überfall zu ermöglichen, bauen und unterhalten einige von uns Technologien für Energieproduktion, Bergbau, Materialverarbeitung, Transport, Finanzwesen, Telekommunikation, Verwaltung und Informationsaustausch. Wie die „kleine schwarze Regenwolke“ geben sich einige von uns mithilfe von Biosprit, Solarzellen und Bioetiketten als „grün“ aus und andere spielen bei dieser absurden Täuschung mit. Wir alle hoffen, dass die Natur unsere Grünfärberei nicht bemerken wird, während unsere Maschinen die Rohmaterialien für unsere Luxusgüter aus ihr herausreißen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;left&#34;&gt;&lt;a href=&#34;green-hornet-biofuel-jet-b.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;green-hornet-biofuel-jet.jpg&#34;
         alt=&#34;&amp;amp;ldquo;Ich bin natürlich ein kleiner grüner Kampfjet!&amp;amp;rdquo;&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin natürlich ein kleiner grüner Kampfjet!&amp;rdquo;
                    &lt;a href=&#34;https://www.wired.com/2010/04/navy-converts-biofuel-into-noise-to-celebrate-earth-day/&#34;&gt;&lt;br&gt;Biospritbetriebener Kampfjet &amp;lsquo;Green Hornet&amp;rsquo;&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;left clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;biodiesel-paving-machine.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;biodiesel-paving-machine-s.jpg&#34;
         alt=&#34;&amp;amp;ldquo;Ich bin natürlich eine kleine grüne Pflastermaschine!&amp;amp;rdquo;&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin natürlich eine kleine grüne Pflastermaschine!&amp;rdquo;
                    &lt;a href=&#34;https://www.forconstructionpros.com/equipment/fleet-maintenance/article/10720917/biodiesel-puts-construction-fleets-in-the-green&#34;&gt;&lt;br&gt;Biospritbetriebene Bauflotte&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;left clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;bentley-factory-solar-panels.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;bentley-factory-solar-panels-s.jpg&#34;
         alt=&#34;&amp;amp;ldquo;Ich bin natürlich eine kleine grüne Autofabrik!&amp;amp;rdquo;&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;&amp;ldquo;Ich bin natürlich eine kleine grüne Autofabrik!&amp;rdquo;
                    &lt;a href=&#34;https://www.autoblog.com/2018/04/11/bentley-installing-10-000-solar-panels-in-hq-parking-lot/&#34;&gt;&lt;br&gt;Bentley-Fabrik, Crewe, England&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wir haben das unangenehme Bewusstsein, dass unsere einseitige Beziehung mit der Natur uns in eine gefährliche Lage gebracht hat, aber wir können sie nicht aufgeben. Fossile Energien bringen uns in Gefahr, schon&amp;hellip; aber dann ist da diese unwiderstehliche Verheißung von immer noch mehr Schnickschnack. Und wie Winnie Puuh sind wir von unserer Technologie abhängig geworden. Es scheint, als wäre der Fall zu weit, wenn wir sie aufgeben, daher können wir nicht an unseren kurzfristigen Ängsten vorbei auf die langfristigen Vorteile sehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir brauchen einen Christopher Robin, der tut, was wir nicht tun können oder wollen – den von fossilen Energien abgetrieben Industrialismus, an dem wir uns festklammern, abschalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie die Bienen zunehmend wütend auf Winnie Puuh werden, reagiert die Erde immer stärker und strenger auf unsere Vorstöße – mit größeren und häufigeren Bränden, Dürren, Stürmen und Überflutungen. Aber im Gegensatz zu Puuh, der den Boden nicht mit zerbrochenem Glas und spitzen Metallstücken bedeckt hat, ist uns eine schmerzhafte Landung sicher. Unsere industriellen Aktivitäten haben Wasser, Boden und Luft vergiftet, das Klima destabilisiert, den Mutterboden abgetragen, die Flüsse gestaut und die Wälder gerodet, die wir zum Überleben brauchen werden – und tun dies weiterhin, immer schneller. Und während Puuh nur sich selbst in Gefahr bringt, gefährden wir &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kologischer-kollaps/biologische-ausl%C3%B6schung/&#34;&gt;nichtmenschliche Wesen&lt;/a&gt; – Individuen, lokale Populationen und ganze Spezies – denen gegenüber wir Verpflichtungen haben und von denen wir abhängen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir brauchen Christopher Robins, die so bald wie möglich schießen. Hoffentlich ist es nicht zu spät dafür, dass sie uns eine sanfte Landung ermöglichen mit den relativ schrittweisen Taktiken des &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#ziviler-ungehorsam&#34;&gt;zivilen Ungehorsams&lt;/a&gt; und der &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#%C3%B6kosabotage&#34;&gt;Ökosabotage&lt;/a&gt; anstatt des &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#militanter-widerstand&#34;&gt;militanten Widerstands&lt;/a&gt;. Aber sie können nicht auf die Gelegenheit zu einem perfekten Schuss warten, der uns unmöglich verletzen kann. Während wir die Erde weniger bewohnbar machen, kommen unter dem Strich jeden Tag 227 000 Menschen dazu. Je länger unser &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/sanfter-%C3%BCbergang/wahnwitziges-experiment/&#34;&gt;wahnwitziges Experiment&lt;/a&gt; weitergeht, desto wahrscheinlicher ist es, dass am Ende ein Massensterben von menschlichen wie nichtmenschlichen Wesen steht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wird deine Rolle in dieser Geschichte sein? Wirst du die tollkühne Fassade des grünen Industrialismus gutheißen und dafür mit gestohlenem Honig belohnt werden? Wirst du die Gefahr erkennen, dich aber hilflos an dem Ballon festklammern und dein Schicksal erwarten? Oder wirst du versuchen, unsere Gesellschaft wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen; wirst du &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#werde-aktiv&#34;&gt;mithelfen, die fossilen Energien abzuschalten?&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Danke an &lt;a href=&#34;http://www.winnememwintu.us/caleen-sisk/&#34;&gt;Chief Caleen Sisk&lt;/a&gt; von den Winnemum Wintu, die die Parallele zwischen Winnie Puuh und unserer industriellen Kultur in ihrem Vortrag bei &lt;a href=&#34;https://www.youtube.com/watch?v=hD7mjRW1iCA&#34;&gt;Earth At Risk&lt;/a&gt; gezeigt hat.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Ruby Montoya &amp; Jessica Reznicek: DAPL-Ökosaboteurinnen</title>
      <link>https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/</link>
      <pubDate>Sun, 04 Nov 2018 15:10:28 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;„Wir schritten zur Tat mit Wissen, das wir eigenständig über ein paar Wochen hinweg gesammelt hatten und hielten ein Bauprojekt wochenlang auf, nur mit einem Brandanschlag oder einem beschädigten Ventil.&amp;quot; — Jessica Reznicek&#39;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-geschichte-der-ökosabotage-gegen-die-dakota-access-pipeline&#34;&gt;Die Geschichte der Ökosabotage gegen die Dakota-Access-Pipeline&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Umweltschützer*innen haben die Proteste in Standing Rock gegen den Bau der Ölpipeline (DAPL) im Jahr 2016 aufmerksam verfolgt, aber eine alternative Herangehensweise an Widerstand &amp;ndash; Ökosabotage &amp;ndash; hat viel weniger Aufmerksamkeit erhalten. Wir wissen von den folgenden Maßnahmen gegen das Bauprojekt:&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
&lt;thead&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;th&gt;Wann&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Wo&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Was&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/thead&gt;
&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Juli 2016&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;New Sharon, IA&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Baugeräte auf drei Baustellen verbrannt&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Oktober 2016&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Reasnor, IA&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Baugeräte verbrannt&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;November 2016&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Buena Vista County, IA&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Baugeräte verbrannt&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;März 2017&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Mehrere Orte, IA und SD&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Löcher bei zugedrehten Ventilen in Pipeline gebrannt&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;April 2017&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Mehrere Orte, IA&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Löcher bei zugedrehten Ventilen in Pipeline gebrannt; elektrische Einheiten und schwere Ausrüstung verbrannt&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Mai 2017&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Wapello County, IA&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Abgebrochener Versuch, Loch in Pipeline an zugedrehtem Ventil zu brennen&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;h2 id=&#34;ruby-und-jessicas-geschichte&#34;&gt;Ruby und Jessicas Geschichte&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wir wissen nicht, wer die frühen Brandanschläge durchgeführt hat, aber im Juli 2017 übernahmen Ruby Montoya und Jessica Reznicek &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/dapl-%C3%B6kosabotage-presseerkl%C3%A4rung/&#34;&gt;öffentlich die Verantwortung&lt;/a&gt; für die Reihe an Anschlägen, die im November begonnen hatten. Als katholische Arbeiterinnen, die sich der Gewaltlosigkeit verschrieben hatten, waren sie gegen die DAPL und die gesamte Infrastruktur der fossilen Energien, die sie als Verkörperungen und Beschleuniger von Gewalt sahen. Sie wurden auf die normale Weise radikalisiert: sie hatten alle Taktiken durchprobiert, die das System genau deswegen gutheißt, weil sie ineffektiv sind &amp;ndash; zu Gerichtsverhandlungen gehen, Unterschriften sammeln, an Demos, Boykotten, Hungerstreiks teilnehmen. Als sie sich dem zivilen Ungehorsam zuwandten, erlebten sie zum ersten Mal Erfolg durch ihre Teilnahme am Mississippi Stand, wo Abriegelungen Bauprojekte manchmal stundenlang aufhielten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie wussten, dass sie mehr tun mussten, also dachten sie gemeinsam darüber nach, wie sie Bauausrüstung langfristig betriebsunfähig machen konnten. Da sie keine Erfahrung mit Sabotage hatten, entschieden sie sich für Brandstiftung als Taktik für ihre erste Aktion. Sie verbrannten erfolgreich sechs Stück schwere Maschinerie, indem sie Brandsätze aus Benzin, Motorenöl und Lumpen in Kaffeedosen anzündeten.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;img src=&#34;ruby-jessica-dapl-ecosabotage.jpg&#34;
         alt=&#34;Ausgebrannter Bagger&#34;/&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Ausgebrannter Bagger
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;Dann entschieden sie, dass sie die Fertigstellung am effektivsten behindern konnten, indem sie Leitungen beschädigten, die schon im Boden waren, und so den Konzern zwangen, Abschnitt um Abschnitt auszugraben und zu ersetzen. Sie erforschten, wie man Stahl beschädigt, und entschieden sich für Acetylen-Sauerstoff-Schweißbrenner, um Rohre an überirdischen zugedrehten Ventilen zu beschädigen. Nachdem sie sich die notwendige Ausrüstung zugelegt hatten, brannten sie zwischen März und Mai 2017 Löcher in Ventile überall in der Pipeline und griffen auf Brandstiftung zurück, als ihnen zeitweilig die Sauerstoff-Acetylen-Behälter ausgingen.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;img src=&#34;dapl-exposed-at-shut-off-valve.jpg&#34;
         alt=&#34;Überirdischer Teil der DAPL an abgestelltem Ventil&#34;/&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Überirdischer Teil der DAPL an abgestelltem Ventil
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;dapl-valve-piercing.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;dapl-valve-piercing-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Pipeline beschädigt durch Schweißbrenner&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Pipeline beschädigt durch Schweißbrenner
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es ist bemerkenswert, dass sie kein vertieftes Wissen zum Thema hatten, als sie mit ihrer Ökosabotage begannen, und es trotzdem schafften, einen ausgeklügelten und effektiven siebenminütigen „Überfall“ an einer Baustelle nach der anderen durchzuführen, oft ohne vorherige Planung. Jessica beschrieb einen großen Teil ihrer Arbeit als „nachlässig“, wie sie und Ruby in ihrer Presseveröffentlichung schrieben:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;In unseren besonderen Umständen lernten wir, dass vorheriges Auskundschaften oft unsere Fähigkeit, sich spontan ergebende Gelegenheiten wahrzunehmen, behinderte. Also kamen wir mit unseren Schweißbrennern und unserer Schutzkleidung und fanden viele Baustellen vor, wir orientierten uns am &amp;ldquo;Vibe&amp;rdquo; jeder Situation und entschieden uns, da und dort zu handeln, oft am helllichten Tag.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Als sie im Mai feststellten, dass Öl floss, als sie eine weitere Pipeline zu beschädigen versuchten, beendeten sie ihre Kampagne. Die Pipeline wurde im Juni in Betrieb genommen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;strategie&#34;&gt;Strategie&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Jessica und Ruby hielten sich an eine &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#materialschlacht&#34;&gt;Strategie der Zermürbung&lt;/a&gt; und hofften, dass ihre Aktionen dabei helfen würden, den Pipelinebesitzer Energy Transfer Partners (ETP) zu zermürben und die Investor*innen dazu zu bringen, auf eine Aufgabe des Projekts zu drängen. Jessica sagte in &lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/ecosabotage/interview-dapl-ecosaboteurs-ruby-jessica&#34;&gt;einem Interview&lt;/a&gt;: „Wir müssen das Bauvorhaben nicht nur um Tage verzögern, sondern um Wochen und Monate, damit schließlich die Pipeline aufgegeben wird und die Investor*innen aussteigen.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Leider ist es sehr schwer, ein riesiges industrielles Projekt durch eine Zermürbungsstrategie aufzuhalten. In ihrer Presseveröffentlichung sagten Ruby und Jessica, dass &amp;ldquo;jede Aktion ein Dorn in ihrer Seite“ sei &amp;ndash; aber sogar hunderte von Dornen schaffen es meist nicht, einen Riesen zu fällen. Die dutzende von bekannten Sabotageaktionen und Brandstiftungen verursachten ungefähr sechs Millionen Dollar Schaden. Das ist weniger als ein Sechstel von einem Prozent des Budgets für die Pipeline, das sich auf $ 3,78 Milliarden belief &amp;ndash; ein Rundungsfehler, der vermutlich von der Versicherung erstattet wurde. Dornen splittern, wenn sie großflächige industrielle Infrastruktur stechen. und die, die sie halten, ermüden lange bevor sie gewinnen können.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;materielle-effektivität&#34;&gt;Materielle Effektivität&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Zermürbungsstrategie schaffte es nicht, die Dakota Access-Pipeline zu verhindern, aber eine weniger binäre Art, Erfolg zu messen, ist zu sehen, wie lange die Fertigstellung verzögert wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die #NoDAPL-Kampagne, die ihr Zentrum bei Standing Rock hatte, verzögerte die Fertigstellung der Pipeline um mindestens &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/civil-disobedience/standing-rock-nodapl/#material-effectiveness&#34;&gt;zwei, vielleicht sogar drei Monate&lt;/a&gt; &amp;ndash; hauptsächlich weil die Sichtbarkeit der Bewegung Druck auf die US-Regierung unter Obama ausübte, die Fertigstellung zeitweilig zu verzögern. Einen Monat nachdem die Regierung, nun unter Trump, die Wiederaufnahme erlaubte, hatte ETP unter dem Missourifluss gebohrt und erwartete, dass das Öl &lt;a href=&#34;https://oilprice.com/Latest-Energy-News/World-News/DAPL-Oil-To-Start-Flowing-By-March-20th.html&#34;&gt;bis zum 22. März fließen würde&lt;/a&gt;. Ruby und Jessica begannen ihre Kampagne Mitte März und das Öl floss erst Mitte Mai, die kommerzielle Inbetriebnahme verzögerte sich bis zum ersten Juni. Jessicas Behauptung in ihrem Democracy-Now-Interview erscheint glaubwürdig: „Wir hielten die Bauvorhaben überall im Pipelineverlauf mehrere Wochen lang auf, letztlich monatelang.“&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;center dapl-timeline&#34;&gt;&lt;img src=&#34;dapl-zeitleiste-infografik.svg&#34;/&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;Was materiellen Einfluss angeht, war Ruby und Jessicas Ökosabotage 1000-mal effizienter als die Übergrundkampagnen. Mindestens 15 000 Personenmonaten und $ 20 Millionen flossen in Standing Rock und #NoDAPL und verzögerten die Fertigstellung der Pipeline um höchstens drei Monate. Ruby und Jessica, die insgesamt 10 Personenmonate und vermutlich ein paar tausend Dollar investierten (Sauerstoff-Acetylen-Schweißbrenner-Sets kosten ungefähr $ 400), verzögerten sie um zwei weitere Monate, indem sie &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/krieg-operationen/&#34;&gt;Initiative und den Überraschungseffekt&lt;/a&gt; nutzten.&lt;/p&gt;
&lt;!-- Return on investment chart. TRANSLATORS: translate layouts/shortcodes/return-on-investment-LANGUAGE.html Change language code in the two lines below --&gt;
&lt;div class=&#34;overflow center pad-bottom clear&#34;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rentabilität: Barrel Öl aufgehalten pro Monat pro Person und Barrel aufgehalten pro Dollar&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Geh mit dem Mauszeiger auf unterstrichene Überschriften für Erklärungen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
&lt;thead&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;th&gt;Wer&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Ziel&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Taktik&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Barrel Öl, die unter normalen Umständen geflossen wären&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Aufgehaltene Barrel&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Zeitaufwand beim Widerstand&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Monate pro Person&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Ertrag: Barrel Öl aufgehalten pro Person pro Monat&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;BBBLS/p-m&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;US-Dollar, die Widerstand ausgab&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Geld&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Ertrag: Barrel Öl aufgehalten pro Dollar ausgegeben durch Widerstand&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;BBLS/$&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/thead&gt;
&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve Turner&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Teersandpipelines&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ziviler Ungehorsam&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;0.75 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;~35&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;21 400&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;$12-$14 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;58&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/standing-rock-nodapl/&#34;&gt;#NoDAPL&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;DAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ziviler Ungehorsam&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;45 million&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;gt; 15 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;lt; 3000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;gt; $20 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;lt; 2.25&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby &amp;amp; Jessica&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;DAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ökosabotage&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;30 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;10&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;3 000 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;~$3000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;10 000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Lies unseren Vergleich dieser Kampagnen: &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategy-principles/pipeline-activism/&#34;&gt;Pipelineaktivismus und Strategieprinzipien&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Jessica spekulierte: „Wenn Ruby und ich eine Crew gehabt hätten, die unsere Truppenstärke verdoppelt, verdrei- oder vervierfacht hätte, hätten wir dieses Projekt [&amp;hellip;] mit der Art Aktion, die wir durchgeführt haben, aufhalten können.“ Wir können nicht mit Sicherheit wissen, ob das stimmt; da diese Pipeline so nah daran war, Millionen Dollar pro Monat an Ertrag zu bringen, wäre es ein vergleichbar geringer finanzieller Aufwand gewesen, zusätzliche Sicherheitskräfte einzustellen, um Sabotage zu verhindern. Außerdem ist es alles andere als einfach, auf sichere Weise eine Untergrundgruppe zu gründen; das Auswählen, das Rekrutieren, das Organisieren von eigenständigen Zellen und die gleichzeitige Risikominimierung macht gründliche Planung und Ausführung notwendig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber vielleicht stimmt es, dass eine größere Truppenstärke oder eine Eskalation der Taktiken die DAPL aufgehalten hätte. Ruby und Jessica beendeten ihre Aktionen, sobald sie Öl in der Pipeline entdeckten. Sie hätten sich stattdessen entscheiden können, dass das Risiko kleiner, lokaler Ölpesten weniger schwer wiege als die Sicherheit, dass 500 000 Barrel Öl globale Verschmutzung und Zerstörung bringen und die Atmosphäre mit 175 000 Tonnen CO&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt; pro Tag belasten würden. Eine Pipeline voller Öl mit einem Sauerstoff-Acetylen-Schweißbrenner zu bearbeiten wäre eine Aktion, die ihnen im Wortsinn um die Ohren geflogen wäre, aber vielleicht hätten sie andere Taktiken aus sicherer Entfernung nutzen können. Vielleicht hätten sich ihnen andere Aktive angeschlossen. Vielleicht hätten sie zusammen die Pipeline dauerhaft betriebsunfähig machen können und wären damit, wie der &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/militanter-widerstand/nigerdelta-gerettete-leben/&#34;&gt;Widerstand im Nigerdelta&lt;/a&gt;,  zu wirklich erfolgreichen Umweltschützer*innen geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So ist es diesmal nicht gekommen. Ruby und Jessica traten an die Öffentlichkeit, um weitere Aktion zu inspirieren, also wird diese Hypothese vielleicht an der Dakota-Access-Pipeline und an anderen getestet werden. Nur eine Handvoll Leute wären notwendig.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;sicherheitskultur&#34;&gt;Sicherheitskultur&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ruby, die neu in der Umweltschutzszene war, machte die Erfahrung, dass andere Leute die Unterhaltung sofort beendeten, wenn sie über Möglichkeiten spekulierte, die Bauprojekte direkt zu stoppen. „Können wir die Maschine nicht einfach zum Stillstand bringen &amp;ndash; sie zerstören?“ Viele Leute vermuteten, dass sie eine Polizistin sei, Jessica wurde davor gewarnt, mit ihr zu arbeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Umweltschutzbewegung wird seit Jahren infiltriert. Vorsicht ist notwendig, aber angstbasierte, impulsive Reaktionen auf jede Erwähnung von Ökosabotage grenzen an Paranoia. Sicherheitskultur sollte Erfolg einfacher machen. Nicht verhaftet zu werden ist ein wichtiger Teil davon, effektiv zu sein, aber Diskussionen darüber, welche Taktiken tatsächlich funktionieren könnten, sind es auch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die meisten der Aktivist*innen, die demonstrierten und sich an zivilem Ungehorsam gegen DAPL beteiligten, riskierten wenig damit, darüber zu brainstormen, wie die Maschinerie oder die Pipeline außer Betrieb genommen werden könnte. Das größte Risiko fiel auf Ruby und Jessica, da sie schließlich Sabotage durchführten. Ruby und ihre Gefährt*innen gingen Sicherheitskultur falsch herum an; idealerweise hätte Ruby kein Interesse an Untergrundtaktiken ausgedrückt und die, die sich auf Übergrundaktionen beschränkten, hätten frei Ideen ausgetauscht. Je mehr Leute Aktionen im Untergrund diskutieren und offen befürworten, desto schwerer ist es für Agent*innen des Status Quo, jene zu ermitteln, die sich zu Untergrundarbeit umorientieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ruby und Jessicas langsame Radikalisierung erhöhte ihre Verletzbarkeit. Da sie sich im vollen Maße an Übergrundaktionen beteiligten und langsam von Briefaktionen zu Hungerstreiks zu zivilem Ungehorsam eskalierten, zeigten sie sich als engagierte Gegnerinnen der Pipeline. Als Resultat hatte die Sicherheitsfirma TigerSwan Ruby und Jessica am 4. Mai als die &lt;a href=&#34;http://www.documentcloud.org/documents/3940287-Internal-TigerSwan-Situation-Report-2017-05-04.html&#34;&gt;wahrscheinlichsten Verdächtigen&lt;/a&gt; für die Aktionen gegen die Ventile identifiziert. Wenn die beiden ihre Kampagne nicht bald danach beendet hätten, wären sie vielleicht irgendwann gefangen und mit schweren Strafen belegt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Idealfall hätten Ruby und Jessica das Versagen der Übergrundtaktiken, die von anderen durchgeführt wurden, beobachtet, und hätten dann direkt mit Untergrundtaktiken angefangen. Die akzeptierten Methoden gegen industrielle Projekte, einschließlich zivilem Ungehorsam, leiten uns in ein Labyrinth von eingeschränkten Wahlmöglichkeiten. Unsere Aktionen sind vorhersehbar und führen uns immer in Sackgassen, während Überwachungskameras unsere Bewegungen verfolgen und unsere Identitäten festhalten. Da die Welt in der Krise steckt, haben wir nicht die Zeit dafür, dass alle, die potentiell im Untergrund arbeiten könnten, erst das gesamte Labyrinth erkunden, bevor sie über die Mauer klettern und auf eine Weise handeln, die frei von den Einschränkungen des Systems ist. Außerdem minimieren Untergrundaktivist*innen ihr persönliches Risiko, indem sie das Labyrinth gar nicht erst betreten und gar nicht erst identifiziert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch sollten wir feiern, dass ein früherer Angestellter von TigerSwan zugab: „Wir versuchen schon lange, sie zu verfolgen. Sie konnten uns entkommen. Diese Mädels waren erfolgreich.“&lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;seit-der-pressekonferenz&#34;&gt;Seit der Pressekonferenz&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;In den Wochen nach ihrem öffentlichen Statement gaben Jessica und Ruby mehrere Interviews und Vorträge. Das FBI &lt;a href=&#34;https://desmoinesregister.com/story/news/2017/08/11/fbi-raids-catholic-worker-house-des-moines-search-pipeline-sabotage-evidence/559952001&#34;&gt;durchsuchte ihr Heim&lt;/a&gt; Anfang August, aber keine Anklage durch den Staat wurde gegen sie erhoben. Ende September 2017 verließen sie Des Moine, um unterzutauchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im August 2018 hat ETP die beiden einer SLAPP&lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;-Klage hinzugefügt, die sie ein Jahr vorher gegen Greenpeace, Mississippi Stand und andere Aktivist*innen erhoben hatten. Kurze Zeit später kehrten Ruby und Jessica nach einem offenbar &lt;a href=&#34;https://groups.google.com/forum/#!topic/national-cw-e-mail-list/Q7Nha4OtjyY&#34;&gt;schwierigen Jahr&lt;/a&gt; nach Des Moines zurück. Im February 2019 &lt;a href=&#34;https://www.bleedingheartland.com/2019/02/21/federal-court-tossed-lawsuit-targeting-dakota-access-pipeline-protestors/&#34;&gt;wies ein Bundesrichter ETPs Klage ab&lt;/a&gt;, die anderswo als &amp;ldquo;paranoide, absurde und abwegige Verschwörungstheorie&lt;sup id=&#34;fnref:3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:3&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&amp;rdquo; bezeichnet wurde. Ruby zog danach zu ihrer Familie und begann an einer Waldorfschule zu unterrichten. Jessica begann beim Meta Peace Team zu arbeiten und verbrachte Zeit in einem Kloster.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Oktober 2019 wurden beide Frauen &lt;a href=&#34;https://theintercept.com/2019/10/04/dakota-access-pipeline-sabotage/&#34;&gt;verhaftet und der Ökosabotage angeklagt&lt;/a&gt;. Im Januar 2021 haben sich &lt;a href=&#34;https://www.courtlistener.com/recap/gov.uscourts.iasd.69552/gov.uscourts.iasd.69552.91.0.pdf&#34;&gt;Jessica&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#34;https://www.courtlistener.com/recap/gov.uscourts.iasd.69553/gov.uscourts.iasd.69553.101.0.pdf&#34;&gt;Ruby&lt;/a&gt; im Anklagepunkt „Verschwörung, eine Energieanlage zu beschädigen“ schuldig bekannt, was eine Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis oder $250.000 Bußgeld nach sich ziehen kann.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;mehr-über-ruby-und-jessica&#34;&gt;Mehr über Ruby und Jessica&lt;/h2&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Unser Vergleich der Valve Turner, #NoDAPL und Ruby und Jessica: &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/pipeline-aktivismus/&#34;&gt;Pipeline-Aktivismus und Strategieprinzipien&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/dapl-%C3%B6kosabotage-presseerkl%C3%A4rung/&#34;&gt;Ruby und Jessicas Pressestatement&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;The Intercept&lt;/em&gt;: &amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://theintercept.com/2017/08/26/dapl-security-firm-tigerswan-responded-to-pipeline-vandalism-by-launching-multistate-dragnet/&#34;&gt;TigerSwan Responded to Pipeline Vandalism by Launching Multistate Dragnet&lt;/a&gt;,&amp;rdquo; thematisiert TigerSwans Verdächtigung von Ruby &amp;amp; Jessica.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;The Intercept&lt;/em&gt;: &amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://theintercept.com/2018/12/30/tigerswan-infiltrator-dakota-access-pipeline-standing-rock/&#34;&gt;The Infiltrator&lt;/a&gt;&amp;rdquo; erwähnt Ruby und Jessica mehrere Male&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;TigerSwans &amp;ldquo;Situation Reports&amp;rdquo; &lt;a href=&#34;https://www.documentcloud.org/public/search/projectid:%20%2233327-TigerSwan%22%20reznicek&#34;&gt;erwähnen Jessica&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://stopfossilfuels.org/ecosabotage/interview-dapl-ecosaboteurs-ruby-jessica&#34;&gt;Interview&lt;/a&gt; von Jennifer Murnan und Max Wilbert&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://www.democracynow.org/2017/7/28/meet_the_two_catholic_workers_who&#34;&gt;Democracy Now&lt;/a&gt;-Interview von Amy Goodman&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Folgeartikel von Juli 2018 über die &lt;a href=&#34;https://eu.desmoinesregister.com/story/news/politics/2018/07/23/dakota-access-pipeline-iowa-sabotage-no-federal-charges-jessica-reznicek-ruby-montoya/801287002/&#34;&gt;Abwesenheit von staatlichen Anklagen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Verschiedene Videos: &lt;a href=&#34;https://www.youtube.com/playlist?list=PLhyuEATzj_izoPW424HANh9JdyV5V5xbG&amp;amp;disable_polymer=true&#34;&gt;Presskonferenz, Interviews und Präsentationen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://web.archive.org/web/20180826064717/http://www.mississippistand.com/&#34;&gt;Mississippi Stand&lt;/a&gt;-Chronik von Versuchen, DAPL durch Übergrundtaktiken aufzuhalten (via archive.org)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Artikel über &lt;a href=&#34;https://www.stormlakepilottribune.com/story/2360014.html&#34;&gt;Brandstiftung gegen Baugeräte&lt;/a&gt; im November 2016&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Kurze Beschreibung der &lt;a href=&#34;https://popularresistance.org/dakota-access-pipeline-sabotaged-in-several-states/&#34;&gt;Sabotage gegen die Pipeline&lt;/a&gt; im März 2017&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;ruby-montoya-jessica-reznicek-nonviolence-l.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;ruby-montoya-jessica-reznicek-nonviolence.jpg&#34;
         alt=&#34;Practice Nonviolence&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Jessica Reznicek und Ruby Montoya
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;The Intercept&lt;/em&gt;: &amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://theintercept.com/2018/12/30/tigerswan-infiltrator-dakota-access-pipeline-standing-rock/&#34;&gt;The Infiltrator&lt;/a&gt;,&amp;rdquo; zweitletzter Absatz. Der Artikel ist es wert, ganz gelesen zu werden.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;SLAPP = &lt;strong&gt;S&lt;/strong&gt;trategic &lt;strong&gt;L&lt;/strong&gt;awsuit &lt;strong&gt;A&lt;/strong&gt;gainst &lt;strong&gt;P&lt;/strong&gt;ublic &lt;strong&gt;P&lt;/strong&gt;articipation (Strategische Klage Gegen Öffentliche Beteiligung). Erfahre mehr beim &lt;a href=&#34;https://anti-slapp.org/what-is-a-slapp/&#34;&gt;Public Participation Project&lt;/a&gt; (auf englisch).&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:3&#34;&gt;
&lt;p&gt;Laut &lt;a href=&#34;https://oneida-nsn.gov/blog/2019/02/13/admitted-pipeline-vandalizer-fights-racketeering-lawsuit/&#34;&gt;der Darstellung&lt;/a&gt; der Civil Liberties Defense Center-Anwältin Lauren Regan, einer weiteren Heldin für die Umwelt.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:3&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Ohne direkte Aktion ist ein katastrophaler Klimawandel unausweichlich</title>
      <link>https://aktion-fea.de/klimazerst%C3%B6rung/katastrophe-oder-direkte-aktion/</link>
      <pubDate>Fri, 26 Oct 2018 22:23:10 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/klimazerst%C3%B6rung/katastrophe-oder-direkte-aktion/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;p&gt;&lt;em&gt;Auszug im englischen Original aus &amp;ldquo;Facing up to Climate Reality: Introduction to the Project&amp;rdquo; von Brian Heatley and Rupert Read von &lt;a href=&#34;https://www.greenhousethinktank.org&#34;&gt;Green House&lt;/a&gt;. Erstveröffentlichung 2017 vor dem 1,5°C-Sonderreport vom IPCC 2018. Hier neuveröffentlicht mit Erlaubnis. Gekürzte Übersetzung.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der Originaltitel war „Dangerous Climate Change Is Now Inevitable“ („Gefährlicher Klimawandel ist nun unvermeidlich“), denn der Text zieht kein Szenario in Betracht, in dem Aktivist*innen einen schnellen Abfall auf null CO2-Emissionen erzwingen. Wenn wir unkonventionell denken und handeln, können wir den Pfad erreichen, der unten in violett gezeigt ist.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Unsere erste Annahme wird sein, dass ein gefährlicher Klimawandel, der einen Temperaturanstieg von mindestens 4°C bis 2100 mit sich bringt, mittlerweile unausweichlich ist, trotz des Abkommens von Paris und eines Ziels von 2°C.  Die Absicht hinter diesem Abschnitt ist, dich davon zu überzeugen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht nur die Wahl eines Klimaleugners zum US-Präsidenten, das uns davon überzeugt. Auch unabhängig von Trump und der Art, auf die die anderen großen Emittenten wie China auf eine potentielle neue Freiheit von Klimarichtlinien, die von den USA erklärt wird, reagieren, unabhängig davon, ob Großbritannien sich nach dem Brexit an die EU-Richtlinien hält, das Klimaabkommen, das Ende 2015 in Paris unterzeichnet wurde, hätte die Welt ohnehin nicht gerettet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Überschriften besagten, dass sich die Staaten der Welt in Paris darauf geeinigt hätten, den Klimawandel auf 2°C zu begrenzen, und sogar die Hoffnung bekundet hätten, ihn unter 1,5°C zu halten. 1,5°C ist schlichtweg unmöglich; die globale Durchschnittstemperatur liegt jetzt schon 1°C über dem Niveau vor der Industrialisierung und eine weitere Erwärmung auf 1,5°C ist nun sehr wahrscheinlich, sogar wenn, was unmöglich ist, keine weiteren Treibhausgase mehr emittiert würden.&lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber Paris wird den Anstieg nicht auf 2°C beschränken, nicht einmal, wenn Präsident Trump sich als eifriger Umweltschützer entpuppen würde. Um das zu erkennen, müssen wir erkunden, was der Kern des Abkommens von Paris eigentlich ist. Es ist im Grunde eine Serie von unilateralen ‚Intended Nationally Determined Contributions’ oder ‚beabsichtigten national festgelegten Beiträgen“ (INDCs) von einzelnen Ländern. Die EU-Länder (einschließlich Großbritannien) haben zum Beispiel kollektiv versprochen, ihre Treibstoffgasemissionen bis 2030 um 40% zu reduzieren. China sagt, dass sein Ausstoß spätestens 2030 seinen Höhepunkt erreichen werde und dass es bis 2030 die CO2-Intensität seines BIP um 60 - 65 % unter das Niveau von 2005 senken werde. Die USA haben sich vorgenommen, ihre CO2-Gesamtemissionen bis 2025 um 26 - 28 % unter das Niveau von 2005 zu senken. Und so weiter. Insgesamt haben 185 Länder, die für ungefähr 94 % der weltweiten Emissionen verantwortlich sind, &lt;a href=&#34;https://web.archive.org/web/20151219061450/http://climateactiontracker.org/indcs.html&#34;&gt;derartige Versprechen abgegeben&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der geringe Effekt von Paris wird im Schaubild unten sichtbar. Die blaue Linie links zeigt, was bis 2010 passiert ist. Die kurze rote Linie zwischen 2010 und 2030 zeigt, welche Entwicklung ohne Paris erwartet wurde. Die immer noch ansteigende grüne Linie zeigt, was zu erwarten ist, wenn das Abkommen von Paris vollständig umgesetzt wird. Nein, ein großer Unterschied ist da nicht.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;center center-next-p&#34;&gt;&lt;h2 id=&#34;das-pariser-abkommen-wird-keinen-großen-effekt-haben&#34;&gt;Das Pariser Abkommen wird keinen großen Effekt haben&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Treibhausgasemissionen und Voraussagen 1950-2100&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&#34;center&#34;&gt;&lt;a href=&#34;historische-treibhausgas-emissionen-prognose.png&#34;&gt;&lt;img src=&#34;historische-treibhausgas-emissionen-prognose-s.jpg&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Interpretation der Autor*innen basierend auf (UNCC 2015 &lt;sup id=&#34;fnref:2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:2&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, S. 11) in Kombination mit (&lt;a href=&#34;https://ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/wg3/ipcc_wg3_ar5_summary-for-policymakers.pdf&#34;&gt;IPCC 2014&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um zu sehen, dass das Ziel von 2°C mittlerweile unmöglich ist, können wir uns auf die Schätzung des IPCCs berufen, dass wir, um unter 2°C zu bleiben, nicht mehr als 1000 Gigatonnen CO&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt;-Äquivalent nach 2010 ausstoßen können würden (IPCC 2014, 10). Aber wir emittieren immer noch ungefähr 50 Gigatonnen pro Jahr (siehe Diagramm). Trotz der Zusagen von Paris werden wir die nächsten 20 Jahre weiterhin 50 Gigatonnen pro Jahr ausstoßen, insgesamt also 50 mal 20 gleich 1000 Gigatonnen. Anzunehmen, dass die Emissionen in den 2040ern einfach aufhören werden, besonders in wachsenden Ökonomien, geht gegen alles, was wir über die Langlebigkeit von Investitionen in die Energieinfrastruktur und darüber, wie die Wirtschaft funktioniert, wissen. Daher muss der Wert von 2°C unweigerlich weit überschritten werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar wenn 2020 ein radikales Programm zur Senkung von Emissionen gestartet würde, das weitaus ambitionierter wäre als das Abkommen von Paris, würde es bis 2040 die Emissionen auf null gesenkt haben müssen, damit die Erwärmung unter 2°C  bleibt. Denn 2020 werden weitere 10 Jahre lang 50 Gigatonnen pro Jahr ausgestoßen worden sein, was 500 Gigatonnen macht. Also sind nach 2020 insgesamt nur noch 500 Gigatonnen übrig. Wenn wir bis 2040 auf 0 Emissionen kommen würden, hätten wir 20 Jahre mit durchschnittlich 25 Gigatonnen Ausstoß (weil wir im Jahr 2020 bei 50 Gigatonnen anfangen würden und 2040 bei 0 wären). 20 Jahre 25 Gigatonnen pro Jahr beläuft sich auf 500 Gigatonnen. Null Emissionen 2040 ist einfach unrealistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wird also passieren? Mit Sicherheit ist die &lt;em&gt;aller-optimistischste&lt;/em&gt; Vermutung, die wir auf Basis von momentanen politischen Abkommen und Aktionen überall auf der Welt anstellen können, dass die Emissionen sogar noch nach 2030 weiter ansteigen und sich hoffentlich später in diesem Jahrhundert stabilisieren werden, aber das ist, um es untertrieben zu sagen, mehr eine Hoffnung als eine auf Erfahrung basierende Erwartung. Dies wird von der orangefarbenen Kurve im Diagramm widergespiegelt, die einen Anstieg von 3-4°C zeigt. Es wird außerdem von einem neuen Report des UN-Umweltprogramms (von November 2016) unterstützt, der schätzt, dass wir auf dem Weg zu einer globalen Erwärmung von bis zu 3,4°C sind, wenn das Abkommen von Paris umgesetzt wird (&lt;a href=&#34;https://europa.eu/capacity4dev/unep/document/emissions-gap-report-2016-unep-synthesis-report#sthash.ks4WPfy3.dpuf&#34;&gt;UNEP 2016&lt;/a&gt;, was einer der Autor*innen &lt;a href=&#34;http://www.greenhousethinktank.org/uploads/4/8/3/2/48324387/paris_-_final2.pdf&#34;&gt;vorausgesagt hat&lt;/a&gt;, als das Abkommen von Paris Ende 2015 beschlossen wurde. Eine realistischere Vermutung könnte stattdessen sein, dass die Zukunft einfach die Vergangenheit widerspiegeln und der oberen hellblauen Linie folgen wird, der „alles wie immer“-Fall des IPCC, in dem die Temperatur um 4-5°C ansteigt,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir müssen also annehmen, dass wenn wir so weitermachen wie bisher, mit Emissionen, die im Groben dem momentanen Niveau entsprechen, der globale Temperaturanstieg &amp;ndash; ein Anstieg von mindestens 3 - 4°C, wahrscheinlicher von 4 - 5°C bis 2100 &amp;ndash; sicher ist. Diese Schätzung ist &lt;em&gt;optimistisch&lt;/em&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;Fossile Energien abschalten fügt dem Originaltext hinzu&lt;/em&gt;: Wenn wir (gezwungenermaßen) weniger fossile Brennstoffe verbrennen, werden wir &lt;a href=&#34;http://www.climatecodered.org/2018/02/quantifying-our-faustian-bargain-with.html&#34;&gt;kühlende Aerosole&lt;/a&gt; entfernen, die im Moment ca. 0,5°C - 1,1°C Erwärmung unterdrücken.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Diese Analyse basiert auf vorsichtigen, konsensgestützten IPCC-Schätzungen. Viele einzelne Expert*innen sind weitaus pessimistischer oder sehen die Effekte eines gegebenen Temperaturanstiegs pessimistischer, zum Beispiel was das Ansteigen des Meeresspiegels angeht;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Sie basiert auf der Annahme, dass die Staaten sich an das Abkommen von Paris halten. Das scheint mehr und mehr unwahrscheinlich nach der Wahl von Trump und von Bolsonaro in Brasilien im Jahre 2018 sowie angesichts einer unsicheren Zukunft für die EU;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Sie nimmt an, dass die Emissionen nach 2040 beginnen, abzusinken, obwohl sie &amp;ndash; trotz des Abkommens von Paris &amp;ndash; bis dahin stetig gestiegen sein werden;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Sie betrachtet nur den Zeitraum bis 2100, aber es wird danach noch heißer werden, sogar wenn es keine Emissionen mehr gibt. Die Tiefsee könnte Jahrhunderte brauchen, um sich an eine wärmere Erde anzupassen;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Sie betrachtet nicht die sehr wahrscheinlichen Rückkopplungseffekte wie z.B.
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;die Konsequenzen der von wärmeren Temperaturen verursachten Freisetzung des Methan, das in der Tundra oder unter den Meeren eingeschlossen ist oder&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die Freisetzung von Kohlenstoff, der jetzt in Torf und Erde gespeichert ist, wenn es weniger regnet,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die Tatsache, dass das Meer, wenn das Eis am Nordpol schmilzt, mehr Hitze absorbiert, statt sie zu reflektieren;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Sie nimmt an, dass unsere Modelle vom Klima korrekt sind, aber sie sind bisher nur in einem relativ engen Bereich getestet worden. Jede komplexe nicht-lineare Situation dieser Art kann Überraschungen bieten, auch plötzliche starke Änderungen oder Änderungen, die in eine andere Richtung weisen als erwartet. Wir müssen ‚unbekannte Unbekannte‘ erwarten und unter solchen Bedingungen von extremer Unsicherheit darauf vorbereitet sein, extreme Maßnahmen zu ergreifen, um den Schlimmstfall zu verhindern.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;King 2016. King and Henley, We Have Almost Certainly Blown the 1.5-Degree Global Warming Target, zu lesen hier: &lt;a href=&#34;http://www.desmog.uk/2016/08/18/we-have-almost-certainly-blown-1-5-degree-global-warming-target&#34;&gt;http://www.desmog.uk/2016/08/18/we-have-almost-certainly-blown-1-5-degree-global-warming-target&lt;/a&gt; accessed 23/11/1&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&#34;fn:2&#34;&gt;
&lt;p&gt;UNCC 2015, UNCC, FCCC/CP/2015/7, Synthesis Report on the aggregate effect of the intended nationally determined contributions, 30. Oktober 2015.ber 2015.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:2&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
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      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Die Valve-Turner</title>
      <link>https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/</link>
      <pubDate>Wed, 03 Oct 2018 15:11:03 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/</guid>
      <description>
        
        
        
&lt;h2 id=&#34;wer-und-was&#34;&gt;Wer und was&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im Oktober 2016 koordinierten sich fünf Männer und Frauen, um alle fünf Hauptpipelines lahmzulegen, die Rohöl aus den Teersanden von Alberta in die USA transportierten. Nacheinander riefen Emily Johnston, Annette Klapstein, Michael Foster, Leonard Higgins und zuletzt Ken Ward die Pipeline-Firmen an, kurz bevor sie die Sicherheitsventile von Enbridges Linien 4 &amp;amp; 67, TransCanadas Keystone, Spectra Energys Express und Kinder-Morgans TransMountain-Pipeline zudrehten. Dann warteten sie darauf, verhaftet zu werden, und unterzogen sich Monaten der Gerichtsverhandlungen und sogar Zeit im Gefängnis.&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header3&#34;&gt;&lt;a href=&#34;emily-johnston-annette-klapstein-l.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;emily-johnston-annette-klapstein.jpg&#34;
         alt=&#34;Emily Johnston &amp;amp;amp; Annette Klapstein, Enbridge 4 &amp;amp;amp; 67&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Emily Johnston &amp;amp; Annette Klapstein, Enbridge 4 &amp;amp; 67
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;michael-foster-keystone-1-pipeline-l.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;michael-foster-keystone-1-pipeline.jpg&#34;
         alt=&#34;Michael Foster, TransCanada Keystone&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Michael Foster, TransCanada Keystone
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;leonard-higgins-l.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;leonard-higgins.jpg&#34;
         alt=&#34;Leonard Higgins, Spectra Energy Express&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Leonard Higgins, Spectra Energy Express
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;figure class=&#34;right clear&#34;&gt;&lt;a href=&#34;ken-ward-l.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;ken-ward.jpg&#34;
         alt=&#34;Ken Ward, Kinder-Morgan TransMountain&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Ken Ward, Kinder-Morgan TransMountain
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die Aktion war sehr einfach. Die Gruppe fand Ventile, an denen sie den Ölfluss durch ansonsten nicht zugängliche unterirdische Pipelines beeinflussen konnten. (In einigen Fällen ist an diesen Orten ein Teil der Leitung selbst überirdisch, was Ruby und Jessica nutzten, um die &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Dakota-Access-Pipeline zu sabotieren&lt;/a&gt;.) Die Orte, an denen sich die Ventile befinden, sind normalerweise nur durch einen Maschendrahtzaun gesichert. Um Zugang zu den Ventilen zu erhalten, mussten die Valve-Turner nur ein Schloss am Zaun und ein weiteres am Ventil selbst überwinden. Nach nur ein paar Minuten körperlicher Arbeit pro Person hielten die Aktivist*innen den Fluss von insgesamt fast 30 Barrel Öl pro Sekunde auf. (Higgins erleichterte sich die Aufgabe sogar noch mehr, indem er einen elektronischen Schalter von &amp;ldquo;remote&amp;rdquo; auf &amp;ldquo;lokal&amp;rdquo; stellte, was dazu führte, dass das Ventil hydraulisch geschlossen wurde.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Schwierigste an der Aktion war es, sich darauf vorzubereiten, Straftaten zu begehen und die Konsequenzen zu erleiden. Die Aktivist*innen waren zwischen 50 und 64 Jahre alt und ihr Verantwortungsgefühl musste viele Jahrzehnte der Indoktrinierung überkommen, die besagt, dass Aktivist*innen sich stets im Rahmen des Gesetzes bewegen müssten.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;strategie-und-ziele&#34;&gt;Strategie und Ziele&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Valve-Turner haben den Glauben verloren, dass &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#politikerinnen-nicht-genug&#34;&gt;die Politik uns retten wird&lt;/a&gt; und schreiben auf ihrer &lt;a href=&#34;http://www.shutitdown.today/action_strategy&#34;&gt;Seite über Aktionsstrategie&lt;/a&gt;: „Was wir brauchen, ist eine starke Bewegung, und wir wissen, dass diese Bewegung zu beleben und stärken bedeutet, dass wir tief empfundene und kraftgebende Aktionen durchführen müssen, die von unserem Gewissen getrieben sind und den Wandel, den wir wollen, verkörpern.“ Sie passten ihre Aktion darauf ab und versuchten, Aufmerksamkeit auf unsere verzweifelte Situation zu ziehen und dringend benötigtes Handeln zu inspirieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Andere hatten schon vorher bei vier Gelegenheiten Ventile geschlossen: zweimal in Übergrundaktionen (&lt;a href=&#34;http://burningbillboard.org/2015/12/14/why-activists-must-continue-to-block-flow-of-tar-sands-bitumen-through-line-9b/&#34;&gt;in Québec&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#34;https://ricochet.media/en/843/exclusive-video-shutting-down-line-9&#34;&gt;in Ontario&lt;/a&gt;) sowie &lt;a href=&#34;https://briarpatchmagazine.com/blog/view/line-9-and-line-7-sabotage&#34;&gt;zweimal in Untergrundaktionen&lt;/a&gt;. Obwohl diese früheren Aktionen schon durch ihre erfolgreiche Taktik die Aufmerksamkeit der Medien errungen hatten, hoffen die Valve-Turner, dass ihre größere, koordinierte Aktion noch mehr Aufmerksamkeit erzielen würde. Sie hofften, die Medien und sogar die US-Präsidentschaftskandidat*innen Clinton und Trump dazu zu bewegen, auf einer nationalen Ebene über den Klimawandel zu diskutieren. Sie hofften, die Kampfmoral der Mitglieder der Bewegung zu stärken, indem sie die moralische Pflicht zu handeln auf sich nahmen, „sogar wenn es nicht sicher ist, ob die Auswirkungen des Klimawandels aufgehalten werden können“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da die Aktion in diesem Geiste geplant war, war sie nicht darauf ausgelegt, große materielle Auswirkungen zu haben. Es ist nicht klar, zu welchen materiell wirksamen Aktionen die Valve-Turner andere zu inspirieren hofften, aber eine ihrer Aussagen weist auf eine  &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#materialschlacht&#34;&gt;Zermürbungsstrategie&lt;/a&gt; hin: „Wir zeigten, dass es getan werden KANN und MUSS - wieder und wieder, bis die Botschaft bei den Energiekonzernen ankommt, dass sie keinen Profit mehr damit erwirtschaften können, den Planeten zu zerstören, auf dem wir leben.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie hofften auf die Gelegenheit, zumindest eine Verteidigung basierende auf dem Notstandsprinzip vor Gericht präsentieren zu können, „furchtlos vor der Jury zu stehen und stichhaltig die Katastrophe zu erklären, die vor uns liegt, sowie die Notwendigkeit, zu handeln.“ Sie wollten „ein Beispiel setzen für die Charakterstärke und das Verantwortungsgefühl, das, wie wir glauben, notwendig ist, um diesen Kampf zu gewinnen“. Sie wollten andere bestärken, indem sie einen Präzedenzfall für Gnade gegenüber Aktivist*innen schufen, die direkte Aktion genutzt hatten, um das Klima zu schützen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie hatten auch die entfernte Hoffnung, dass Präsident Obama die Gelegenheit nutzen würde, einen Klimanotstand auszurufen und die Teersand-Ventile geschlossen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;auswirkungen&#34;&gt;Auswirkungen&lt;/h2&gt;
&lt;h3 id=&#34;investitionen-und-kosten&#34;&gt;Investitionen und Kosten&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Ihre Arbeit kann in zwei Phasen unterteilt werden: erstens das Schließen der Ventile selbst; dann das Nutzen von Berichtserstattung und Gerichtsprozessen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und andere zu inspirieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der ersten Phase &lt;a href=&#34;https://stevemasover.blogspot.com/2017/02/without-consent-tar-sands-valve-turners.html&#34;&gt;investierte die Gruppe&lt;/a&gt; ungefähr fünf Monate und $ 12 - 14 000 in die Planung und Durchführung der Aktion. Die fünf Valve-Turner und die Gruppe ihrer Unterstützer*innen investierten zusammen vielleicht 35 Personenmonate.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der zweiten Phase mussten sie „&lt;a href=&#34;http://www.corvallisadvocate.com/2018/return-valve-turners-party-fundraiser/&#34;&gt;hohe Rechnungen&lt;/a&gt;“ begleichen, um Strafen, Gerichts- und Reisekosten für ihre Prozesstage zu bezahlen. Ihre &lt;a href=&#34;https://www.gofundme.com/valveturners-defense#&#34;&gt;Rechtsverteidigungskasse&lt;/a&gt; schätzte, dass $ 50 000 für Anwalts- und Gutachterkosten genug sein würden &amp;ndash; aber das Civil Liberties Defense Center arbeitete zumindest teilweise pro bono und letztendlich trafen keine Gutachter*innen auf, also waren die Kosten vielleicht niedriger.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Valve-Turner und ihr verhaftetes Unterstützungsteam, ihre Anwält*innen und Unterstützer*innen investierten vermutlich eine bedeutsame Menge Zeit dafür, sich auf die Prozesse vorzubereiten, dort hinzureisen und aufzutreten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Michael Foster wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, Ken Ward zu 30 Tagen gemeinnütziger Arbeit. Der Rest der Gruppe bekam aufgeschobene Freiheitsstrafen (was ihr Risiko erhöht, wenn sie an weiterem zivilen Ungehorsam teilnehmen) oder gar keine Haftstrafen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;materielle-effektivität&#34;&gt;Materielle Effektivität&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Obwohl die Aktion nicht dafür gedacht war, große materielle Auswirkungen zu haben, hielt sie den Transport von ungefähr 767 000 Barrel&lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; auf, von ungefähr 7,5 % des täglichen US-Imports und 3,75 % des täglichen Verbrauchs. (Die aufgehaltene Ölmenge wurde vermutlich &lt;a href=&#34;https://www.desmogblog.com/2018/03/18/canadian-pipeline-capacity-more-tar-sands-oil-rail&#34;&gt;per Zug&lt;/a&gt; zu den Märkten transportiert, was teurer ist.) Obwohl der Kampf gegen die Dakota-Access-Pipeline in vielerlei Hinsicht anders war, ist es interessant, beide Kampagnen im Hinblick auf Rentabilität zu vergleichen.&lt;/p&gt;
&lt;!-- Return on investment chart. TRANSLATORS: translate layouts/shortcodes/return-on-investment-LANGUAGE.html Change language code in the two lines below --&gt;
&lt;div class=&#34;overflow center pad-bottom&#34;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rentabilität: Barrel Öl aufgehalten pro Monat pro Person und Barrel aufgehalten pro Dollar&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;Geh mit dem Mauszeiger auf unterstrichene Überschriften für Erklärungen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
&lt;thead&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;th&gt;Wer&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Ziel&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Taktik&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Barrel Öl, die unter normalen Umständen geflossen wären&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Aufgehaltene Barrel&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Zeitaufwand beim Widerstand&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Monate pro Person&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Ertrag: Barrel Öl aufgehalten pro Person pro Monat&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;BBBLS/p-m&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;US-Dollar, die Widerstand ausgab&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;Geld&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;&lt;a title=&#34;Ertrag: Barrel Öl aufgehalten pro Dollar ausgegeben durch Widerstand&#34; class=&#34;underline&#34;&gt;BBLS/$&lt;/a&gt;&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/thead&gt;
&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve Turner&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Teersandpipelines&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ziviler Ungehorsam&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;0.75 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;~35&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;21 400&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;$12-$14 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;58&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/standing-rock-nodapl/&#34;&gt;#NoDAPL&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;DAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ziviler Ungehorsam&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;45 million&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;gt; 15 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;lt; 3000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;gt; $20 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;&amp;lt; 2.25&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby &amp;amp; Jessica&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;DAPL&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ökosabotage&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;30 Millionen&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;10&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;3 000 000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;~$3000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;10 000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Lies unseren Vergleich dieser Kampagnen: &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategy-principles/pipeline-activism/&#34;&gt;Pipelineaktivismus und Strategieprinzipien&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Diese groben Zahlen lassen vermuten, dass die Valve-Turner mindestens siebenmal effizienter waren als #NoDAPL, was investierte Zeit angeht, und finanziell betrachtet fünfundzwanzigmal effizienter. Das ergibt Sinn, da die Valve-Turner die Initiative behielten und den Überraschungseffekt nutzten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl die Valve-Turner nicht einmal 1% der Effizienz von Ruby und Jessica aufwiesen, hätten sie leicht ein besseres Ergebnis erzielen können, wenn materielle Wirksamkeit ihr Ziel gewesen wäre. Sie hätten ihr Wissen über das Schließventilsystem der Pipelines monatelang anwenden können, rauf und runter den Pipelineverlauf entlang, und hätten vielleicht sogar Pipelines unterhalb des Ventils beschädigen können, nachdem sie den Fluss abgestellt hatten. Wenn sie verschwunden wären, bevor die Polizei ankam, hätten sie die Möglichkeit gehabt, wieder und wieder &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#%C3%BCberraschungseffekt&#34;&gt;überfallartige Angriffe&lt;/a&gt; durchzuführen, was die Rentabilität ihrer Angriffe stark verbessert hätte.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;effektivität-bzgl-symbol--und-überzeugungskraft&#34;&gt;Effektivität bzgl. Symbol- und Überzeugungskraft&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Aber die Valve-Turner hatten nicht geplant, die Pipelines maximal zu stören. Sie wollten in erster Linie Aufmerksamkeit erzeugen, Diskussion anregen und zu weiterer Aktion motivieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gruppe bekam viel Aufmerksamkeit von den Medien, hauptsächlich von progressiven und linken Websites und Medien, auch von großen Pressekanälen wie &lt;em&gt;The Nation&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Democracy Now&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;The Intercept&lt;/em&gt;. Auch einige Mainstream-Medien wie die Associated Press und Reuters berichteten und Bill McKibben schrieb einen Kommentar für die &lt;em&gt;L.A. Times&lt;/em&gt;. Leider scheint es nicht, als ob die Summe dieser Berichterstattung den nationalen Medienzyklus so beeinflusst hätte, wie die Valve-Turner gehofft hatten, und Clinton und Trump waren nicht gezwungen, über Klimawandel zu reden. Wie erwartet ordnete Präsident Obama nicht an, die Ventile geschlossen zu lassen, aber die Aktion könnte dazu beigetragen haben, dass er Keystone XL nicht zuließ.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht ist mehr Zeit für die Entwicklung notwendig, aber Ende 2018 wissen wir von keinen Aktivist*innen, die von den Valve-Turnern zu konkreten Aktionen inspiriert wurden. Keine Kampagne hat sich herausgebildet, die durch direkte Aktionen wie das wiederholte Zudrehen von Ventilen Pipelines lahmlegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Keine/r der Angeklagten konnte eine Verteidigung basierend auf dem Notstandsprinzip nutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letztendlich ist der einzige Maßstab für Effektivität &amp;ndash; der, nach dem künftige Generationen uns bewerten werden &amp;ndash; ob und wie schnell wir die fossilen Energien abstellen. Aufmerksamkeit zu erzeugen kann indirekt helfen, aber bisher war Phase zwei des Plans der Valve-Turner nicht so erfolgreich wie die Aktion selbst. Aber sie machten viele Leute mit einer einfachen aber effektiven Taktik vertraut; ihre Anstrengungen könnten sich noch lohnen, wenn sie zu großflächigem materiellem Widerstand führen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;ungeplante-effekte&#34;&gt;Ungeplante Effekte&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die CARVER-Matrix für &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#zielauswahl&#34;&gt;Zielauswahl&lt;/a&gt; betrachtet ungewollte potentielle Nebeneffekte einer Aktion. Die Pipelinekonzerne klagte die Valve-Turner an, Pipelineschäden zu riskieren, aber sie logen, was niemanden überraschen sollte. Um das Risiko zu minimieren, wählten die Valve-Turner isolierte Regulierventile, die weit weg von Städten und mindestens zehn Meilen hinter der am nächsten gelegenen Pumpstation lagen. Außerdem riefen sie den Betreiber jeder Pipeline fünfzehn Minuten vorher an, damit dieser die Pipeline sicher abstellen konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aktionen der Valve-Turner, wie auch die von Standing Rock, haben Staaten einen Vorwand gegeben, &lt;a href=&#34;https://thinkprogress.org/criminalization-of-environmental-protest-f3a4c5eb29c3/&#34;&gt;Umweltschutzprotest zu kriminalisieren&lt;/a&gt;. Natürlich führen solche Gesetze zu einem Nebeneffekt, den die Konzerne und ihre Unterstützer*innen in den Regierungen nicht wollen. Aktivist*innen werden in Zukunft die harten Strafen für symbolischen zivilen Ungehorsam gegen das relativ geringe Risiko, für Ökosabotage gefangen genommen und bestraft zu werden, abwägen und könnten sich zunehmend materiell effektiven Aktionen zuwenden.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&#34;fazit&#34;&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;div class=&#34;w3-hide-medium w3-hide-large&#34;&gt;
&lt;figure class=&#34;right header2&#34;&gt;&lt;a href=&#34;valve-turners.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;valve-turners-s.jpg&#34;
         alt=&#34;Valve-Turner&#34;/&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wie so viele kämpfen die Valve-Turner mit einem entmutigendem inneren Konflikt: eine Massenbewegung ist notwendig, aber &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#hoffnung-nicht-genug&#34;&gt;extrem unwahrscheinlich&lt;/a&gt;. Der direkteste Weg, diesen Konflikt zu lösen, ist es, zu akzeptieren, wie winzig die Wahrscheinlichkeit einer Massenbewegung für den notwendigen radikalen Wandel ist; und dann eine Strategie zu entwerfen, die eine Antwort auf diese Realität bereithält. Die letzten zwei Absätze der Aktionsstrategie-Seite fassen das Dilemma zusammen, das sich ohne einen solchen Entschluss ergibt:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir eine zufällig zusammengesetzte Jury aus Mitbürger*innen davon überzeugen können, dass die Lage des Klimas verzweifelt genug ist, dass es zu entschuldigen ist, wenn eine Pipeline zugedreht wird, dann wird dies eine Bestätigung dessen sein, dass es eine erfolgversprechende Strategie ist, die Wahrheit darüber zu sprechen, in was für einer fatalen Situation wir sind &amp;ndash; mit Offenheit und Mitgefühl, mit dem persönlichen Engagement, das diese Wahrheit bezeugt. Wir wissen, dass dieser Ausgang unwahrscheinlich ist.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Aber wenn wir verurteilt werden, werden die Valve-Turner ein eindringliches Beispiel für die moralische Kraft sein, die im Angesicht dieser Herausforderung notwendig ist.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Sie drücken Pessimismus aus, sogar Resignation, sie erwarten ihr eigenes Versagen und trösten sich mit ihrer spiritueller Reinheit. Aber sobald Aktivist*innen die Hoffnung auf eine Massenbewegung aufgeben, können sie sich auf effektive Aktionen konzentrieren und darauf, weitere ernsthafte Aktivist*innen zu rekrutieren. Die Valve-Turner waren nah daran, dies zu tun; obwohl sie weder signifikante materielle Auswirkungen noch den symbolischen Eindruck, auf den sie gehofft hatten, hinterließen, schafften sie es, Wissen über eine einfache, effektive Taktik zu verbreiten. Da das Zudrehen von Ventilen bereits in Betrieb genommene Infrastruktur lähmen kann, könnte eine kleine Anzahl Leute den gewohnten Gang der Dinge auf signifikante Weise beeinträchtigen und sogar eine &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#kettenreaktion-der-ausf%C3%A4lle&#34;&gt;Kettenreaktion des Ausfalls&lt;/a&gt; in Gang setzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erfolg ist das stärkste Werkzeug zur Rekrutierung. Eine anhaltende Kampagne, die wieder und wieder den Ölfluss aufhält, wird vielleicht niemanden überzeugen, der unentschlossen ist, aber sie wird den Kern der Bewegung, der effektive Aktion will, mobilisieren. Wenn Taktiken angewandt werden, die maximale Wirksamkeit entfalten, wird dies eine kleinere, aber stärkere Bewegung aufbauen. Dann haben wir einen Grund, von Resignation zu Optimismus zu wechseln.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Lies unseren Vergleich der Valve-Turner, #NoDAPL und Ruby und Jessica: &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/pipeline-aktivismus/&#34;&gt;Pipeline-Aktivismus und Strategieprinzipien&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;em&gt;Hör dir ein &lt;a href=&#34;https://www.youtube.com/watch?v=-RKDp-PfI1Y&amp;amp;list=PLhyuEATzj_iycIweK0VNbIWQLvlkDak87&amp;amp;t=0s&amp;amp;index=7&#34;&gt;Interview mit den Valve-Turnern&lt;/a&gt; an&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;div class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34;&gt;
&lt;p&gt;Laut &lt;a href=&#34;http://www.shutitdown.today/shut_it_down&#34;&gt;Climate Direct Action&lt;/a&gt; floss an dem Tag sowieso kein Öl durch die TransMountain-Pipeline, die Ken Ward sabotierte. Die anderen Pipelines haben eine Maximalkapazität von 792 000 bpd (Enbridgelinien 4 und 67), 280 000 bpd (Spectra Energy Express) und 590 000 bpd (TransCanada Keystone), insgesamt 2 454 000 bpd oder 102 250 Barrel pro Stunde. Wenn sie alle gleichzeitig für &lt;a href=&#34;https://www.seattlemet.com/articles/2018/2/6/seattle-activist-who-shut-off-keystone-pipeline-sentenced-to-three-years-in-prison&#34;&gt;sieben&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&#34;https://news.vice.com/en_us/article/vbkqxj/pipeline-protesters-were-acquitted-of-felony-charges-but-theyre-not-happy-about-it&#34;&gt;acht&lt;/a&gt; Stunden lahmgelegt würden, würde das 7.5 * 100 250 = 766 875 Barrel ausmachen. Manche Berichte besagen, dass die Aktion 15 % des täglichen Imports in die USA aufhielt, was insgesamt 1,5 Millionen Barrel bedeuten würde, aber die Nummer wird nicht begründet.&amp;#160;&lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&amp;nbsp;Du kannst diesen Artikel, der unter einer &lt;a rel=&#34;license&#34; href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&#34;&gt;Creative-Commons-Lizenz&lt;/a&gt; veröffentlicht wurde, neu veröffentlichen, solange du uns als Autor*innen nennst und das Original verlinkst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Ruby Montoya &amp; Jessica Reznicek: DAPL-Ökosabotage Presseerklärung</title>
      <link>https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/dapl-%C3%B6kosabotage-presseerkl%C3%A4rung/</link>
      <pubDate>Thu, 06 Sep 2018 17:49:08 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/dapl-%C3%B6kosabotage-presseerkl%C3%A4rung/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;p&gt;Sieh dir ihre öffentliche Erklärung als Video an oder lies die Presseerklärung unten.&lt;/p&gt;

&lt;div style=&#34;position: relative; padding-bottom: 56.25%; height: 0; overflow: hidden;&#34;&gt;
  &lt;iframe src=&#34;https://www.youtube-nocookie.com/embed/hLAypCh7_cA&#34; style=&#34;position: absolute; top: 0; left: 0; width: 100%; height: 100%; border:0;&#34; allowfullscreen title=&#34;YouTube Video&#34;&gt;&lt;/iframe&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;24. Juli 2017&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Dakota-Access-Pipeline hat einen Effekt auf die ganze Nation und die Leute, die in ihr leben. Wir haben im Zusammenhang mit DAPL unglaubliche Probleme gehabt, was die Themen Rechtsstaat, indigene Souveränität, Beschlagnahme von Land, staatlich sanktionierte Gewalt, Schutz von Konzernen und Übergehen ihrer Verbrechen angeht. Wir stehen demütig an der Seite jener, die immer noch das Ziel dieser von der Regierung durchgesetzten Ungerechtigkeiten sind, und bitten euch, dass ihr nun auch an unserer Seite steht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die staatlichen Gerichte haben Konzernen die Erlaubnis gegeben, zu lügen und der Öffentlichkeit Informationen vorzuenthalten, was zu einer kompletten Stille von Seiten der Medien geführt hat, was dieses Thema angeht. Als wir kürzlich von &lt;em&gt;The Intercept&lt;/em&gt;, einem unabhängigen Pressekanal, angerufen wurden, der mit uns über illegale Überwachung durch &lt;a href=&#34;https://theintercept.com/2017/08/26/dapl-security-firm-tigerswan-responded-to-pipeline-vandalism-by-launching-multistate-dragnet/&#34;&gt;Energy Transfer Partners und ihre Leute fürs Grobe&lt;/a&gt; sprechen wollte, sahen wir dies als Gelegenheit, eine öffentliche Debatte zum Thema gewaltfreie direkte Aktion zu beginnen und die Unzulänglichkeiten der Regierung und der von ihr geschützten Konzerne an die Öffentlichkeit zu bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem wir alle konventionellen Möglichkeiten ausgeschöpft hatten, einschließlich des Besuchs von öffentlichen Anhörungen, Unterschriftensammlungen für Umweltverträglichkeitserklärungen, Teilnahme an zivilem Ungehorsam, Hungerstreiks, Demos, Boykotts und Besetzungen, sahen wir ein, dass unsere Regierung nur unzureichend auf die Forderungen des Volkes hört.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stattdessen erlaubten die Gerichte und Staatsdiener*innen diesen Konzernen, Besitz ohne die Erlaubnis der Besitzer*innen an sich zu reißen und das Land, das Wasser und die Bevölkerung brutal zu behandeln. Das System ist kaputt und es liegt an uns als Individuen, uns auf friedliche Weise zu widersetzen und es zu reparieren. Das ist es, was wir aus der Notwendigkeit heraus taten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir handelten für unsere Kinder, denn die Welt, die sie erben, erfüllt ihre Bedürfnisse nicht. Es gibt mehr als fünf größere Gewässer hier in Iowa und aufgrund der empörenden Verantwortungslosigkeit der Konzerne ist keins davon sauber. Jetzt will ein weiterer Konzern Millionen von uns vergiften, indem er uns alle der Gefahr einer weiteren katastrophalen Ölpest aussetzt. Die DAPL hat bereits Lecks gehabt und wird das auch weiterhin tun, bis das Öl abgestellt und die Rohre aus dem Boden entfernt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Nacht des Wahltages 2016 begannen wir mit unserer friedlichen Kampagne von direkten Aktionen auf einer Dakota-Access-Baustelle und verbrannten mindestens 5 Teile schwere Maschinerie in Buena Vista County, Iowa. (Mehr Details weiter unten.) Unsere Aktion war nichts Weltbewegendes, aber wenigstens unterbrachen wir den Bau an dieser einen Baustelle für einen Tag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir recherchierten dann, welche Werkzeuge notwendig sein würden, um die 16mm dicke Stahlwand der Pipeline zu durchbohren. Im März begannen wir damit, diese eigenständig gesammelten Informationen anzuwenden. Wir fingen in Mahaska County, Iowa an und benutzten Acetylen-Sauerstoff-Schweißbrenner, um die an der Oberfläche liegenden leeren Stahlventile zu durchbohren, und verzögerten die Fertigstellung der Pipeline um Wochen. Nach dem Erfolg dieser ersten Aktion begannen wir damit, diese Taktik überall an der Pipeline anzuwenden, überall in Iowa und in einem Teil von South Dakota. Wir bewegten uns von Ventil zu Ventil, bis uns die Vorräte ausgingen, und zögerten die Fertigstellung des Projekts immer weiter hinaus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Über diese Aktionen, die für die Öffentlichkeit von großem Interesse wären, wurde kaum berichtet; die Regierung und Energy Transfer Partners arbeiteten zusammen, um zu lügen und der Öffentlichkeit wichtige Informationen vorzuenthalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann kehrten wir zu der Taktik Brandstiftung zurück. Wir benutzten Reifen und benzingetränkte Lumpen und zündeten mehrere Ventilstationen, ihre elektrischen Einheiten und schwere Ausrüstung an, die überall in Iowa auf für den Bau der DAPL überlassenem Gebiet standen, was den Bau weiter hinauszögerte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der ersten Maiwoche versuchten wir wieder einmal, ein Ventil in Wapallo County, Iowa mit einem Acetylen-Sauerstoff-Schweißbrenner zu beschädigen. Wir entdeckten, dass sich Öl in dem Rohr befand. Das war mehr als enttäuschend sowohl für uns als auch für das Land. Dieses Ereignis wurde ebenfalls der Öffentlichkeit vorenthalten und mit Lügen über „&lt;a href=&#34;http://www.ottumwacourier.com/news/isg-county-s-pipeline-issues-minor/article_dc06b27c-3516-11e7-b2b6-131cb4cdc0ae.html&#34;&gt;Muldenabsenkungen&lt;/a&gt;“ vertuscht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir stehen heute hier als Zeuginnen für friedliche, gewaltfreie direkte Aktion. Unsere Aktionen waren so notwendig wie geringfügig. Wir denken, dass wir uns für unsere Taten nicht schämen müssen. Aus irgendeinem Grund schätzen die Gerichte und die Regierung das Eigentum und die Profite von Konzernen mehr als unser inhärentes Menschenrecht auf sauberes Wasser und Land.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sprechen öffentlich, um anderen den Mut zu geben, kühn und mit reinem Herzen zu handeln und die Infrastruktur auseinander zu nehmen, die uns unsere Rechte auf Wasser, Land und Freiheit nimmt. Wir als Zivilist*innen haben das wiederholte Versagen der Regierung gesehen und es ist unsere Pflicht, mit Verantwortungsgefühl und Integrität zu handeln, unsere eigene Freiheit für die Souveränität von uns allen zu riskieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Manche sehen diese Aktionen vielleicht als gewalttätig, aber das ist falsch. Wir haben so gehandelt, wie unsere Herzen es uns befahlen, und haben weder menschliches Leben noch persönliches Eigentum bedroht. Was wir taten, ist, einen privaten Konzern zu bekämpfen, der in unserem Staat gewütet hat, der Land an sich gerissen und die Wasserversorgung unserer Nation vergiftet hat. Sogar wer unseren Taktiken vielleicht nicht zustimmt, kann dennoch ihre Notwendigkeit angesichts unserer zerrütteten Regierung sehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir erwarten keinen fairen Prozess. Wir erwarten, dass die, die uns nahestehen, von der staatlichen Regierung und den Konzernen, die diese beschützt, belästigt werden. Lest darüber, was ihr tun könnt, wenn die Polizei &lt;a href=&#34;https://ccrjustice.org/sites/default/files/assets/files/CCR_If_An_Agent_Knocks.pdf&#34;&gt;bei euch vor der Tür steht&lt;/a&gt;. Bildet und schützt euch. Wir bitten euch dringend, nicht mit Agent*innen des Staates zu reden und euch dem Druck, euch zu äußern, zu widersetzen. Filmt alle Interaktionen mit ihnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist bedauerlich, dass wir uns auf solche Situationen vorbereiten müssen, aber so ist die Regierung, die über uns herrscht und die mit jedem Tag mehr an das faschistische Nazideutschland erinnert. Wir grüßen das Volk.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Details unserer friedlichen direkten Aktion folgen. Wir hoffen, diese Informationen andere ermuntern, kühn und friedlich zu handeln. Wir hoffen, Ängste zu beschwichtigen und falsche Wahrnehmungen zu korrigieren, dass der Staat oder diese Konzerne allwissend oder unbesiegbar seien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem wir uns über Brandstiftung und das metallische Material der Infrastruktur, welche wir zum Stillstand bringen wollten, informiert hatten, lernten wir, dass das Feuer heiß genug sein musste, um Stahl zu schmelzen – und dass normale Brandstiftung nicht immer die effektivste Vorgehensweise ist, aber dass jede Aktion Sand in ihrem Getriebe ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir wussten, dass Benzin allein schnell, aber nicht lange brennt, fügten wir in der Nacht des Wahltages 2016 Motorenöl hinzu (da dieses heißer und länger brennt) und taten dies mit Lumpen in Kaffeedosen, die wir auf die Sitze der Maschinerie stellten. Dann stachen wir die Dosen auf und zündeten mehrere Streichhölzer an. Wir erwarteten, dass die Sitze lange genug brennen würden, dass die Maschinen nicht mehr betriebsfähig sein würden. Eine Dose brannte nicht, was schade ist, aber fünf von sechs ist nicht schlecht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als wir sahen, dass der Bau weiterging, wurde uns klar, dass die Rohre verlegt wurden und dass unsere einzige Möglichkeit, eine weitere Schändung des Landes durch den Konzern zu behindern, sein würde, die leeren Stahlrohre, die an den Ventilstandorten überirdisch waren, irgendwie zu durchbohren. Wir lernten, dass ein Schweißbrenner, der Sauerstoff und Acetylen nutzt, das richtige Werkzeug ist. Wir kauften die Ausrüstung außerhalb unserer Stadt, um Anonymität zu bewahren, da es unser Ziel war, diesen Konzern so sehr zu behindern, dass er gezwungen sein würde, das Projekt letztendlich aufzugeben. Wir kauften Ausrüstung bei Home Depot und die Behälter in Geschäften, die Zubehör für Schweißbrenner verkaufen, wie Praxair und Mathesons. Da wir noch nie Schweißbrenner benutzt hatten, brachten wir es uns selbst bei und führten unseren Plan innerhalb von 7 Minuten durch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In unseren besonderen Umständen lernten wir, dass vorheriges Ausspähen des Einsatzortes oft unsere Fähigkeit behinderte, Gelegenheiten zu ergreifen. Also kamen wir gleich mit unseren Schweißbrennern und unserer Schutzkleidung auf viele Baustellen, wir erfassten intuitiv die Stimmung jeder Situation und entschlossen uns, sofort zu handeln, oft am helllichten Tag. Vertraut eurem Geist, vertraut den Zeichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als uns unsere Vorräte (die Behälter) ausgingen, entschlossen wir uns, auf Brandstiftung zurückzugreifen, da jede Aktion zählt. Wir benutzten Benzin und Lumpen zusammen mit Reifen (da Reifen schön lange brennen, wenn sie erstmal Feuer gefangen haben) gegen die Ausrüstung an mehreren DAPL-Baustellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kurz danach kamen wir an neue Vorräte und kehrten zu dem Ventil in Wapello County zurück, um erneut aktiv zu werden. Wir bemerkten, dass Öl durch die Pipelines floss. Unsere Aktion wurde der Öffentlichkeit nicht berichtet; stattdessen gab es Berichte über eine „Muldenabsenkung&amp;quot; als Grund, warum die Fertigstellung der Pipeline sich verzögerte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aufgrund dieser Lügen entschlossen wir uns, an die Öffentlichkeit zu gehen, um die Wahrheit zu sagen und offen über diese friedlichen und machbaren Taktiken gegen die Gräueltaten von Konzernen zu berichten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es etwas gibt, das wir bereuen, dann, dass wir nicht genug getan haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bitte unterstützt uns und steht uns bei dieser Reise bei, denn es ist für uns alle notwendig, dass diese Pipeline aufgehalten wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wasser ist Leben, Öl ist Tod.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jessica Reznicek and Ruby Montoya&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Erfahre mehr und lies unsere Analyse von &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby und Jessicas Ökosabotage&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&#34;clear&#34;&gt;
&lt;em&gt;Unterstütze unsere Arbeit, indem du unserer Mailingliste betrittst, diese Seite teilst oder „likst“ und uns auf den sozialen Medien folgst.&lt;/em&gt;

      </description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Unist&#39;ot&#39;en-Camp</title>
      <link>https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/unistoten-camp/</link>
      <pubDate>Mon, 03 Sep 2018 15:30:19 -1000</pubDate>
      
      <guid>https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/unistoten-camp/</guid>
      <description>
        
        
        &lt;div class=&#34;clear&#34;&gt;&lt;/div&gt;
&lt;figure class=&#34;right top&#34;&gt;&lt;a href=&#34;unistoten-camp-checkpoint-l.jpg&#34;&gt;&lt;img src=&#34;unistoten-camp-checkpoint.jpg&#34;
         alt=&#34;Checkpoint des Unist&amp;amp;rsquo;ot&amp;amp;rsquo;en-Camps&#34;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;figcaption&gt;
            &lt;p&gt;Checkpoint des Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Camps
                    &lt;a href=&#34;https://sub.media/c/unistoten/&#34;&gt;&lt;br&gt;subMedia&lt;/a&gt;
				&lt;/p&gt;
        &lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;


&lt;p&gt;Bei direkter Aktion zugunsten von sozialer und Umweltgerechtigkeit werden Taktiken wie Besetzungen und Blockaden bevorzugt. Diese sind normalerweise vor allem symbolisch; ihre Anwendung im Kontext einer &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/#materialschlacht&#34;&gt;Zermürbungsstrategie&lt;/a&gt; verringert ihre materielle Wirksamkeit. Baumbesetzer*innen schaffen es manchmal, ein noch bestehendes Waldstück in einer ansonsten kahlgeschlagenen Mondlandschaft zu retten. Pipelineblockierer*innen schaffen es manchmal, ein Projekt für ein halbes oder ein ganzes Jahr aufzuhalten, bis die Polizei sie räumt und das Bauprojekt abgeschlossen wird. Occupy Wall Street führte zu Enthusiasmus und globaler Aufmerksamkeit, aber das Machtungleichgewicht zwischen dem reichsten Prozent und den anderen 99 % hat sich verschlimmert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Camp war anders. Eine Handvoll Mitglieder des Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Clans der Wet&amp;rsquo;suwet&amp;rsquo;en, die auf dem Land leben, das Kanada heute als British Columbia bezeichnet, blockierten den Bau von sieben Teersand- und Schiefergas-Pipelines von 2011 bis 2018. Sie mussten dafür nicht einmal ihr Zuhause verlassen, sie besetzten einfach - das ganze Jahr über, in Vollzeit - ihr Land, das genau auf den GPS-Koordinaten der geplanten Pipelines lag. Sie begannen, indem sie in eine Jagdhütte zogen, die dort liegt, wo der Clan seine Fallen aufstellt. In den darauf folgenden Jahren bauten sie zusätzliche Räume an die Hütte an und richteten ein Erdhaus, eine Schlafbaracke und ein Heilzentrum ein. Sie rundeten ihre traditionellen Subsistenzaktivitäten durch einen Garten und einen Erdkeller ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Taktik war aus mehreren strategischen Gründen ungewöhnlich erfolgreich:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Das bergige Terrain ist ein natürlicher Engpass, der nur eine begrenzte Anzahl möglicher Pipelineverläufe zulässt. Die Pipelines können nicht einfach umgeleitet werden, damit sie das Camp, oder mehr noch, das ganze Territorium der Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en umgehen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Nur eine einzige Straße führt in das Gebiet, was die Verteidigung der Grenze relativ einfach werden ließ. Die Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en nutzten diesen Engpass, um mögliche Besucher*innen an einer einspurigen Brücke aufzuhalten und zu überprüfen, und wiesen unwillkommenes Regierungs- und Konzernpersonal ab. Ein heimliches Eindringen durch die Luft war genauso schwierig; die wenigen Male, die Bautrupps per Helikopter eingeflogen wurden, wurden diese gesichtet und vertrieben.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Die Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en haben ihr Land nie an Kanada abgetreten. Da der Clan die Besitzrechte am Land behalten hatte, mussten sich Pipeline-Konzerne des Risikos bewusst sein, dass die Polizei und das kanadische Militär ihre Interessen eventuell nicht durchsetzen würden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Historisch betrachtet haben rechtliche Details kanadische und andere koloniale Regierungen selten davon abgehalten, zu tun und zu nehmen, was sie wollten, aber als die Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en ihre physische Infrastruktur aufbauten, bauten sie gleichzeitig Solidaritätsnetzwerke mit anderen Indigenen und mit Mitgliedern der kanadischen Siedler*innenkultur auf. Da es weitläufige Unterstützung an der Basis für die Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en gab, mischte sich die Regierung zunächst nicht ein, bis sie &lt;a href=&#34;https://www.theguardian.com/world/2019/dec/20/canada-indigenous-land-defenders-police-documents&#34;&gt;im Januar 2019&lt;/a&gt; mit militärisch bewaffneter Polizei angriff, die zu tödlicher Gewalt bereit war. (Im &lt;a href=&#34;https://ricochet.media/en/2924/rcmp-raid-unistoten-healing-centre-arrest-matriarchs&#34;&gt;Februar 2020&lt;/a&gt; fand ein weiterer Angriff statt, was zu landesweiten Blockaden von Häfen, Autobahnen und Zuglinien führte. Teile von Kanadas Wirtschaft &lt;a href=&#34;https://www.bbc.com/news/world-us-canada-51636831&#34;&gt;wurden wochenlang lahmgelegt&lt;/a&gt;, was zeigt, warum die Regierung das Camp so viele Jahre verschont hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist unmöglich, genau zu sagen, wie viele Leute und Ressourcen notwendig waren, um den Erfolg der Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Blockade sicherzustellen. Über die Jahre beteiligten sich hunderte von Besucher*innen und Freiwilligen an Arbeits- und Aktionscamps und Unterstützer*innen spendeten bis zu eine halbe Million Dollar in Form von Bargeld und Vorräten. Ein Großteil der Aktivitäten und des Geldes wurde dafür eingesetzt, Siedler*innen zu informieren, medizinische Vorhaben zu unterstützen und Bürger*innen und Aktivist*innen aus der Siedlerkultur mit indigenen Widerstandskämpfer*innen in Netzwerken zu verbinden. Diese Arbeit spielte eine untergeordnete Rolle im Vergleich zur Blockade selbst, aber ohne die resultierende breite Unterstützung für die Besetzung hätte die Regierung diese vielleicht schon viel früher gewaltsam beendet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Relativ wenig Zeit und Geld waren notwendig, um die Kerninfrastruktur für die Blockade zu errichten und aufrecht zu erhalten. Vielleicht ein halbes Dutzend indigene Einwohner*innen moderierten die durchgehend notwendigen Aufgaben wie beispielsweise den Checkpoint an der Brücke zu bewachen, nach Eindringversuchen durch die Luft Ausschau zu halten, das Camp durch Subsistenzaktivitäten zu versorgen und Treffen und Vorträge gegen die Pipelines zu organisieren. Teilweise taten sie dies selbst, teilweise koordinierten sie bis zu einem Dutzend Vollzeitfreiwillige.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bevor ihr Territorium durch die RCMP eingenommen wurde, blockierte diese winzige Gruppe 8 Jahre lang mehrere Pipelines. Sogar 2019 und 2020 fanden nur an Transcanadas Coastal-Gaslink-Pipeline Bauarbeiten statt, und Chevron zog erst 2021 in Erwägung, den Bau der Pacific-Trail-Pipeline wieder aufzunehmen. Das Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Camp ist ein erstklassiges Beispiel für maximalen Effekt durch minimalen Aufwand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Volk der Wet’suwet’en kämpft weiterhin vor Gericht gegen die Pipelines, aber mit geringen Chancen, in einem System zu gewinnen, das zum Wohl von Konzernen und Profiten manipuliert ist. Vermutlich können nur weitere „unkonventionelle“ Aktionen den Bau der Pipelines endgültig aufhalten.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;ein-vorbehalt&#34;&gt;Ein Vorbehalt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Es ist irreführend, das Camp als „zivilen Ungehorsam“ zu bezeichnen, da sein Erfolg auf dem rechtlichen Anspruch des Clans auf das Territorium beruhte. Keine andere Kampagne des zivilen Ungehorsams im Dienste der Umwelt hat vergleichbaren Erfolg gehabt, weil die Polizei derartige Kampagnen immer schnell überwältigt hat. Wir sollten uns vom Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Camp inspirieren lassen, aber auch realistisch bleiben und uns fragen, wo ähnliche Taktiken erfolgreich angewandt werden könnten.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Erfahre mehr:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;(Links auf englisch)&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://unistoten.camp/oneyear/&#34;&gt;Audio-Interview&lt;/a&gt; mit Dr. Karla Tait (Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en) und Anne Spice (Tlingit) vom Februar 2021, in dem die Razzien im Jahr 2020 beschrieben werden, wie Transcanada Covid genutzt hat, um seine Bauvorhaben zu beschleunigen, und was als nächstes passieren wird.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://unistoten.camp/category/blog/&#34;&gt;Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Camp-Blog&lt;/a&gt; mit aktuellen und archivierten Neuigkeiten&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Das Unist&amp;rsquo;ot&amp;rsquo;en-Camp im Kontext von &lt;a href=&#34;https://roarmag.org/essays/wetsuweten-pipeline-resistance-canada/&#34;&gt;indigenem Widerstand in Kanada&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Hintergrund, frühe Jahre, die Kultur des Camps: &amp;ldquo;&lt;a href=&#34;https://crimethinc.com/2013/07/09/standing-on-the-land-to-stand-up-against-pipelines-a-report-from-the-unistoten-camp&#34;&gt;Standing On the Land To Stand Up Against Pipelines&lt;/a&gt;&amp;rdquo;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Andere Kämpfe gegen Pipelines:
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/standing-rock-nodapl/&#34;&gt;#NoDAPL und Standing Rock&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/ziviler-ungehorsam/valve-turner/&#34;&gt;Valve Turners&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/%C3%B6kosabotage/ruby-montoya-jessica-reznicek-dapl-%C3%B6kosaboteurinnen/&#34;&gt;Ruby Montoya und Jessica Reznicek&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Vergleich der drei: &lt;a href=&#34;https://aktion-fea.de/strategieprinzipien/pipeline-aktivismus/&#34;&gt;Pipeline-Aktivismus und Strategieprinzipien&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
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      <pubDate>Tue, 28 Aug 2018 20:38:39 -1000</pubDate>
      
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